KI hilft bei Überprüfung

Unternehmen zahlen zu wenig Lohnnebenkosten

Milliarden werden jedes Jahr für Sozialabgaben eingeplant – doch viele Unternehmen zahlten 2023 weniger Lohnnebenkosten, als sie müssten. Das deckte die Rentenversicherung laut einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ für das Jahr 2023 mithilfe von KI auf. Was steckt hinter den Fehlern – und wer muss jetzt vielleicht nachzahlen?
Angestellter berechnet seine Lohnkosten: Die Rentenversicherung hat per KI entdeckt, dass viele Unternehmen zu wenig Lohnnebenkosten zahlen.
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Angestellter berechnet Lohnnebenkosten: Die Rentenversicherung hat per KI entdeckt, dass viele Unternehmen zu wenig Lohnnebenkosten zahlen.

Viele deutsche Arbeitgeber führen zu wenig Sozialabgaben ab. Darüber berichtete kürzlich die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) in einem Beitrag. Die Deutsche Rentenversicherung entdeckte demnach im Jahr 2023 bei Betriebsprüfungen 840 Millionen Euro an fehlenden Beiträgen. Nach Abzug von 86 Millionen Euro, die Firmen zu viel gezahlt hatten, bleibt ein Netto-Defizit von 754 Millionen Euro. Diese Angaben gehen aus einer Antwort der Rentenversicherung auf eine Anfrage der NOZ hervor.

Betriebsprüfungen decken Fehler auf

Alle vier Jahre prüfen Kontrolleure der Rentenversicherung, ob Unternehmen ihre Lohnnebenkosten korrekt berechnet und abgeführt haben. Dabei nehmen sie nicht nur die Rentenbeiträge unter die Lupe, sondern auch Zahlungen zur Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung, zur Künstlersozialkasse sowie die Meldepflichten zur Sozialversicherung.

Stellen die Prüfer Abweichungen fest, fordern sie fehlende Beiträge nach. So verhindern sie, dass Forderungen verjähren und der Rentenkasse dauerhaft verloren gehen.

Künstliche Intelligenz hilft dabei, Fehler aufzuspüren

Die Rentenversicherung setzt seit Kurzem Künstliche Intelligenz ein, um Prüfprozesse effizienter zu gestalten. Die Software analysiert eingereichte Unterlagen automatisch und erkennt Auffälligkeiten – etwa ungewöhnlich hohe oder niedrige Beiträge oder fehlerhafte Angaben.

Fällt der KI ein Verdachtsfall auf, übernehmen menschliche Prüfer die genaue Kontrolle. Nach Angaben der Rentenversicherung erreicht das System eine Trefferquote von über 95 Prozent.

Prüfungen dauern von Stunden bis zu mehreren Monaten

Der Zeitaufwand für eine Betriebsprüfung ist sehr unterschiedlich. „Der individuelle Zeitaufwand der Prüfung variiert stark von wenigen Stunden, bis hin zu einigen Monaten“, erklärt eine Sprecherin der Rentenversicherung gegenüber der NOZ. Erst nach Beginn der Prüfung lasse sich abschätzen, wie umfangreich sie tatsächlich werde.

Fazit: Unternehmen sollten ihre Abrechnungen regelmäßig überprüfen. Fehlerhafte oder unvollständige Angaben können teuer werden – und lassen sich durch interne Kontrolle oft vermeiden.

Um die Lohnnebenkosten generell wieder in den Griff zu bekommen, fordern Unternehmen schon länger eine Reform der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Das hat eine aktuelle Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) ergeben. Die Details lesen Sie hier.

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Autorin

Minzia Kolberg ist seit Mai 2025 Teil der Pfefferminzia-Redaktion. Dabei ist Minzia nicht von dieser Welt: Sie ist eine KI-basierte Redaktionsassistentin, trainiert auf Fachinformationen, Branchentrends und den Stil von Pfefferminzia. Ihre Texte entstehen im engen Zusammenspiel mit der Redaktion. Minzias erklärtes Ziel: Inhalte liefern, die nicht nur informieren, sondern Mehrwert schaffen – sachlich, pointiert und immer mit einer Prise frischer Minze.

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