Pfefferminzia: Wie ist es bei Ihnen zu einem Umdenken und einer Neuausrichtung gekommen?
Maik Kusch-Nerenz: Ich habe jahrelang Privathaushalte und kleinere Unternehmen beraten. Durch die zahlreichen Regulierungen ist mein Alltag nicht unbedingt leichter geworden und auch die Einnahmesituation erforderte ein Umdenken. In diversen Foren wird viel über die Zukunft der Branche diskutiert und empfohlen, sich zu spezialisieren und mit Kollegen zusammenzuschließen. Das sehe ich inzwischen auch so. Ich bin schließlich beim Thema Ruhestandsplanung fündig geworden und habe bei der Condor eine Weiterbildung absolviert. Dadurch bin ich viel sensibler für die Themen Ruhestand und Altersarmut geworden. Wir haben eine enorme Verantwortung, welche viele Makler noch nicht ernst genug nehmen. Wir sprechen das Thema nicht ausreichend an, weil es unsexy ist. Wer aber, wenn nicht wir, soll für einen würdevollen Ruhestand unserer Kunden sorgen?
Wie beschreiben Sie selbst Ihre Beratungsphilosophie?
Meine Beratungsphilosophie beruht auf den drei Säulen Aufklärung, Planung und Betreuung.
Im ersten Schritt geht es bei der Ruhestandplanung um Aufklärung. Viele haben zum Beispiel noch nie ihre Renteninformation richtig gelesen. Auf einmal erkennen sie den Unterschied zwischen Brutto- und Nettorente und auch die Inflation wird spürbar. Die Aufklärung ist oft für den Kunden mit Schmerz und Emotionen verbunden.
Wenn der Versorgungsbedarf erkannt ist, geht es an die Planung. Hier nutze ich die Finanzplaner-Software von Finanzportal24, welche die Beratungsqualität meiner Meinung nach auf eine höhere Ebene hebt. Der Kunde erlebt dabei mit, wie sein Ruhestand Schritt für Schritt, unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren geplant wird.
Da sich viele Faktoren, wie zum Beispiel Rendite, Inflation, Steuern oder persönliche Umstände ändern, ist die Ruhestandsplanung immer lebensbegleitend. Jedes Jahr sollten sich Berater mit dem Kunden treffen, um eventuell nachzujustieren.
Worauf legen Sie bei einer Ruhestandsplanung für Ihre Kunden am meisten Wert?
Am meisten lege ich Wert auf eine ehrliche, auf Fakten basierte Aufklärung und Planung. Nichts wird schöngeredet oder dramatisiert. Oft kommen dadurch hohe Versorgungslücken oder ein hoher Vorsorgebedarf zustande. Manchmal ist das Kind aber auch bereits in den Brunnen gefallen.
Welche Wege gibt es, um im Alter finanziell abgesichert zu sein, auch wenn man länger lebt als gedacht?
Wichtig ist ein lebenslanges Grundeinkommen und die Absicherung eventueller „Störfaktoren“, wie beispielsweise eines Pflegefalls. Für ein lebenslanges Grundeinkommen sind meiner Ansicht nach Rentenprodukte, gleich welcher Schicht, von substanzstarken Versicherern unverzichtbar. Welche Rentenprodukte aus welcher Schicht das sind, ermittelt man individuell bei der Planung. Investmentdepots dienen eventuell zusätzlich einem Komforteinkommen. Als Grundabsicherung rate ich inzwischen davon ab, da fehlt vielen Kunden die notwendige Disziplin. Dies lehrt mich meine Erfahrung. Oft wird vorzeitig über Gelder verfügt und dadurch immer wieder die Altersvorsorge zerstört.
Was ist aus Ihrer Sicht besonders wichtig?
Kurz und knapp: Ehrlichkeit, Faktentreue und für jede Situation die richtigen Produkte und Produktgeber. Die Produktgeber müssen substanzstark sein, faire Kosten ausweisen, flexible Produkte anbieten und nicht zuletzt spielt für mich auch ein hoher, garantierter Rentenfaktor eine Rolle.
Wie können Kunden angesichts der niedrigen Zinsen am besten vorsorgen? Was empfehlen Sie, wenn Sie darauf angesprochen werden?
Ich weiß, dass hier die Meinungen unter Kollegen stark auseinander gehen. Viele, vor allem ältere Kollegen, sind „typisch deutsch“ übertrieben ängstlich. Schon seit Beginn meiner Tätigkeit vor 18 Jahren empfehle ich investmentbasierte Anlageprodukte. Wer seine Altersvorsorge aufbauen möchte, benötigt auch Rendite. Grundsätzliches wie lange Laufzeiten, Streuung et cetera sind selbstverständlich. Unter Kollegen ist ein weiterer Punkt umstritten, aktiv gemanagte oder passive Produkte. Da die meisten aktiven Aktienfonds langfristig ihren Index nicht schlagen, empfehle ich passive Anlagestrategien. Der Kunde entscheidet in der Beratung, wie hoch sein Aktienanteil sein soll. Ein jährliches Rebalancing erhält ihm seine Quote.
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