Krankenversicherung von Selbstständigen

Höhe der Beiträge kann zum Armutsrisiko werden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Beitragsbemessungsgrenze für Selbstständige 2019 halbieren, um diese vor der Altersarmut zu bewahren. Das geht den Verbänden für Selbstständige aber nicht weit genug. Sie wollen einen komplett einkommensabhängigen Beitrag, berichtet die ARD-Sendung Plusminus.
© dpa/picture alliance
Viele Selbstständige haben Probleme, ihre Krankenversicherungsbeiträge zu bezahlen. Ihre Einkommen liegen teilweise deutlich unter der Beitragsbemessungsgrenze.

Aktuell gilt für Selbstständige, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, ein fiktives Einkommen von 2.284 Euro monatlich. Doch viele verfügen über deutlich niedrigere Bezüge, und da wird es schwer, die Beiträge aufzubringen. Ein Bericht von Plusminus zeigt das an dem Beispiel der Betreuerin Claudia von Niessen. Sie verdient rund 750 Euro im Monat und muss davon 427 Euro an die Krankenkasse zahlen.

Mehr zum Thema

Streit um Senkung der Beiträge

Wenn es nach CDU und CSU geht, soll der Beitragssatz der Arbeitslosenversicherung um 0,5 Prozentpunkte…

Diese Krankenversicherer überzeugen bei den Leistungen

Unter die Lupe kamen bei der Untersuchung des Deutschen Instituts für Service-Qualität (Disq) Leistungen und…

Wie Privatversicherte in die GKV zurückkehren können

In Deutschland sind derzeit 8,77 Millionen Menschen, das sind mehr als 10 Prozent der Deutschen,…

Dieses Missverhältnis habe auch die Bundesregierung erkannt, heißt es in dem Bericht weiter. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wolle das fiktive Einkommen daher ab 2019 um die Hälfte reduzieren. Doch den Verbänden der Selbstständige reiche das noch nicht aus. Vor allem Geringverdiener müssten dann immer noch bis zu 40 Prozent ihres Einkommens für die Krankenversicherung aufbringen.

Beitragsbemessungsgrenze abschaffen
Victoria Ringleb vom Verband der Gründer und Selbstständigen: „Wir fordern ganz klar die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze.“ Abgaben an die Krankenversicherungen müssten für Selbstständige komplett einkommensabhängig sein, wie auch bei den abhängig Beschäftigten.

Das jedoch wollen die Krankenkassen nicht. Im Plusminus-Beitrag nimmt Jürgen Hohnl, Geschäftsführer der IKK, dazu Stellung. Die Bemessungsgrenze diene dem Schutz der Krankenversicherung und der Solidargemeinschaft. Denn würde das völlig frei geregelt, wäre „die guten Risiken in der privaten Krankenversicherung und die schlechten in der gesetzlichen“. Das sei das Gegenteil einer solidarischen Versicherung.

Darum fordert Veronika Mirschel vom Verdi-Referat für Selbstständige in dem Beitrag die Einführung der Bürgerversicherung. Dann wären sowohl „gute“ als auch „schlechte“ Risiken zusammen in einem System.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia