Justinian Versicherung

Trade Republic will auch Versicherungen anbieten

Es soll offenbar nicht beim Altersvorsorgedepot bleiben, auch Lebensversicherungen und Fondspolicen sollen her. Die Neobank Trade Republic hat in Liechtenstein einen Versicherer gegründet. Damit könnte sie künftig die gesamte geförderte Altersvorsorge beackern.
Malerisches Liechtenstein: In der Hauptstadt Vaduz hat Trade Republic einen Versicherer gegründet
© Makalu / Pixabay.com
Malerisches Liechtenstein: In der Hauptstadt Vaduz hat Trade Republic einen Versicherer gegründet

Auf zu neuen Ufern: Die Neobank Trade Republic hat eine Versicherungstochter in Liechtenstein gegründet. Die Justinian Versicherungs AG gilt als Versicherungsunternehmen nach dem liechtensteinischen Versicherungsaufsichtsgesetz. Wie die dortige Versicherungsaufsicht mitteilt, darf die Justinian die Versicherungszweige 1 und 3 betreiben. Sprich: Lebensversicherungen und Fondspolicen. Zuerst berichtete der „Versicherungsmonitor“ darüber.

Trade Republic begann vor elf Jahren zunächst als Online-Broker, über den Kunden eigenmächtig und besonders günstig Wertpapiere handeln konnten. Heute hat es eine Bafin-Lizenz als Vollbank und betreut eigenen Angaben zufolge über 10 Millionen Kunden in 18 Ländern in Europa. Markenbotschafter ist seit Mai der Hollywood-Star Brad Pitt.

Nun also der Einstieg ins Lebensversicherungsgeschäft, das Neobroker ja eigentlich so verachten? Warum? Eine entsprechende Anfrage haben wir Trade Republic vorgelegt, aber noch keine Antworten erhalten. Doch schon jetzt vermuten Marktteilnehmer, dass der Schritt mit der Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge zusammenhängt. Entsprechendes berichten Medien, zum Beispiel die „Wirtschaftswoche“. Doch auch sie bekam noch keine Auskunft von Trade Republic selbst.

Die Vorsorgereform erlaubt zwar neuerdings das geförderte Altersvorsorgedepot. Doch das läuft ohne Garantien und ohne lebenslange Rente, stattdessen mit nachgeschaltetem Auszahlplan. Das entsprechende Gesetz erlaubt jedoch auch Produkte mit Garantien von 80 oder 100 Prozent der eingezahlten Beiträge und/oder lebenslanger Rente. So etwas lässt sich aber mit Neobrokerdepots kaum oder gar nicht darstellen, sondern nur mit Policen und aktuariellem Hintergrund. Und mit der entsprechenden Lizenz. Trade Republic erschließt sich damit das Geschäftsfeld mit besonders vorsichtigen Anlegern.

Während sich Trade Republic dazu jedoch in Schweigen hüllt, kündigte es vor einigen Tagen mit einigem Tamtam die Konditionen fürs Altersvorsorgedepot an. Komplett kostenlos soll es sein, sogar auf die ETFs sollen keine Produktkosten anfallen. Was aber für die neuen Policen aus Liechtenstein höchstwahrscheinlich nicht gilt.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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