Viele haben Pläne und Träume für ihren Ruhestand. Wenn es aber um die finanzielle Planung geht, ist man schnell überfordert. Professionelle Ruhestandsplanung wird aufgrund steigender Lebenserwartung immer wichtiger.
Um sorgenfrei in den Ruhestand zu blicken, braucht es professionelle Ruhestandsplanung. Damit Ihre Kundinnen und Kunden ihr bestes Leben leben können.
Lebensträume verwirklichen, finanzielle Sicherheit stärken: Mit unserer Ruhestandsplanung und hochwertigen Produkten unterstützen Sie Ihre Kundinnen und Kunden optimal – professionell, verlässlich, erfolgreich.
Theo Westarp zeigt im Video, wie man dank guter Beratung und kluger Ruhestandsplanung mehr finanziellen Spielraum für die schönen Dinge hat.
Ein Kunde plant seinen Ruhestand. Die Versorgungslücke ist berechnet, das Vermögen strukturiert, die monatliche Wunschsumme definiert. Reisen sind vorgesehen, vielleicht ein Wohnmobil, mehr Zeit mit der Familie. Finanziell sieht der Plan gut aus.
Nur eine Frage fehlt häufig: Was möchte dieser Mensch mit 70 oder 80 noch tun können?
Genau hier lohnt sich ein Perspektivwechsel. Denn Ruhestandsplanung beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie lange das Vermögen reichen soll. Seltener geht es darum, wie diese zusätzlichen Lebensjahre tatsächlich erlebt werden sollen.
Wer heute seinen Ruhestand plant, rechnet schnell mit 20, 25 oder 30 Jahren. In Finanzmodellen lassen sich solche Zeiträume gut abbilden.
Biologisch funktioniert das anders. Ein 75-Jähriger, der selbstständig lebt, reist, wandert und seine Enkel betreut, hat andere Möglichkeiten als ein Gleichaltriger, dessen körperliche oder mentale Reserven deutlich eingeschränkt sind.
Deshalb wird in der Longevity-Forschung nicht nur über Lebensdauer gesprochen, sondern über Healthspan: jene Lebensspanne, in der Menschen möglichst gesund, selbstständig und funktionell leistungsfähig bleiben.
Für die Ruhestandsberatung ist dieser Gedanke relevant. Denn ein finanziell gut abgesicherter Ruhestand entfaltet seinen Wert erst dann vollständig, wenn der Mensch ihn auch gestalten kann.
Als Denkmodell kann es helfen, zwei Konten gegenüberzustellen.
Das erste kennen wir gut: das Finanzkonto. Darauf zahlen Menschen über viele Jahre ein. Sie bilden Rücklagen, investieren, diversifizieren Risiken und bauen Reserven für später auf.
Das zweite könnte man als Gesundheitskonto bezeichnen. Natürlich lässt sich Gesundheit nicht in Euro messen. Die Metapher beschreibt vielmehr unsere körperlichen und mentalen Reserven: Beweglichkeit, Kraft, Erholungsfähigkeit, kognitive Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit.
Auf dem Finanzkonto sehen wir, wenn die Reserven kleiner werden. Beim Gesundheitskonto merken wir es häufig erst, wenn bereits etwas nicht mehr funktioniert.
Dabei folgen beide Konten zumindest einem ähnlichen Grundprinzip: Kleine Entscheidungen über viele Jahre können einen großen Unterschied machen.
Beim Vermögen nennen wir das langfristigen Vermögensaufbau. Bei der Gesundheit bestehen solche „Einzahlungen“ etwa aus Bewegung, Schlaf, Regeneration, Ernährung, sozialen Beziehungen und einem vernünftigen Umgang mit dauerhafter Belastung.
Es bedeutet ausdrücklich nicht, dass Vermittler zu Gesundheitsberatern werden sollen. Aber Gesundheit kann Teil der langfristigen Lebensplanung sein – genauso wie Wohnen, Familie, Reisen oder Vermögensübertragung.
Neben der klassischen Frage „Wie viel Geld möchten Sie im Ruhestand monatlich zur Verfügung haben?“ könnte deshalb eine andere Frage davorstehen:
Was möchten Sie mit 70 oder 80 noch tun können?
Die Antworten sind sehr unterschiedlich: reisen, mit den Enkeln unterwegs sein, im eigenen Haus leben, wandern, Golf spielen, weiterarbeiten oder einfach unabhängig bleiben.
Solche Antworten machen Altersvorsorge konkreter. Aus einer abstrakten Versorgungslücke wird ein persönliches Lebensziel.
Und sie eröffnen eine zweite Perspektive: Was passiert, wenn gesundheitliche Einschränkungen früher eintreten als gedacht? Welche Wünsche würden dadurch teurer, schwieriger oder unmöglich? Welche finanziellen Reserven wären dann besonders wichtig?
Gesundheit wird damit nicht zum Beratungsprodukt. Sie wird zum Kontext, in dem finanzielle Vorsorge ihren eigentlichen Zweck erfüllen soll.
Die aktuelle Longevity-Debatte wird häufig auf spektakuläre Themen reduziert: Anti-Aging, biologische Altersmessungen oder die Frage, ob Menschen künftig 100 oder sogar 120 Jahre alt werden können.
Für die Beratungspraxis ist eine andere Frage wichtiger: Wie viele dieser Jahre können Menschen tatsächlich selbstbestimmt nutzen?
Damit verbindet sich finanzielle Vorsorge unmittelbar mit Lebensqualität. Vielleicht sollte das Ziel deshalb nicht nur lauten, 30 Jahre Ruhestand zu finanzieren, sondern möglichst viele dieser Jahre auch aktiv gestalten zu können.
Gute Ruhestandsberatung bleibt Finanz- und Vorsorgeberatung. Aber vielleicht beginnt sie künftig eine Frage früher. Nicht nur: „Wie viel Geld möchten Sie mit 70 haben?“
Sondern: „Wie möchten Sie mit 70 leben?“
Wer diese Frage beantwortet, weiß sehr viel besser, wofür er eigentlich vorsorgt.
Dr. Josef Scheiber ist promovierter Pharmazeut und Bioinformatiker. Nach wissenschaftlichen und leitenden Stationen bei Novartis und Roche beschäftigt er sich heute mit personalisierter Prävention, Regeneration und Longevity. Mit ich.center arbeitet er daran, komplexe Gesundheitsdaten und biologische Zusammenhänge in verständliche Modelle für konkrete Entscheidungen zu übersetzen.
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