Arzt plädiert für die PKV

„Ohne die PKV könnten die laufenden Kosten der Krankenhäuser nicht gedeckt werden“

Wie vor jeder Bundestagswahl ist die Diskussion um die Gerechtigkeit des hiesigen Gesundheitssystems in vollem Gange. Es gebe mit GKV und PKV eine Zweiklassenmedizin, sagen Kritiker der PKV – und fordern in der Regel die Einführung einer Bürgerversicherung. Axel Ekkernkamp, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des Unfallkrankenhauses Berlin, ist da ganz anderer Meinung.
© dpa/picture alliance
Ärzte und Schwestern bei einer Operation in der Universitätsklinik Leipzig.

„Die Behauptung, in Deutschland gebe es eine Zweiklassenmedizin, ist grundfalsch“, schreibt Axel Ekkernkamp, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des Unfallkrankenhauses Berlin, in seinem Gastbeitrag für den PKV-Verband.

Das Gegenteil sei der Fall: „Alle Menschen werden hierzulande sehr gut versorgt.“

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Als Ärztlicher Direktor eines auf Notfälle spezialisierten Krankenhauses wisse er, worauf Ärzte bei Notfällen achten. „Da laufen festgelegte Verfahren ab, bei denen allein auf die medizinische Notwendigkeit geschaut wird. Niemand fragt da nach dem Versicherungsstatus“, schreibt Ekkernkamp. Erst später könne es Unterschiede geben – bei der Pflege im Komfortbereich. „Aber eben nicht bei der medizinischen Versorgung.“

Von den 2.000 Krankenhäusern profitierten sehr viele von den Privatversicherten. Ekkernkamp: „Ohne sie könnten die laufenden Kosten – das sind vor allem Personalkosten – nicht gedeckt werden.“ Gleichzeitig halte die Existenz der Privaten Krankenversicherung den Druck auf das gesetzliche System hoch, die Leistung nicht einzuschränken. In einem Einheitssystem würde man immer sagen, „das sind die Angebote, die alle Kassen machen, und mehr gibt es nicht.“

Vertrauensverlust droht

„Mit einer Bürgerversicherung würde am Ende ein wichtiger Player aus dem System genommen – und bedauerlicherweise einer der besseren. Vielleicht sogar der beste. Das macht man nicht. Nirgendwo nimmt man die besten Angebote aus dem System, wenn man weiß, dass einer vom anderen lernen kann“, schreibt Ekkernkamp weiter.

Er finde es schade, dass dieses „sehr gute System“ immer wieder in Misskredit gebracht werde. „Das könnte letztlich einen Vertrauensverlust nach sich ziehen, der vollkommen unberechtigt wäre.“

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