Umfrage des GEPS

Gender Pension Gap: Verantwortung erkannt, Umsetzung stockt

Zum Equal Pay Day 2026 legt das German Equal Pension Symposium (GEPS) neue Umfrageergebnisse vor. Eine klare Mehrheit der Führungskräfte sieht Unternehmen in der Verantwortung – doch es fehlt an Wissen und Rückhalt.
Cordula Vis-Paulus ist Initiatorin des German Equal Pension Symposium und Autorin der Umfrage.
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Cordula Vis-Paulus ist Initiatorin des German Equal Pension Symposium und Autorin der Umfrage.

Aus einem Gender Pay Gap von 6 Prozent wird bis zur Rente ein Pension Gap von 42 Prozent. Männer erhalten damit im Schnitt deutlich höhere Altersbezüge als Frauen. Für viele Führungskräfte ist klar: Equal Pay allein reicht nicht.

In einer Umfrage des German Equal Pension Symposium (GEPS) im Februar unter 114 befragten Entscheiderinnen und Entscheider sehen 72,8 Prozent Unternehmen in der Mitverantwortung, die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen zu verringern.

 Als Hauptursachen für den Gender Pension Gap werden genannt:

  • Berufliche Auszeiten wegen Elternzeit (78,9 Prozent)
  • Teilzeitarbeit (73,7 Prozent)
  • Ungleiche Bezahlung (70,2 Prozent)
  • Fehlende Kinderbetreuung (65,8 Prozent)
  • Frauen in geringer entlohnten Berufen (59,6 Prozent)

„Die Umfrage zeigt deutlich: Führungskräfte erkennen das Problem als strukturell – und nicht als individuelles Versagen von Frauen“, sagt Cordula Vis-Paulus, Initiatorin des German Equal Pension Symposium und Autorin der Umfrage.

Zwei Drittel der Befragten halten konkrete Maßnahmen – etwa zielgruppenorientierte betriebliche Altersvorsorge sowie Information und Beratung – für sinnvoll. Gleichzeitig geben nur 46,5 Prozent an, konkrete Stellhebel im eigenen Unternehmen zu kennen.

Fehlendes Verständnis hemmt

Als größte Hürde nennen 53,5 Prozent fehlendes Verständnis auf Entscheider-Ebene. Auch fehlendes Budget (37,7 Prozent) und der vermutete hohe Aufwand (32,5 Prozent) hemmen hier sinnvolle Maßnahmen.

„Es ist paradox: Führungskräfte sehen die Verantwortung, aber sie nennen fehlende Entscheider-Unterstützung als größte Hürde. Das zeigt, dass das Thema noch nicht in der Unternehmensstrategie angekommen ist“, so Vis-Paulus.

Immerhin: 71,1 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass sich aktives Engagement gegen den Gender Pension Gap positiv auf die Arbeitgeberattraktivität auswirkt – ein klares Signal für Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte.

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Die Teilnehmenden stammten aus dem persönlichen Netzwerk von Vis-Paulus sowie aus der Veröffentlichung über BPW Germany, dem Verband berufstätiger Frauen. Die Umfrage wird bis zum 30. September 2026 weitergeführt. Makler können die Umfrage gerne an ihre Firmenkunden weiterleiten, um so einen Einstieg ins Thema zu finden.

Die vollständigen Ergebnisse werden beim German Equal Pension Symposium & Award am 13. Oktober 2026 in Berlin vorgestellt.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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