Von wegen, wenn alles schläft: Gegen 16 Uhr dringt der Täter durch eine gewaltsam geöffnete Kellertür in das Haus ein. Über das Treppenhaus erreicht er die Wohnungstür und hebelt diese auf. Beim Durchstöbern von Schränken findet der Einbrecher Bargeld und Schmuck in noch nicht bekanntem Wert. So schildert die Polizei den Tathergang, der sich laut „Schwäbischem Tagblatt“ im März 2019 in der Gemeinde Wurmlingen ereignete – ob der Täter trotz Hinweisen von Zeugen jemals geschnappt wird, ist ungewiss.
Opfer eines Einbruchdiebstahls zu werden, ist für Betroffene ein schwerer Schock. „Das eigene Zuhause ist ein Rückzugsort, an dem wir uns aufgehoben fühlen möchten“, sagt Kira Granz, Produktmanagerin Hausrat bei der Ammerländer Versicherung. Dringt jemand Fremdes in diesen privaten Bereich vor und macht sich zudem am persönlichen Hab und Gut zu schaffen, offenbart das auf brutale Weise die eigene Verletzlichkeit.
„Etwa alle drei Minuten wird in Deutschland eingebrochen“, sagt Andreas Hackbarth, Handlungsbevollmächtigter im Maklerservice bei der GEV Grundeigentümer-Versicherung. Dabei wies die Einbruchstatistik zuletzt rückläufige Zahlen auf: Nach den jüngsten vorliegenden Daten für 2017 mussten die Versicherer 360 Millionen Euro für versicherte Wohnungseinbrüche leisten – so wenig wie zuletzt 2010.
Drei Viertel der Deutschen haben eine Hausrat

Offenbar treffen die Deutschen zunehmend Gegenmaßnahmen zur Absicherung der eigenen vier Wände. „Fast 45 Prozent der Einbruchsversuche werden abgebrochen, etwa wenn die Täter nicht schnell genug reinkommen“, weiß der Versicherungsverband GDV zu berichten.
Trotz – oder gerade wegen – dieses hohen Gefahrenbewusstseins erfreut sich die Hausratversicherung hierzulande einer großen Beliebtheit. Drei Viertel der Deutschen (74 Prozent) sichern ihren Hausrat ab, wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Direktversicherers Cosmos Direkt ergab. Nur die Haftpflichtversicherung ist demnach häufiger vertreten. Fragt man nur die Mieter, ist das Bild ähnlich.
Dokumente in Echtzeit
„Die Hausratversicherung bringt ein Stück Sicherheit. Sie kann den Schaden zwar nicht verhindern, doch man weiß, dass zumindest der finanzielle Ausgleich übernommen wird“, sagt GEV-Manager Hackbarth – zumal Einbruch/Diebstahl ja nur eines von vielen Risiken darstellt, das die Police abdeckt.
Weitere Gefahren wie Feuer, Sturm und Hagel, Leitungswasser sowie Blitzschlag ließen sich „schnell und unkompliziert versichern“, sagt Sabine Schäfer, Abteilungsleiterin Hausrat Vertrag bei der Haftpflichtkasse. Bei einem Online-Abschluss bekommt der Kunde „die Dokumente sogar in Echtzeit übermittelt“, erklärt Schäfer das Konzept der hauseigenen Sofort-Police. Das Kalkül: Wenn der Antrag vollautomatisch verarbeitet wird, kann der Vertrag sofort heruntergeladen werden, wodurch der Vermittler sich das Abheften, Einscannen oder postalische Versenden der Police an den Kunden sparen kann.
Auch bei der GEV Grundeigentümer-Versicherung geht man neue Wege – so viel sei verraten: „Uns ist es wichtig, dass unser neues Hausratprodukt, das wir im Sommer 2019 präsentieren werden, die gesamte Bandbreite der Kundenbedürfnisse abdeckt“, sagt Andreas Hackbarth.
Neben einem Modulbaukasten sollen drei Produktlinien zur Verfügung stehen, aus denen der Kunde und sein Vermittler den passenden Versicherungsschutz auswählen können. Einige Versicherer sind inzwischen dazu übergegangen, ihren Kunden einen Baustein für mögliche Cyber-Schäden anzubieten. Aus Sicht von Timo Suchert, Leiter Produktentwicklung SHU bei der VHV, ist das der richtige Weg: „Immer mehr Menschen erledigen Bankgeschäfte und Einkäufe via Internet. Den sich daraus ergebenden Risiken können auch VHV-Versicherte durch die neue Cyber-Klausel gelassen gegenüberstehen.“
Online-Banking und Smart Home als neue Einfallstore
Voraussetzung ist hier allerdings, dass der Kunde den Baustein „Best-Leistungs-Garantie“ besitzt. Ist dies der Fall, schützt die Cyber-Klausel laut VHV-Mann Suchert vor den finanziellen Schäden durch Cyber-Kriminalität bei Online-Banking, -zahlung und -handel sowie Kredit- und Bankkartenbetrug oder auch bei Datenverlust.
Bei der GEV Grundeigentümer-Versicherung sieht man vor allem in der „zunehmenden Vernetzung der Haushalte durch den verstärkten Einsatz von Smart-Home-Technik“ ein potenzielles Risiko. „Darum bieten wir dann in unserer neuen Hausratversicherung ein eigenes Cyber-Modul an“, kündigt GEV-Mann Hackbarth an. Dadurch soll ein Versicherungsschutz etwa bei Cyber-Angriffen auf Smart-Home-Technik oder bei Konflikten mit Online-Händlern gewährleistet sein. Zudem bestehe ein Leistungsanspruch im Fall von Phishing-, Pharming- und Skimming-Angriffen beim Online-Banking, so Hackbarth.
Aktuelle Trends schwer einzuschätzen
Bei der Ammerländer hat man diesen Schritt bereits vollzogen: „Wir versichern Schäden durch Phishing oder Datenrettungskosten“, sagt Managerin Granz. Wie die Hausratprodukte der Ammerländer in Zukunft „weiter mitwachsen“ werden, ist aber noch offen.
„Die Auswirkungen aktueller Trends, etwa Smart Homes und ihre Möglichkeiten, sind schwer einzuschätzen und daher sehr genau zu hinterfragen“, so Granz. Bei der Haftpflichtkasse hält man sich beim Thema Cyber-Schutz noch bedeckt: Man überprüfe die Möglichkeiten und den Bedarf zunächst sehr genau, heißt es dazu.
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