Haushalte

Geldrücklagen reichen oft nur (zu) kurz

Viele Haushalte hätten nach einem Einkommensausfall nur wenig Zeit. Eine Debeka-Umfrage zeigt, wo Reserven fehlen – und was Menschen zuerst kürzen.
Wie viel ist noch im Portemonnaie? Fiele das Einkommen aus, bekämen nicht wenige Menschen in Deutschland ernste Geldprobleme
© picture alliance / dpa | Matthias Balk
Wie viel ist noch im Portemonnaie? Fiele das Einkommen aus, bekämen nicht wenige Menschen in Deutschland ernste Geldprobleme

Die schnell verfügbaren Geldrücklagen sind offenbar recht gering. Sollte das regelmäßige Haushaltseinkommen ausfallen, könnten nämlich viele Haushalte in Deutschland ihre laufenden Kosten nur kurz tragen. Das zeigt eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag der Debeka. Civey hat dafür vom 9. bis 15. September 2026 online 1.000 volljährige Bundesbürger ohne Rentner und 1.000 privat Vorsorgende befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ.

Rücklagen reichen oft nur Wochen

51 Prozent der Befragten könnten ihre laufenden Ausgaben höchstens drei Monate decken. 22 Prozent kämen weniger als einen Monat aus. Nur 23 Prozent hielten länger als ein halbes Jahr durch. Fast doppelt so viele Frauen wie Männer sagen, dass ihr Haushalt weniger als einen Monat die laufenden Ausgaben decken könnte.

Auch einzelne Rechnungen können Haushalte schnell unter Druck setzen. Eine unerwartete Ausgabe von 3.000 Euro könnten 37 Prozent nicht kurzfristig bezahlen, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Unter den 18- bis 29-Jährigen sagen das 63 Prozent. Haushalte mit Kindern trifft es mit 46 Prozent stärker als kinderlose Haushalte mit 34 Prozent.

Was Haushalte zuerst kürzen

Gerät der Haushalt wegen kurzfristiger finanzieller Last unter Druck, setzen viele zuerst an den Ausgaben an. 54 Prozent würden als Maßnahme ihre Ausgaben senken. Sparbeiträge und Vorsorge blieben eher stehen: Nur 14 Prozent würden sie bei größerer finanzieller Belastung senken.

Der Debeka-Vorstandsvorsitzende Thomas Brahm sagt: „Für viele Haushalte ist der Spielraum eng geworden.“ Wichtig seien Reformen der Altersvorsorge, die auch bei Menschen mit geringem Haushaltseinkommen funktionierten. Zugleich gelte: „Aber das Wissen um die Notwendigkeit bleibt ein zentraler Faktor.“

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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