Deutschland steht im Jahr 2026 vor einer dynamischen digitalen Landschaft: Die weiterhin fortschreitende Digitalisierung von Geschäftsmodellen, Produktionsprozessen und Lieferketten erhöht die Abhängigkeit von funktionierenden IT-Systemen erheblich. Gleichzeitig nehmen Cyberangriffe weiter zu, werden professioneller organisiert und großflächiger. In diesem Umfeld ist Cybersicherheit längst kein reines technisches Thema mehr, sondern eine unternehmerische Kernaufgabe mit strategischer Relevanz. Parallel dazu wandelt sich der Markt für Cyberversicherungen grundlegend: Er entwickelt sich von einer reinen Absicherung gegen finanzielle Schäden hin zu einem aktiven Bestandteil betrieblicher Resilienz.
Im Jahr 2026 bleibt Cybersicherheit eines der drängendsten Unternehmensrisiken. Laut dem Allianz Risk Barometer 2026 stehen Cybervorfälle zum fünften Jahr in Folge an der Spitze der wirtschaftlichen Risiken, vor Betriebsunterbrechungen und Risiken ausgehend von Künstlicher Intelligenz.
In den vergangenen Jahren haben viele Organisationen hinsichtlich ihrer IT-Sicherheit technisch aufgerüstet: Firewalls, Monitoring-Systeme, Zero-Trust-Konzepte und Netzwerksegmentierung werden immer häufiger eingesetzt. Doch die Praxis zeigt: IT-Sicherheit scheitert eben nicht nur an mangelnder Technologie, sondern auch am menschlichen Faktor. Phishing-Mails werden geöffnet, Passwörter wiederverwendet, Richtlinien umgangen, Sicherheits-Updates aufgeschoben – Muster, die Cyberforensiker von Perseus im Notfallmanagement täglich sehen.
Diese Einschätzung deckt sich mit dem BSI-Lagebericht zur IT-Sicherheitslage 2025. Viele Unternehmen setzen grundlegende organisatorische Schutzmaßnahmen weiterhin nicht konsequent um. Dadurch werden komplexe IT-Infrastrukturen durch vergleichsweise einfache Fehler angreifbar. Besonders betroffen ist der Mittelstand, wo kleine und mittlere Unternehmen im Durchschnitt nur die Hälfte der grundlegenden IT-Sicherheitsanforderungen erfüllen (BSI 2025). Es ist davon auszugehen, dass auch 2026 der menschliche Faktor einer der entscheidenden Treiber für erfolgreiche Cyberangriffe bleibt – mit unmittelbaren Folgen für Schadenhöhen und Betriebsunterbrechungen, welche wiederum Auswirkungen auf den Cyberversicherungsmarkt haben.
Künstliche Intelligenz verändert die Cyberbedrohungslage dabei vor allem quantitativ. Angriffe werden schneller, skalierbarer und zielgerichteter. Phishing-Kampagnen lassen sich automatisiert personalisieren, Schwachstellen systematischer identifizieren.
Der Threat Landscape Report der ENISA bestätigt diese Entwicklung: KI verstärkt vor allem bekannte Angriffsmethoden. Bereits Anfang 2025 machten KI-gestützte Phishing-Kampagnen weltweit mehr als 80 Prozent aller beobachteten Social-Engineering-Angriffe aus. Angreifer nutzten dabei unter anderem manipulierte KI-Modelle und künstlich erzeugte Inhalte, um ihre Angriffe glaubwürdiger und wirksamer zu machen (ENISA 2025).
Dies hat Auswirkungen auf den Cyberversicherungsmarkt: Nach einer Phase des Wachstums und hoher Schadenvolatilität hat sich der Markt zwar spürbar professionalisiert, steht jedoch weiterhin unter erheblichem Wettbewerbs- und Kostendruck. Präzisere Prämienmodelle, strengere Underwriting-Kriterien und definierte Mindestanforderungen an die IT-Sicherheit haben die Resilienz vieler Versicherungsnehmer erhöht, gleichzeitig erschweren Schadenfrequenzen und ein zunehmender Preiskampf die nachhaltige Rentabilität.
In der Folge zeigt sich, dass professionelle Prävention und Reaktionsfähigkeit an Bedeutung gewinnen. Versicherer beobachten, dass Unternehmen mit etablierten Erkennungs- und Incident-Response-Strukturen Schäden schneller eindämmen und potenziell größere Schadensereignisse reduzieren können (Allianz 2026).
Die Cyberversicherung entwickelt sich damit zunehmend von der reinen Schadenabsicherung zu einem integralen Bestandteil eines ganzheitlichen Risikomanagements, bei dem Prävention, organisatorische Reife und Versicherungsschutz eng miteinander verzahnt sind.
Gerade für kleine und mittlere Unternehmen gewinnt dieser Ansatz besondere Bedeutung. Sie sind stark von Cyberrisiken betroffen, verfügen jedoch häufig nicht über die Ressourcen, um umfassende Sicherheitsstrukturen selbst aufzubauen. Eine kontinuierliche Risikobewertung der IT-Infrastruktur, die durch interne und externe Prüfungen erfolgt, ist wichtig, um Maßnahmen zu überprüfen und Optimierungspotenziale aufzuzeigen.
Cyberversicherungen übernehmen hier zunehmend eine Brückenfunktion. Sie verbinden in Zusammenarbeit mit IT-Sicherheitsdienstleistern wie Perseus Risikobewertung, Prävention, operative Notfallhilfe und finanziellen Schutz zu einem integrierten Ansatz. Damit entwickeln sie sich zu strategischen Risikomanagement-Partnern und nicht mehr nur zu reinen Schadenregulierern. Die Präventionsmaßnahmen greifen so ineinander und sind auf den Hauptzweck der Schadenreduktion ausgerichtet. Das kommt sowohl den Unternehmen als auch den Versicherern zugute.
Die Entwicklungen bis 2026 zeigen, dass Cyberrisiken für Unternehmen in Deutschland dauerhaft auf einem hohen Niveau bleiben. Technologische Aufrüstung allein hat die Verwundbarkeit nicht grundlegend reduziert. Vielmehr treten organisatorische Defizite, menschliche Fehler und unzureichende Reaktionsfähigkeit zunehmend als zentrale Risikotreiber in den Vordergrund. Künstliche Intelligenz verstärkt diese Dynamik, ohne die Ursachen erfolgreicher Angriffe grundsätzlich zu verändern.
Parallel dazu verändert sich der Cyberversicherungsmarkt. Angesichts der hohen Angriffsdichte verschiebt sich der Fokus von der reinen Schadenregulierung hin zu präventiven Ansätzen. Versicherbarkeit wird stärker an nachweisbare Sicherheits- und Reaktionsstrukturen gekoppelt. Unternehmen mit etablierten Incident-Response- und Krisenmanagementprozessen profitieren von geringeren Schadenfolgen und besseren Marktbedingungen.
Für den Mittelstand gewinnt diese Entwicklung besondere Relevanz. Cyberversicherungen übernehmen zunehmend eine vermittelnde Rolle zwischen begrenzten internen Ressourcen und professionellen Sicherheits- und Notfallstrukturen. Der Ausblick auf 2026 deutet darauf hin, dass sich diese Integration weiter vertieft. Die Cyberversicherung etabliert sich damit als Bestandteil des unternehmerischen Risikomanagements – nicht als Ersatz für Sicherheit, sondern als Bestandteil struktureller Resilienz.
Sören Brokamp ist Geschäftsführer der Perseus Technologies. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Cyberversicherung und Cybersicherheitsbranche. Zuvor leitete er das Produktmanagement und Underwriting Cyber bei der HDI Versicherung und war dort maßgeblich an der Entwicklung und Skalierung innovativer Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen beteiligt.
Perseus Technologies hat es sich zur Aufgabe gemacht, Cyberrisiken für seine Partner und Kunden beherrschbar zu machen. Gegründet 2017 in Berlin, hat es sich zum Anbieter von Lösungen gegen Cyberbedrohungen entwickelt und ist heute Bestandteil vieler Versicherungspolicen auf dem deutschen Markt.
Das Cybersicherheits-Angebot von Perseus umfasst technische und organisatorische Risikoprüfung, Cyberpräventions-Angebot (inklusive Online-Trainings für Mitarbeitende und automatisierte Phishing-Simulationen) sowie 24/7-Cyber-Notfallhilfe.
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