Trendwende bei Schaden und Unfall

GDV: Versicherer fassen wieder Vertrauen in die Zukunft

Knapp die Hälfte der Versicherer ist optimistisch und geht davon aus, dass ihre Erträge zwischen 2025 und 2027 steigen werden. Das sind aber nur die durchschnittlichen Erwartungen. Bei manchen Sparten weichen die Einschätzungen vor allem aktueller Erträge davon ab.
Auto steht nach Unfall auf der Straße: Auch Versicherer aus der Sparte Schaden- und Unfall gehen von künftig steigenden Erträgen aus.
© picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann
Auto steht nach Unfall auf der Straße: Auch Versicherer aus der Sparte Schaden- und Unfall gehen von künftig steigenden Erträgen aus.

Die Versicherungswirtschaft blickt mittelfristig optimistisch in die Zukunft. Die Ertragserwartungen der Versicherer für die kommenden drei Jahre haben sich spartenübergreifend spürbar verbessert. Zu diesem Schluss kommt eine vom GDV beauftragte Sonderumfrage des Ifo-Instituts.

53 Prozent der Versicherer rechnen damit, dass sich ihre Erträge zwischen 2025 und 2027 erhöhen werden. Im vergangenen Jahr waren es 51 Prozent. „Das zeigt, dass der Zukunftsoptimismus im Sektor anhält“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Dazu passt auch, dass der Anteil der Versicherer, die erwarten, dass sich ihre Ertragslage verschlechtert, von 7 auf 1 Prozent gesunken ist. 46 Prozent der Befragten gehen von gleichbleibenden Erträgen aus, nach 52 Prozent im Vorjahr.

Manche Versicherungsunternehmen berichten von einer aktuell ungünstigen Ertragslage. Sie erwarten aber in den kommenden drei Jahren eine günstige oder zumindest befriedigende Ertragslage. „Trotz anhaltend hoher gesamtwirtschaftlicher Unsicherheit könnte damit die Talsohle für die Versicherer durchschritten sein“, so Asmussen.

 Lebensversicherer sind etwas weniger optimistisch für künftige Erträge

Die Einschätzungen in den einzelnen Sparten sind unterschiedlich. Lebensversicherer gehen in den kommenden drei Jahren weiterhin von positiven Erträgen aus, auch wenn sich die Erwartungen etwas abgekühlt haben. „Der Anteil von Lebensversicherern, die eine günstigere Ertragslage erwarten, ist von 54 auf 38 Prozent gesunken“, sagt Asmussen. „Gleichzeitig geht mit 2 Prozent nur ein geringer Anteil von einer künftig ungünstigeren Ertragslage aus.“

Die aktuelle Ertragslage im Sommer 2024 beurteilen Lebensversicherer laut Ifo-Umfrage etwas schlechter als im Vorjahr: Der Anteil der Lebensversicherer, die die aktuelle Situation als günstig einschätzen, ist um einen Prozentpunkt auf 24 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig ist der Anteil der Versicherer, der von einer ungünstigen Ertragslage berichtet, um einen Prozentpunkt auf 24 Prozent gestiegen.

Kein Schaden- und Unfallversicherer geht von schlechteren Erträgen aus

Der richtig große Umschwung kommt aber bei den Schaden- und Unfallversicherern. Denn die sind viel optimistischer als in der Vorjahresbefragung. „Hier berichtet kein einziges Unternehmen von einer erwarteten Verschlechterung. Im Vorjahr waren es noch 10 Prozent“, sagt Asmussen. „Mit 78 Prozent nach 53 Prozent im Vorjahr erwartet der Großteil der Unternehmen in Zeiten einer sich normalisierenden Inflation eine verbesserte Ertragsentwicklung.“

Der Blick auf die aktuelle Ertragslage ist zurückhaltender: Nachdem sich die Einschätzung der Schaden- und Unfallversicherer erholt hatte, hat sie sich diesen Sommer wieder eingetrübt.

Vor allem der Anteil der Unternehmen, die von einer ungünstigeren Ertragslage berichten, ist von zuvor 17 Prozent auf aktuell 46 Prozent deutlich gestiegen. Gleichzeitig ist die Zahl der Unternehmen mit einer günstigen Ertragslage um 6 Prozentpunkte auf 13 Prozent zurückgegangen.

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Autorin

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Von Juli 2024 bis Dezember 2025 war sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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