Studie von Swiss Life

Warum die Gen Z so gestresst ist – und welche Folgen das hat

Stress ist in Deutschland offenbar Alltag. So geben in einer Umfrage 82 Prozent aller Deutschen an, unter stressbedingten Beschwerden zu leiden. Auffällig dabei: Die jungen Leute der Generation Z sind doppelt so gestresst wie etwa die Babyboomer. Woran das liegt.
Junge Frau mit Brille, die gestresst am Schreibtisch sitzt, umgeben von anderen Schülern.
© The Yuri Arcurs Collection/Freepik
Gestresste junge Frau am Arbeitsplatz: Insbesondere die jungen Generationen leiden unter Stress.

Junge Menschen in Deutschland sind besonders gestresst. Das hat eine Umfrage von Yougov unter 2.004 Personen im Auftrag von Swiss Life ergeben. Danach leiden 48 Prozent der Generation Z und 45 Prozent der Millennials unter hohem Stress. Bei der Generation X sind es 39 Prozent. Bei den Babyboomern nur 20 Prozent.

Das hat auch körperliche Folgen: So litten 82 Prozent aller Befragten in den vergangenen drei Monaten unter mindestens einer stressbedingten Beschwerde.

Dazu zählen:

  • Kopfschmerzen (55 Prozent)
  • Schlafstörungen (48 Prozent) oder
  • innere Unruhe (47 Prozent).

Haupt-Stressoren sind Leistungsdruck (40 Prozent), Überforderung (39 Prozent) sowie Zeitdruck und Überstunden (39 Prozent). Das geben Erwerbstätige, Auszubildende und Studierende an.

Hilfe leistet bei diesem Stressempfinden das Homeoffice, das geben 73 Prozent der Befragten an, die Homeoffice nutzen können. Vor allem Gen Z und Millennials schätzen den entfallenden Arbeitsweg (25 Prozent), die bessere Work-Life-Balance (23 Prozent) und die ruhigere Arbeitsumgebung (17 Prozent).

Generation X und Babyboomer kritisieren dagegen die ständige Erreichbarkeit (44 Prozent), gefolgt von zu viel Arbeit (17 Prozent) und dem zunehmenden Arbeitsdruck (16 Prozent).

„Dass viele Menschen trotz technologischem Fortschritt und Homeoffice über hohe Stressbelastung klagen, ist ein Warnsignal“, sagt Dirk von der Crone, Geschäftsführer Swiss Life Deutschland. „Vor allem psychische und physische Beschwerden werden hierbei häufig unterschätzt. Diese sollten unbedingt ernst genommen werden, um nicht langfristig zu erkranken oder gar eine Berufsunfähigkeit zu riskieren.“

Potenzial von betrieblicher Stressprävention

Bieten denn Arbeitgeber ausreichend Möglichkeiten zur Stressprävention an? Offenbar nicht, denn nur 20 Prozent der Erwerbstätigen fühlen sich über solche Angebote durch ihren Arbeitgeber gut informiert. 23 Prozent geben an, dass ihr Arbeitgeber keinerlei entsprechende Angebote bereitstellt.

Wo Angebote existieren, beschränken sich diese laut Befragten meist auf flexible Arbeitszeiten (35 Prozent) und Homeoffice-Regelungen (31 Prozent). Nur 12 Prozent der Befragten können Mental-Health-Programme nutzen, lediglich 11 Prozent haben Zugang zu psychologischer Beratung. Als sinnvollste Maßnahmen bewerten die Befragten flexible Arbeitszeiten (79 Prozent) und ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze (75 Prozent).

Welches Potenzial hier noch schlummert, können Sie auch in unserem neuen eMagazin zum Thema „Betriebliche Konzepte“ lesen.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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