Pfefferminzia: Herr Wielgus, Sie sind erst seit kurzer Zeit freier Vermögensverwalter. Wie kam es zum Schritt vom angestellten Vermögensverwalter in die Selbstständigkeit?
Christian Wielgus: Das ist eine gute Frage. Ich bin seit 19 Jahren im Finanzbereich tätig und arbeitete zuletzt in leitender Funktion bei einer renommierten Hamburger Vermögensverwaltung. Allerdings gab es dort – wie auch bei meinen vorherigen Stationen – gewisse interne Strukturen, die eine Handlung im Sinne des Kunden nicht immer möglich machten. Daher habe ich mich nach zwölf Jahren in der Vermögensverwaltung entschlossen, meine eigene Firma zu gründen – die Christian Wielgus GmbH –, um fortan mit den Kunden gemeinsam Geld zu verdienen – und nicht auf Kosten der Kunden. Für meine Loyalität gegenüber den Kunden stehe ich also mit meinem Namen.
Schildern Sie doch bitte mal Ihr Geschäftsmodell.
Wielgus: An allererster Stelle steht für meine Kunden und mich der gelebte Leitsatz: Ergebnisse liefern! Das bedeutet, mit gutem Beispiel voranzugehen und das selbst umzusetzen, was man auch den Kunden empfiehlt. Viele Kollegen in unserer Branche predigen Wasser und trinken Wein. Der Ehrenkodex meiner Mitgliedschaft als „Ehrbarer Kaufmann zu Hamburg“ lässt in meinem Verständnis nur eine moralische und ethisch einwandfreie gelebte Beratung zu. Als Finanzexperte decke ich persönlich den Investmentbereich ab, bedeutet konkret eine ganzheitliche, gesellschaftsunabhängige Konzepterstellung sowie die Gestaltung und Überwachung der Investmentportfolios sowie ausgewählte Sachwertportfolios. Im Bereich des Versicherungsgeschäfts arbeite ich mit Partnern zusammen, die ebenfalls Experten in ihrem Bereich sind. Somit wird der Kunde fair und nachhaltig nach bestem Wissen und Gewissen von Experten in ihrem jeweiligen Bereich optimal und nachhaltig betreut.
Herr Schmidt, Sie haben Herrn Wielgus bei seinem Wechsel in die Selbstständigkeit begleitet. Wie kam es zur Zusammenarbeit?
Peter Schmidt: Der Zufall hat bei unserem Kennenlernen eine gewisse Rolle gespielt. Herr Wielgus hatte sich online eine Fachbroschüre von mir bestellt, in der es um die Phasen eines Bestandskaufes geht. Das hat, wie er mir später erzählte, seine Neugier auf meine Dienstleistungen sowie den Menschen dahinter geweckt. Und so haben wir uns dann kennengelernt und sind mittlerweile im regelmäßigen Kontakt auch über den aktuellen Beratungsanlass hinaus.
Wie kann man sich solch eine Strategieberatung vorstellen?
Schmidt: Ich schildere es kurz und etwas pauschal, da natürlich jeder Beratungsanlass anders aussieht. Zunächst sichte ich die Ausgangslage. Das passiert meist durch Analyse von Geschäftszahlen, Auftritt der zu beratenden Firma im Internet, Sichtung des Maklervertrages und öffentlich zugänglichen Daten. Dann gibt es häufig einen Vor-Ort-Termin, bei dem ich den Workflow des Unternehmens unter die Lupe nehme. Der nächste Schritt ist ein Gespräch zu den vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen und Maßnahmen und deren Umsetzung. Im Anschluss an die Beratung gibt es nicht selten noch eine längere Phase des Telefon-Coachings, damit die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen durch den Makler auch erfolgreich verläuft.
Herr Wielgus, Sie haben sich für ein sogenanntes anorganisches Wachstum für Ihre Firma entschieden. Sie wollen also Bestände anderer Makler und Finanzexperten kaufen. Wie sind da Ihre Erfahrungen?
Wielgus: Da habe ich mit der Hilfe von Herrn Schmidt sehr gute Erfahrungen machen dürfen. Er half mir kürzlich sehr kompetent und menschlich auf Augenhöhe, einen Bestand in Form einer GmbH mit einem verwalteten Vermögen in zweistelliger Millionenhöhe als Share-Deal zu kaufen. Während des gesamten Analyseprozesses, der daraus abgeleiteten Maßnahmen und Handlungsempfehlungen bis hin zur Umsetzung hat mich Herr Schmidt dabei begleitet. Sein Fachwissen rund um das Thema Bestandskauf und -verkauf sowie eine angenehme menschliche Zusammenarbeit haben hier eine schöne Symbiose ergeben. Herrn Schmidt habe ich somit diesen erfolgreichen GmbH-Kauf maßgeblich mit zu verdanken. Nach wie vor bin ich allerdings an weiteren Bestandskäufen bundesweit interessiert und sichere jedem einzelnen Maklerkollegen die optimale Fortführung seines Lebenswerks mit hochzufriedenen Kunden zu.
Herr Schmidt, wie konnten Sie Herrn Wielgus beim Check der Kaufbestände unterstützen?
Schmidt: Wir gehen da wie bei einer Beratung des Maklers selbst vor. Erstmal prüfen wir die Aktenlage und werfen einen tiefen Blick in den Bestand selbst. Die Analyse der Produktpartner, der Bestandszusammensetzung und – wenn möglich – in die Struktur der verkauften Produkte gibt meist schon wichtige Erkenntnisse. Dazu schauen wir uns Basics wie Firmenstruktur, Maklerverträge und die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen genauer an. Ziel des Ganzen ist das Erkennen von Stärken, Schwächen und Risiken im Kaufobjekt für den Käufer. Wenn wir während der Beratungen zum Kauf eines Maklerbestandes oder einer Maklerfirma sowie der Tiefenprüfung des Bestandes bei einem Makler nach Paragraf 34d der Gewerbeordnung den Verkauf von geschlossenen Fonds oder ähnlichem entdecken, dann kann sich der Käufer dementsprechend bei den Kaufverhandlungen einlassen.
Diese Strategieberatung durch den Unternehmensberater hat Ihnen das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, gefördert. War das kompliziert, Herr Wielgus?
Wielgus: Nein, es war zu meinem Erstaunen sogar kinderleicht. Die Inanspruchnahme der Dienstleistung von Herrn Schmidt ist als zertifizierter Partner der BAFA förderungsfähig und die Antragstellung, Bearbeitung als auch Auszahlung durch die BAFA geht einfach und zeitnah vonstatten.
Kann jeder, der sich Berater nennt, auch ein BAFA-Berater sein, Herr Schmidt?
Schmidt: Nein, so einfach ist das nicht, denn das BAFA achtet schon sehr akribisch auf das Wissen der registrierten Vermittler. So ist der Nachweis zur fachlichen Befähigung, der Zuverlässigkeit und einer ordnungsgemäßen Geschäftsführung zu erbringen. Besonders der Nachweis des Qualitätsmanagements, eines sogenannten QM-Systems, bereitet dabei so manchem Berater Probleme. Das muss von Beginn bis zum Schluss der Beratung nach den Richtlinien der BAFA gewährleistet sein. Aber der Aufwand lohnt sich, wenn Makler dann für die Beratung zu wichtigen Fragen der Unternehmensführung einen Zuschuss aus nationalen oder EU-Fördermitteln bekommen.
Herr Wielgus, Sie geben unter anderem auf Youtube regelmäßig Interviews zu Finanzthemen. Wie kam es denn dazu?
Wielgus: Durch einen Artikel über meine Person im „Focus“ zum Titelthema „Sparen und Investieren“ kamen diverse Anfragen zu Interviews unter anderem auch durch einige größere Youtube-Kanäle im Bereich Finanzen und Börse. Mittlerweile sind mehrere dieser Interviews abgedreht und kommen nach und nach raus, unter anderem für Mission Money, wo Größen wie Dirk Müller (Mr. Dax) und Gerd Kommer (ETF-Experte) ihr Wissen regelmäßig teilen. Es geht mir persönlich in diesen Interviews darum, Mehrwerte und Denkimpulse für die Zuschauer zu geben und Menschen Wissen zu vermitteln und Mut zuzusprechen, den finanziellen Weg für sich erfolgreich zu bestreiten und die beste Version Ihrer selbst zu werden, immer mit der nötigen Portion Dankbarkeit und Demut.
Wie ist das für Sie als erfahrener Gestalter im Versicherungsmarkt, Herr Schmidt, mit einem jungen Vermögensverwalter wie Herrn Wielgus zusammenzuarbeiten? Was geht einem da durch den Kopf?
Wielgus: Positives. Ich freue mich über jeden jungen Menschen, der sich engagiert der Herausforderung eines Vermögensverwalters oder Maklers in der Gegenwart stellt und so auch die Zukunft der weitgehend unabhängigen Beratung der Kunden zu Versicherungen und Finanzen sichern will. Ich bin ein großer Befürworter dieser von Versicherern oder Banken unabhängigen Beratung für den mündigen Kunden. Deshalb bemühe ich mich auch, die Beratung breiter anzulegen und nicht nur punktuell bestimmte Tools zu empfehlen. So verstehe ich auch generell mein Coaching eher als nachhaltige Unterstützung für meine Mandaten unter Maklern oder Versicherern denn als kurzfristige Impulse für ein Power-Selling, das nach wenigen Monaten zusammenbricht.
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