Expats, die sich länger als sechs Monate in Deutschland aufhalten, unterliegen grundsätzlich der deutschen Krankenversicherungspflicht. Um dieser nachzukommen, haben sie unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) beizutreten. Alternativ können sich internationale Fachkräfte auch über eine private Krankenversicherung (PKV) absichern, sofern sie nicht Pflichtmitglied ohne Möglichkeit der Befreiung in der GKV werden. Der Zugang zur PKV steht insbesondere Selbstständigen sowie Angestellten mit einem Jahreseinkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze von 73.800 Euro frei.
In diesem Fall profitieren ausländische Fachkräfte von den vielen Vorteilen der PKV: Sie bekommen umfassendere medizinische Leistungen, erhalten schneller einen Facharzttermin und können ihren Versicherungsschutz nach individuellem Bedarf gestalten. Zusätzlich kann ein Teil der Expats eine Besonderheit für sich nutzen: Die ausländischen Fachkräfte haben unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, einen PKV-Tarif ohne die sonst obligatorischen Altersrückstellungen zu wählen und so spürbar Beiträge zu sparen. Diese Option steht jedoch nur Zuwanderern offen, die einen auf maximal fünf Jahre befristeten Aufenthaltstitel besitzen. Für EU-Bürger gilt diese Ausnahme somit nicht. Denn ihr Recht auf Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union schließt die tarifliche Sonderregelung aus. Hinzu kommt: Nur wenige private Krankenversicherer führen überhaupt Tarife ohne Altersrückstellungen, was die Anbieterauswahl stark einschränkt.
Sehr häufig entscheiden sich Expats aus der IT- und Tech-Branche, dem Finanzsektor, der Medizin sowie selbstständige Kreative für die PKV. Dazu zählen beispielsweise Industriedesigner, Ärzte, Softwareentwickler, Unternehmensberater, IT-Projektmanager, Ingenieure, Wissenschaftler oder Führungspersonal internationaler Unternehmen. Die Fachkräfte kommen überwiegend aus dem EU-Ausland und Großbritannien, aber auch aus den USA, Indien oder anderen asiatischen Staaten.
In der Beratung können Versicherungsvermittler dieser großen Gruppe PKV-affiner Expats eine private Einzelabsicherung anbieten. Neben Einzeltarifen besteht häufig auch die Möglichkeit einer privaten Gruppenkrankenversicherung – allerdings nicht zum Direktabschluss für Expats, sondern als Lösung, die beispielsweise über den Arbeitgeber läuft. Unternehmen, die ausländische Fachkräfte beschäftigen, können so ihre Expats gesammelt absichern. Daraus ergeben sich eine Reihe von Vorteilen sowohl für Expats als auch für Unternehmen:
Diese Vorteile der privaten Gruppenversicherung für Expats und Unternehmen wirken sich auch positiv auf das Maklergeschäft aus: Exklusive Konditionen sind ein starkes Verkaufsargument verschaffen Vermittlern einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Zudem können Makler Unternehmen und Expats per Rahmenvertrag langfristig binden und eine lukrative Marktnische mit Wachstumspotenzial für sich erschließen.
Sehr wichtig bei der Beratung für eine Krankenversicherung: Expats haben unterschiedliche Bedürfnisse, was ihre Absicherung betrifft. Wer mit Partner und Kind nach Deutschland kommt, kann aus finanziellen Gründen in der GKV am besten aufgehoben sein. Denn im Gegensatz zur GKV wird in der PKV für jedes Familienmitglied eine gesonderte Prämie fällig. Dagegen erhalten jüngere, gesunde Expats ohne Familienanhang sehr günstig privaten Krankenversicherungsschutz.
Auf professionellen Vergleichsplattformen wie KVpro.de oder mit spezieller Software, zum Beispiel von levelnine.de, lassen sich verschiedene Konstellationen durchspielen, um eine individuell geeignete Krankenversicherung für Expats zu finden. Auch die privaten Krankenversicherer bieten Vermittlern übersichtliche Tools an. Die Qualität der jeweiligen Krankenversicherungslösung wird von Analysehäusern wie Morgen & Morgen oder Franke und Bornberg anhand von Ratings bewertet.
Verglichen mit den Konditionen in den Herkunftsländern der Expats schneiden deutsche private Krankenversicherungen gut ab. Beispiel USA: Eine PKV ist relativ teuer. Zudem sind hohe Zuzahlungen üblich. In Indien ist eine private Krankenversicherung die Ausnahme, das Leistungsniveau bei bestehender Absicherung stark schwankend. Die Leistungen des britischen National Health Service (NHS) werden nicht über Sozialversicherungsbeiträge, sondern komplett aus Steuermitteln finanziert. Darum sind Behandlungen für Patienten weitgehend kostenlos. Doch ist die medizinische Versorgung in Großbritannien schlecht. Patienten müssen beispielsweise oft monatelang auf ärztliche Hilfe warten.
Der kurze Blick ins Ausland zeigt: Die Chancen für Vermittler stehen recht gut, dass sie mit den Preisen, vor allem aber den umfassenden Leistungen einer privaten Krankenversicherung bei Expats punkten können. Das wachsende Marktsegment bietet erhebliches Kundenpotenzial. Darum ist eine stärkere Fokussierung auf die neue Zielgruppe ausländischer Fachkräfte eine interessante und lukrative Option für Makler.
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