Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) prognostiziert für das kommende Jahr, dass die Zusatzbeiträge signifikant steigen werden. Diese Informationen gehen aus einem Bericht des Online-Magazins „Politico“ hervor.
„Da es keine politischen Gegenmaßnahmen gibt, muss der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung deutlich steigen“, sagte Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse (TK), gegenüber der Onlinepublikation. Er hält „eine Größenordnung von 0,7 Prozentpunkten“ für realistisch. Im Sommer hatte der GKV-Spitzenverband für das kommende Jahr einen steigende Zusatzbeiträge um 0,6 Prozentpunkte vorausgesagt. Der Chef einer anderen Krankenkasse forderte im Interview mit „Politico“ sogar eine Anhebung „um 0,8 oder sogar einen Prozentpunkt“.
Fakt ist: Das Wahljahr 2025 wird wohl mit einem historischen Beitragssprung beginnen. Krankenkassenbeiträge in Höhe von 17 Prozent des Bruttolohns könnten laut des Berichts Normalität werden.
Viele Krankenkassen haben ihren Zusatzbeitrag im Juli dieses Jahres erhöht – die KKH Kaufmännische Krankenkasse hat dabei die 3-Prozent-Marke geknackt. Sie hat zum 1. August ihren Zusatzbeitrag auf 3,28 Prozent erhöht. Das ist ein Plus von 1,30 Prozentpunkten. Insgesamt beträgt der neue Beitragssatz der KKH damit 17,88 Prozent (Pfefferminzia berichtete).
Bis August 2024 haben 22 Krankenkassen ihren Zusatzbeitragssatz unterjährig angehoben. Das Portal Krankenkasseninfo informiert regelmäßig über Krankenkassen, die ihre Zusatzbeiträge erhöht haben.
Dass die gesetzlichen Krankenkassen ihre Beiträge erhöhen, ist zwar ärgerlich für die Versicherten. Aber wenn man sich die Zahlen anschaut, wird dieser Schritt verständlich. Denn die 95 gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben in den ersten sechs Monaten 2024 ein Defizit in Höhe von 2,2 Milliarden Euro erwirtschaftet.
Die Finanzreserven der Krankenkassen lagen zum Ende des ersten Halbjahres bei rund 6,2 Milliarden Euro. Dies entspricht 0,23 Monatsausgaben. Die gesetzliche Mindestreserve soll bei 0,2 Monatsausgaben liegen. Diese Zahlen stammen aus dem Bundesministerium für Gesundheit.
Insgesamt standen den Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von 159 Milliarden Euro Ausgaben in Höhe von 161 Milliarden Euro gegenüber. Und mehr Versicherte sorgten für um 7,3 Prozent höhere Ausgaben für Leistungen und Verwaltungskosten. Weitere Details zur aktuellen Finanzlage der Krankenkassen finden Sie hier.
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