Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist den Deutschen weniger wichtig als Versicherungen für ihr Hab und Gut. Zu diesem Fazit kommt der Versicherer Swiss Life in einer repräsentativen Befragung. Für die Studie hat das Marktforschungsinstitut Yougov im Sommer 2024 Online-Interviews mit 2.112 Menschen geführt.
Auf die Frage, welche Absicherungsprodukte ihnen am wichtigsten seien, nannten …
Erst an vierter Stelle taucht die Berufsunfähigkeitsversicherung mit 23 Prozent der Nennungen auf.
„Das eigene Hab und Gut scheint den Menschen auf den ersten Blick wichtiger zu sein als der Wert der eigenen Arbeitskraft“, so Stefan Holzer, Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland und Leiter Market Management Versicherung.
Dabei kann der Wert der eigenen Arbeitskraft über ein gesamtes Berufsleben gerechnet bei bis zu 2 Millionen Euro liegen“, sagt Holzer.
Vor allem der große Unterschied zwischen Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung gibt dem Experten zu denken. „Eine Haftpflichtversicherung ist wichtig, dennoch sollte die Berufsunfähigkeitsversicherung mindestens den gleichen Stellenwert haben, schließlich sichert sie im Ernstfall den finanziellen Lebensunterhalt ab und somit das Fundament von allem“, so Holzer.
Holzers Fazit: „Wir müssen daher als Branche noch mehr Aufklärungsarbeit leisten, um die Menschen dafür zu sensibilisieren, ihre Arbeitskraft frühzeitig abzusichern.“
Wie es zu einer Berufsunfähigkeit kommen kann, haben viele Befragte auf dem Schirm. Denn 45 Prozent der Umfrageteilnehmer denken, dass psychische Erkrankungen eine der Hauptursachen dafür sein können. Und damit liegen sie durchaus richtig.
„Burn Out oder Depressionen sind mit Abstand der häufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit.“
Das zeigen Holzer zufolge nicht nur Auswertungen von Branchenverbänden, sondern auch Daten aus dem Leistungsbestand der Swiss Life.
Was etwas paradox ist: Vor einer Krebserkrankung fürchten sich die Befragten noch mehr. 47 Prozent der Befragten treibt diese Sorge um, aber nur 9 Prozent fürchten für sich selbst eine Depression.
Lesen Sie auf der zweiten Seite, welche Berufsgruppen besonders depressionsgefährdet sind und in welchem Alter Versicherte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.
Auch bei der Frage, welche Berufe oder Gruppen besonders gefährdet sind, berufsunfähig zu werden, kommt es zu deutlichen Abweichungen vom reellen Risiko.
Das BU-Risiko sollten Versicherte aus Sicht von Holzer unabhängig vom ausgeübten Beruf beziehungsweise von Ausbildung oder Studium betrachten. „Zwar weisen die Befragten körperlich anstrengenden Berufstätigkeiten zu Recht ein hohes Risiko einer Berufsunfähigkeit auf“, warnt Holzer.
Aber auch ein vermeintlich gefahrloser Bürojob in akademischen Berufen schütze nicht vor Berufsunfähigkeit, wie die Zahlen steigender psychischer Erkrankungen in dieser Gruppe belegen. „Auch bei Schülern, Auszubildenden und Studierenden haben seit der Corona-Pandemie psychische Erkrankungen stark zugenommen“, so Holzer weiter.
Die Befragten, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, wurden zudem gefragt, in welchem Alter sie das getan haben.
„Eine späte Absicherung ist besser als keine“, meint Holzer. Aber nicht nur die Prämien sind dann bereits höher. Auch das Risiko, tatsächlich berufsunfähig zu werden, steige mit den Jahren an.
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