Pfefferminzia: Wie beurteilen Sie die neuen Regelungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung, die seit dem 1. Januar 2017 in Kraft sind?
Hans-Josef Schmitz: Die Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung soll der aktuellen Entwicklung gerecht werden und den tatsächlichen Pflegebedarf besser abbilden. Kernelemente sind der neu eingeführte Pflegebedürftigkeitsbegriff sowie fünf Pflegegrade statt drei Pflegestufen. Die Menschen erhalten jetzt eine etwas bessere und vor allem frühere Versorgung im Pflegefall. Es ist ein richtiger Schritt, reicht aber bei Weitem nicht aus.
Wo liegt das Problem?
Nach wie vor klafft eine große Lücke zwischen den tatsächlichen Ausgaben und den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die private Vorsorge bleibt deshalb genauso wichtig wie vorher. Denn die gesetzliche Absicherung deckt durchschnittlich nur etwa die Hälfte der Kosten. Die Leistungen reichen also nur bis zur Mitte des Monats. Die private Vorsorge sichert die zweite Hälfte und schützt das Vermögen des Versicherten – und gegebenenfalls auch das der Angehörigen. Denn wenn die Betroffenen die Pflegekosten nicht selbst zahlen können, müssen unterhaltspflichtige Angehörige wie die Kinder die Kosten für ihre pflegebedürftigen Eltern übernehmen.
Wie sehen Ihre drei Produkte aus?
VARIO steht für volle Flexibilität. Akut hält wichtige Assistance-Leistungen bereit, wie eine fundierte Beratung durch eine 24-Stunden-Hotline sowie die Kostenerstattungen beispielsweise für Menüservice und Fahrdienste bis 2.500 Euro. Das dritte Produkt ist die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung GEPV (Pflege-Bahr), die mit VARIO kombiniert werden kann.
Welchen Schwerpunkt setzen Sie bei VARIO?
Umfragen zeigen immer wieder, dass sich die meisten Menschen wünschen, möglichst lange im familiären Umfeld betreut zu werden, ohne dabei den Angehörigen zur Last zu fallen. Unser Fokus liegt daher auf der Sicherheit, im Pflegefall zu Hause ein lebenswertes Leben finanzieren zu können. VARIO ist dabei sehr flexibel, ermöglicht Kunden unterschiedliche Einstiege und lässt sich während der Versicherungszeit dem Leben anpassen. Die Kunden entscheiden, welche Pflegegrade sie abdecken möchten und wie hoch jeweils der Betrag sein soll, der ihnen im Leistungsfall zur freien Verfügung ausgezahlt wird.
Was empfehlen Sie den Kunden?
Wir raten zu einer Verdopplung des gesetzlichen Schutzes. Um den steigenden Pflegekosten zu begegnen, erhöht sich das Pflegegeld bis zum 71. Geburtstag alle drei Jahre um 10 Prozent. Des Weiteren können die Kunden etwa zu Beginn des sechsten Versicherungsjahres, bei Geburt eines Kindes und bei Abschluss einer Berufsausbildung ihr Schutzniveau um je 500 Euro aufstocken. Das alles ohne erneute Gesundheitsprüfung. Die Voraussetzung: Der Leistungsfall ist noch nicht eingetreten. Ab Pflegegrad 4 gilt in allen VARIOTarifstufen im Ernstfall eine Beitragsbefreiung. Die Leistungen werden ebenfalls im europäischen Ausland inklusive der Schweiz ausgezahlt.
Welche Zielgruppe sprechen Sie an?
Das Thema Pflege betrifft jede Altersgruppe. Daher bietet AXA für jede Situation und für jedes Budget eine Lösung an. Bei aktuell vorhandener Liquidität der etablierten Berufstätigen etwa kann der Schutz sofort verdoppelt werden. Junge Familien, die sich ein Vermögen durch ein Eigenheim oder Sparverträge inklusive Altersvorsorge aufbauen, können günstiger einsteigen und nach fünf Jahren ohne erneute Gesundheitsprüfung ihre Pflegevorsorge erhöhen. Studenten und Auszubildende können sich bereits für unter 5 Euro die Option auf eine vollwertige Pflegevorsorge sichern. Später, bei besserer Liquidität, kann der Schutz ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden.
Wie sprechen Makler das Thema am besten an?
Im Rahmen einer umfassenden Beratung gehört die Aufklärung über das existenzielle Risiko des Pflegefalls dazu. Dazu schauen sich Makler und Kunde gemeinsam die unterschiedlichen Lebensphasen an. Für dieses Gespräch stellen wir digitale Rechner und digitale sowie haptische Verkaufsunterlagen und -helfer zur Verfügung. Außerdem gibt es viele praktische Tipps im Onlineportal „Pflegewelt von AXA“, die sich Makler und Kunde zusammen anschauen können.

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