OVB-Studie

Welche Rolle KI in der Finanzberatung spielt

Wenn es um Finanzen und Versicherungen geht, befragen die Deutschen zunehmend eine künstliche Intelligenz (KI). Ist der Berater also bald überflüssig? Die OVB hat bei Verbrauchern nachgefragt.
Mann mit Tablet: In Deutschland hat mehr als die Hälfte der Befragten KI-Anwendungen bereits für Finanz- oder Versicherungsthemen genutzt.
© drobotdean/Magnific
Mann mit Tablet: In Deutschland hat mehr als die Hälfte der Befragten KI-Anwendungen bereits für Finanz- oder Versicherungsthemen genutzt.

Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in den Alltag der Menschen. Auch zu Finanz- und Versicherungsthemen wird sie gern befragt, wie die Studie „Finanzberatung im Zeitalter der KI“ des Finanzvermittlungskonzerns OVB zeigt. In Deutschland hat mehr als die Hälfte der Befragten KI-Anwendungen bereits für Finanz- oder Versicherungsthemen genutzt: 37 Prozent tun das regelmäßig oder gelegentlich, weitere 18 Prozent zumindest selten. Allerdings: Bei wichtigen Finanzentscheidungen würden 75 Prozent eher oder ausschließlich einem Menschen vertrauen.

Bei der KI-Nutzung geht es vor allem um Informationen. 51 Prozent der Umfrageteilnehmer, die KI zumindest selten nutzen, verwenden sie um Finanzthemen besser zu verstehen, 49 Prozent zur Produktrecherche und 27 Prozent zur Analyse der eigenen Finanzen.

Keine Investitionen wegen einer KI

Bei Anlageentscheidungen gibt es mehr Vorbehalte. 43 Prozent würden nicht aufgrund einer KI-Empfehlung investieren. Weitere 23 Prozent würden das nur tun, wenn ein Finanzberater die Empfehlung bestätigt. Die größten Befürchtungen: KI-Anwendungen könnten falsche oder ungeeignete Empfehlungen liefern oder die persönliche Situation nur unzureichend berücksichtigen. Auch mangelnder Datenschutz wird häufig genannt.

„KI erleichtert den Zugang zu Finanzwissen. Bei konkreten Entscheidungen bleibt jedoch die Berücksichtigung der persönlichen Lebenssituation entscheidend. Gerade bei wichtigen Finanzentscheidungen legen Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin großen Wert auf menschliche Unterstützung“, sagt Christian Höfel, Geschäftsführer der OVB Vermögensberatung.

Männer KI-affiner als Frauen

Die Studienergebnisse zeigen ebenfalls: Bei Finanzthemen sind Männer deutlich KI-affiner als Frauen. Während 26 Prozent der Frauen grundsätzlich auf Basis einer KI-Empfehlung investieren würden, sind es bei den Männern 42 Prozent. Umgekehrt geben 51 Prozent der Frauen an, aufgrund einer KI-Empfehlung nicht investieren zu wollen, gegenüber 35 Prozent der Männer.

Trotz der zunehmenden Bedeutung von KI, ist nach wie vor persönlicher Beratungsbedarf vorhanden – insbesondere bei langfristigen Finanzthemen. An erster Stelle steht bei den Umfrageteilnehmern die Altersvorsorge (41 Prozent), gefolgt von Geldanlage und Vermögensaufbau (31 Prozent). Insgesamt haben 49 Prozent bereits professionelle Finanzberatung genutzt, weitere 16 Prozent ziehen sie in Betracht.

Zusammenspiel von Mensch und KI

Bei einer Beratung zählt nicht nur Vertrauen, sondern auch Verstehen. 90 Prozent halten verständliche Erklärungen von Finanzprodukten und Geldanlagen für wichtig. Etwa ebenso viele legen Wert auf Vertrauen und langfristige Begleitung, und 88 Prozent erwarten schnelle und kompetente Unterstützung bei finanziellen Fragen.

„Die Zukunft der Finanzberatung liegt nicht in der Entscheidung zwischen Menschen und Technologie, sondern in einer intelligenten Verbindung beider Stärken“, meint Mario Freis, CEO der OVB Holding. 46 Prozent der Befragten erwarten, dass das Zusammenspiel von persönlicher Finanzberatung und KI in fünf Jahren einen zusätzlichen Mehrwert für die Beratung schaffen kann. Schon heute bevorzugen 34 Prozent ein überwiegend menschliches Beratungsmodell mit KI-Unterstützung. Weitere 18 Prozent sprechen sich für eine gleichberechtigte Kombination aus Mensch und KI aus.

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Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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