Der Fachkräftemangel ist kein neues Phänomen, auch nicht in Deutschland. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung auf einer ihrer Webseiten mehrere Berufsgruppen aufgeführt, für die sie gerne ausländische Fachkräfte, kurz Expats, anwerben möchte.
Welche Berufe in welchen Branchen dazugehören, hat die Bundesregierung auf einer Webseite veröffentlicht, die wir in der folgenden Bilderstrecke wiedergeben. Warum Expats für Makler eine spannende Zielgruppe sind, lesen Sie hier und in diesem Interview.
Noch mehr Informationen zu möglichen Berufen für Expatriats in Deutschland finden Sie hier.

Im Jahr 2024 waren rund 64.000 ausländische Ärztinnen und Ärzte in Deutschland tätig. Etwa 36.000 von ihnen stammten aus Nicht-EU-Ländern. Wer in Deutschland als Arzt arbeiten möchte, benötigt eine sogenannte Approbation – also die staatliche Zulassung, um den Beruf auszuüben. Diese wird erteilt, wenn die absolvierte medizinische Ausbildung als gleichwertig mit der deutschen Ausbildung anerkannt wird. Zuständig dafür sind die Approbationsbehörden der einzelnen Bundesländer. Zusätzlich bietet auch die Bundesärztekammer umfassende Informationen für Interessierte.

Der deutsche Mittelstand zählt rund eine Million Handwerksbetriebe. Hier waren im Jahr 2024 etwa 5,4 Millionen Menschen beschäftigt. Diese Unternehmen sind in unterschiedlichen Branchen aktiv – unter anderem im Bau- und Ausbaugewerbe, in der Metall- und Elektrotechnik, im Lebensmittelhandwerk, in der Textil-, Bekleidungs- und Lederverarbeitung sowie in der Holz- und Kunststoffbearbeitung. Besonders im Bauhandwerk besteht laut Bundesregierung ein hoher Bedarf an Fachkräften. Gesucht werden unter anderem Beton- und Stahlbauer, Gleisbauer sowie Maurer. Auch in anderen Gewerken werden qualifizierte Fachkräfte dringend gebraucht – beispielsweise Klempner, Anlagemechaniker, Bodenleger, Gebäudereiniger und KFZ-Mechatroniker.

Im Zuge von Industrie 4.0, also wenn Firmen ihre Maschinen und Prozessen mit IT-Systemen digital vernetzen, steigt in deutschen Unternehmen der Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren. Laut Schätzungen der Bundesregierung setzen bereits mehr als 60 Prozent der Betriebe auf solche modernen Technologien. Besonders gefragt ist technisches Fachpersonal in Bereichen wie Automatisierungstechnik, Bauplanung und Architektur, der Automobilindustrie, den erneuerbaren Energien und dem Umweltschutz – ebenso wie im Feld der künstlichen Intelligenz.

Der deutsche IT-Mittelstand erwirtschaftet jährlich rund 84 Milliarden Euro. Dennoch blieben im Jahr 2023 laut Angaben der Bundesregierung etwa 149.000 IT-Stellen unbesetzt. Besonders stark gefragt sind Fachkräfte in der Software-Entwicklung, der Betreuung von Hard- und Softwareanwendungen wie SAP oder SharePoint sowie in den Bereichen IT-Sicherheit und Data Science – also Spezialisten, die in der Lage sind, große Datenmengen systematisch auszuwerten.

Für Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler gibt es in Deutschland vielfältige berufliche Perspektiven. Neben klassischen Tätigkeiten in Forschung und Lehre sind auch Positionen im Management oder in der Unternehmensführung möglich. Derzeit suchen verschiedene Branchen gezielt nach internationalen Fachkräften – darunter die Chemieindustrie, Forschung und Entwicklung, die Pharma-Branche, Finanzanalyse, Architektur und Ingenieurwesen sowie die Energie- und Elektrotechnik. Auch eine Promotion kann ein Einstieg sein: Ausländische Fachkräfte können während ihrer Doktorarbeit in Deutschland arbeiten und sich dabei durch Stipendien von Universitäten oder Forschungseinrichtungen finanziell unterstützen lassen.

In Deutschland arbeiten laut der Bundesregierung rund 1,7 Millionen Menschen im Pflegebereich in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Rund 16 Prozent von ihnen haben eine ausländische Staatsangehörigkeit. Aktuell sind in der Pflegebranche nahezu 35.000 Stellen unbesetzt. Internationale Fachkräfte, die in Deutschland als Pflegekraft arbeiten möchten, benötigen unter anderem Deutschkenntnisse mindestens auf B2-Niveau. Außerdem können sie ihre im Ausland erworbene Qualifikation als Pflegefachkraft in Deutschland anerkennen lassen.

Im Jahr 2021 waren in Deutschland rund 480.000 Menschen als Berufskraftfahrerinnen und -fahrer tätig. Im Jahr 2022 arbeiteten zudem etwa 37.600 Personen als Lokführer. Wer in Deutschland als Berufskraftfahrer arbeiten möchte, benötigt eine Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D oder DE – ausgestellt in einem EU- oder EWR-Staat. Zusätzlich ist der Nachweis einer EU- bzw. EWR-Grundqualifikation erforderlich, um gewerbliche Fahrzeuge in diesen Klassen führen zu dürfen. Auch Lokführerinnen und Lokführer sowie Fachkräfte in der Schifffahrt gelten laut Bundesregierung als potenzielle Einsatzbereiche für Expats.
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