Run-off-Pläne der Generali

Verbraucherschützer befürchten erhebliche Nachteile für Versicherte

Beim Verkauf der Generali Lebensversicherungen bahnt sich offenbar ein Geschäft mit der Viridium-Gruppe an. Die Verbraucherschützer vom Bund der Versicherten befürchten große Nachteile für die Versicherten, sollte der Verkauf tatsächlich erfolgen.
© dpa/picture alliance
Giovanni Liverani, Vorstandsvorsitzender der Generali Holding Deutschland, spricht laut Pressebericht mit der Virdium-Gruppe über den Verkauf der Lebensversicherungsverträge. Der Bund der Versicherten befürchtet durch einen Verkauf deutliche Nachteile für die Verbraucher.

Der Bund der Versicherten (BdV) sieht erhebliche Nachteile für die rund 4 Millionen Versicherten mit Lebensversicherungsverträgen bei der Generali. „In einer ohnehin für die Kundschaft von Kapitallebens- und Rentenversicherungen intransparenten Lage wird das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lebensversicherungen weiter erschüttert“, sagt BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

Hintergrund ist ein Presseartikel, in dem von Gesprächen des italienischen Versicherers mit der Run-off-Plattform berichtet wird.

Bei solchen Bestandsübertragungen bestehe die Gefahr, dass Gelder nicht mitgegeben werden, die den Kunden gehörten, heißt es vom BdV. Dazu zählten Bewertungsreserven, Zinszusatzreserven, kollektive Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen (RfB), freie RfB oder Mittel aus dem Schlussüberschussanteilsfonds. „Das Problem ist hier die große Intransparenz“, meint Kleinlein. Es sei für die Versicherten nicht nachvollziehbar, ob sie fair an diesen Geldern beteiligt würden.

„Sündenfall“ in der deutschen Lebensversicherung

Zudem stelle diese Aktion ein grundsätzliches Problem dar. „Der geplante Verkauf der Generali-Bestände ist der Sündenfall in der deutschen Lebensversicherung. Millionenfach werden die Versicherten vom Vertragspartner zur Ware degradiert“, kritisiert BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein. „Wir befürchten, dass das neue Unternehmen alle Möglichkeiten und Tricks ausschöpfen wird, um die Kundinnen und Kunden möglichst schlecht mit Überschüssen zu bedienen.“

Bestandskäufer wie Viridium haben hier naturgemäß eine andere Meinung. Es sei das ureigene Interesse der Viridium Gruppe, dass ihre Kunden zufrieden seien und ihre Verträge maximal lange weiterführten, sagte Viridium-Chef Heinz-Peter Roß etwa in einem Interview mit Pfefferminzia aus dem vergangenen Jahr. „Denn die Logik und Vorteile der Plattform fußen auf der Größe und Stabilität des betreuten Gesamtbestands. In diesem Sinne ist jeder Kunde und jeder Vertrag für die Viridium Gruppe gleich wichtig – es gibt im Übrigen keine Verträge erster und zweiter Klasse. Jeder Kunde erhält heute wie in der Zukunft den gleich guten Service“, so Roß (das komplette Interview können Sie hier nachlesen).

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Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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