KMU-Stimmungsbarometer

Mittelstand hadert mit Bundesregierung

Fast zwei Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind mit der Arbeit der Bundesregierung nicht zufrieden. Das zeigt das aktuelle KMU-Stimmungsbarometer der Barmenia-Gothaer. Vor allem beim Bürokratieabbau geht es in den Augen der Firmen nicht wirklich voran.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD, links) nebst Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): Der Mittelstand sieht die Arbeit der Bundesregierung eher kritisch.
© picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD, links) nebst Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): Der Mittelstand sieht die Arbeit der Bundesregierung eher kritisch.

„Der Mittelstand sendet ein klares Signal: Die Erwartungen an die Wirtschaftspolitik sind hoch, die Geduld der Unternehmen wird kleiner. Reformankündigungen allein reichen nicht aus.“ So fasst Thomas Bischof, Vorstand Komposit bei der Barmenia-Gothaer die Ergebnisse des aktuellen KMU-Stimmungsbarometers zusammen.

Denn die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hierzulande sind nicht besonders gut auf die Bundesregierung zu sprechen. So geben 63 Prozent der 529 befragten Unternehmen an, (eher) unzufrieden mit der Regierungsarbeit zu sein. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 47 Prozent. Nur 21 Prozent zeigen sich (eher) zufrieden, 16 Prozent urteilen neutral.

Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland? Fraglich

Auch den Wirtschaftsstandort Deutschland sehen die Befragten eher skeptisch. Bei der erstmals gestellten Frage nach den Zukunftsaussichten bewerten 28 Prozent diese als außerordentlich oder eher gut. 37 Prozent halten sie aber für eher oder sehr schlecht, 35 Prozent bewerten sie neutral.

Bei den Forderungen an die Politik bleibt der Bürokratieabbau mit großem Abstand die wichtigste Priorität, wie die folgende Aufzählung zeigt.

Die Forderungen des Mittelstands an die Politik:

  • 63 Prozent: Bürokratieabbau (Vorjahr: 68 Prozent),
  • 46 Prozent: Einführung einer Energiepreisbremse (Vorjahr: 47 Prozent),
  • 44 Prozent: Senkung der Steuersätze für Unternehmen (Vorjahr: 45 Prozent),
  • 41 Prozent: Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Forschung (Vorjahr: 46 Prozent),
  • 40 Prozent: Erhöhung der Standortattraktivität Deutschlands (Vorjahr: 41 Prozent).

„Die Unzufriedenheit steigt deutlich, die Forderungen bleiben dieselben. Die Unternehmen erwarten nichts Neues, sondern dass das Bekannte endlich umgesetzt wird“, so Bischof. „Daran wird sich entscheiden, wie sie die Zukunft des Standorts Deutschland bewerten.“

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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