Herr von Dziembowski: Wie sah Ihr Unternehmen aus, bevor Sie sich für eine strategische Beratung entschieden haben?
Tian von Dziembowski: Die Zusammenarbeit mit Herrn Schmidt begann bei mir bereits mit der Neugründung des Finanzhaus Südbaden. Damals ging es zunächst darum, von Anfang an die richtigen unternehmerischen und gesellschaftsrechtlichen Strukturen zu schaffen, das Unternehmen auf ein solides Fundament zu stellen und meine bisherigen Kunden aus meinem alten Vertrieb sauber ins neue Unternehmen zu führen.
Inzwischen befinden wir uns in einer ganz anderen Entwicklungsphase. Das Unternehmen ist gewachsen und gleichzeitig spüre ich, wie schnell sich unser Markt verändert. Heute geht es deshalb weniger um die reine Gründung, sondern vielmehr darum, das Finanzhaus Südbaden auf das nächste unternehmerische Level zu bringen. Dazu gehören für mich insbesondere Themen wie neue Mitarbeiter, Digitalisierung, effiziente Arbeitsabläufe und klare Strukturen.
Herr Schmidt, welche Herausforderungen beobachten Sie bei jungen Maklern in dieser Unternehmensphase besonders häufig?
Peter Schmidt: Die Jungmaklerinnen und Jungmakler starten mit viel Engagement und nutzen alle Möglichkeiten der digitalen Welt. Es gilt, Kunden zu gewinnen, Umsatz zu machen und wirtschaftlich zu überleben. Für klare Strukturen, effiziente Prozesse oder eine langfristige Strategie bleibt dabei oft wenig Zeit. Ein konkretes Ziel, wo das Unternehmen in fünf oder zehn Jahren stehen soll, fehlt häufig.
Gab es einen konkreten Anlass, warum Sie sich externe Unterstützung gesucht haben?
von Dziembowski: Der Anlass für die erneute Zusammenarbeit ist vor allem die Geschwindigkeit, mit der sich unser Markt aktuell entwickelt. Ich merke, dass man als Unternehmer permanent Entscheidungen treffen und das eigene Unternehmen weiterentwickeln muss. Genau in dieser Phase ist mir Peter Schmidts Erfahrung besonders wichtig. Ich möchte nicht erst reagieren, wenn Strukturen nicht mehr funktionieren, sondern frühzeitig die richtigen Weichen stellen. Mein Ziel ist es, das Finanzhaus Südbaden auf die nächste unternehmerische Entwicklungsstufe zu bringen – insbesondere mit Blick auf Mitarbeiter, Digitalisierung, Prozesse und eine klare Unternehmensstruktur.
Welche Erkenntnis aus dieser Analyse hat Sie am meisten überrascht?
von Dziembowski: Für mich war besonders spannend zu erkennen, dass Unternehmensentwicklung nicht an einem einzelnen Punkt festzumachen ist. Natürlich sind Umsatz und Vertrieb wichtig. Aber sobald ein Unternehmen wächst, werden andere Themen entscheidender: Wie sind Arbeitsabläufe organisiert? Welche Aufgaben können Mitarbeiter übernehmen? Wo lassen sich Prozesse digitalisieren? Und wie schafft man Strukturen, die auch dann funktionieren, wenn das Unternehmen weiter wächst?
Gerade durch die zweite Zusammenarbeit ist mir noch stärker bewusst geworden, dass man Strukturen nicht erst schaffen sollte, wenn man sie dringend benötigt. Man muss heute bereits darüber nachdenken, wie das Unternehmen morgen funktionieren soll.
Sie haben Ihr Unternehmen vom Einzelunternehmen in eine GmbH & Co. KG umgewandelt. Warum haben Sie sich für diesen Schritt entschieden?
von Dziembowski: Die gesellschaftsrechtliche Struktur war bereits bei der Gründung des Finanzhaus Südbaden ein wichtiges Thema in der Zusammenarbeit mit Herrn Schmidt. Mir war damals wichtig, nicht einfach nur eine Selbstständigkeit aufzubauen, sondern von Beginn an ein richtiges Unternehmen zu schaffen.
Die GmbH & Co. KG bietet uns dabei eine Struktur, die zu meinen langfristigen unternehmerischen Zielen passt. Sie schafft klare Verhältnisse und bietet gleichzeitig die notwendige Flexibilität für Wachstum, weitere Mitarbeiter, mögliche Beteiligungen und die langfristige Entwicklung des Unternehmens.
Für mich war entscheidend, die Gesellschaftsstruktur nicht nur nach der heutigen Situation auszurichten, sondern auch danach, wo das Finanzhaus Südbaden in einigen Jahren stehen soll.
Welche strategischen Vorteile bietet diese Rechtsform gerade für wachstumsorientierte Makler?
Schmidt: Grundsätzlich ist natürlich immer das individuelle strategische Ziel des Mandanten in den Mittelpunkt zu stellen. Im Fall von Tian verbindet die GmbH & Co. KG die Haftungsbegrenzung mit hoher unternehmerischer Flexibilität. Gerade für solch junge Maklerunternehmen erleichtert sie die Aufnahme weiterer Gesellschafter, Beteiligungsmodelle und eine spätere Nachfolge. Zudem lassen sich operative Führung, Kapitalbeteiligung und Vermögenszuordnung klar strukturieren – ein Vorteil bei Expansion, Beteiligungen und einem späteren Unternehmensverkauf.
Beratung ist das eine – die Umsetzung das andere. Wie begleiten Sie Ihre Mandanten dabei?
Schmidt: Ich beginne mit einer fundierten Analyse der Ausgangssituation und einer Bewertung des Unternehmens. Daraus leite ich konkrete Handlungsfelder ab. Anschließend begleite ich die Umsetzung im Coaching Schritt für Schritt – mit konkreten Maßnahmen, praxiserprobten Leitfäden, Checklisten und Arbeitsunterlagen. So bleibt es nicht bei Empfehlungen, sondern es geht um die tatsächliche Umsetzung im Maklerunternehmen. So lief das auch bei Tian.
Welche Handlungsempfehlung haben Sie zuerst umgesetzt?
von Dziembowski: Ein wichtiger Schwerpunkt war zunächst, unsere bestehenden Arbeitsabläufe sehr genau anzuschauen. Welche Prozesse funktionieren bereits gut? Wo entstehen unnötige Rückfragen? Welche Aufgaben laufen immer wieder über mich? Und welche Tätigkeiten können durch klare Prozesse, Digitalisierung oder Mitarbeiter besser organisiert werden? Gerade wenn neue Mitarbeiter hinzukommen, merkt man schnell, wie wichtig klare Strukturen sind. Prozesse, die für einen selbst selbstverständlich sind, müssen plötzlich so definiert sein, dass auch andere sie nachvollziehen und eigenständig umsetzen können.
Gab es Maßnahmen, bei denen Sie zunächst gezögert haben?
vvon Dziembowski: Natürlich. Gerade das Thema Aufgaben und Verantwortung abzugeben, ist als Unternehmer ein Lernprozess. Wenn man ein Unternehmen selbst aufgebaut hat, kennt man jeden Ablauf und ist es gewohnt, viele Entscheidungen selbst zu treffen. Mit zunehmendem Wachstum funktioniert dieses Modell aber nicht mehr. Neue Mitarbeiter können nur Verantwortung übernehmen, wenn man ihnen klare Prozesse und gleichzeitig den notwendigen Freiraum gibt. Für mich ist deshalb ein wichtiger Entwicklungsschritt, nicht mehr überall selbst der Engpass zu sein.
Sie empfehlen häufig eine Betreuung auf Basis eines Vollmandats. Warum?
Schmidt: Ich halte es ähnlich wie ein guter Arzt – erst kommt die umfassende Untersuchung, dann die Diagnose und anschließend die gezielte Behandlung. Einzelne Symptome zu betrachten, ohne das gesamte Maklerunternehmen zu kennen, greift mir meist zu kurz. Ein Vollmandat ermöglicht mir, Zusammenhänge zu erkennen und Maßnahmen aufeinander abzustimmen – statt nur an einzelnen Baustellen zu arbeiten.
Welche Auswirkungen hat ein Vollmandat auf den Unternehmenswert eines Maklerunternehmens?
Schmidt: Bei jeder Maßnahme habe ich zwei Ziele im Blick. Die nachhaltige Wertentwicklung des Maklerunternehmens und mehr persönliche Zeit für den Unternehmer. Wenn wir beispielsweise am Zeitmanagement und an klaren Verantwortlichkeiten arbeiten, wird das Team selbstständiger und das Unternehmen weniger inhaberabhängig. Das steigert die Attraktivität und den Wert des Unternehmens – und schafft gleichzeitig Freiräume für Familie, Freizeit oder neue Projekte.
Welche Vorteile erkennen Sie heute selbst in der täglichen Kundenbetreuung?
von Dziembowski: Der größte Vorteil ist für mich, dass wir unsere Kunden heute deutlich strukturierter und vorausschauender betreuen können. Durch klare Abläufe, eine bessere Dokumentation und einen ganzheitlicheren Blick auf die Kundensituation geht weniger im Tagesgeschäft verloren und wir können schneller erkennen, wo tatsächlich Handlungsbedarf besteht.
Gleichzeitig schaffen Digitalisierung und klare Prozesse mehr Zeit für das, was am Ende entscheidend ist: das persönliche Gespräch und eine gute Beratung. Für mich bedeutet moderne Kundenbetreuung deshalb nicht weniger persönliche Nähe, sondern im Gegenteil mehr Qualität, weil wir administrative Themen effizienter im Hintergrund abbilden können.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verlässlichkeit. Der Kunde soll nicht davon abhängig sein, ob ich gerade persönlich verfügbar bin. Unser Ziel ist es, die Betreuung so zu organisieren, dass Anfragen strukturiert bearbeitet werden und der Kunde dauerhaft einen hohen Qualitätsstandard erlebt.
Welche Fehler beobachten Sie bei den Social-Media-Aktivitäten vieler Makler?
Schmidt: Oft fehlt ein klarer Zielgruppenfokus – man möchte möglichst jeden erreichen und erreicht dadurch niemanden richtig. Dazu kommt: Viele Makler „bilden“ ihre Follower mit Fachwissen aus, statt Interesse zu wecken und auf ein konkretes Gespräch hinzuführen. Social Media sollte nicht nur informieren, sondern Vertrauen aufbauen, Kompetenz zeigen und am Ende einen klaren nächsten Schritt anbieten – idealerweise einen Termin oder persönlichen Kontakt.
Welche Veränderungen haben Sie seit der Optimierung Ihrer Beiträge festgestellt?
von Dziembowski: Seit der Optimierung hat sich bei uns enorm viel verändert. Meine Personal Brand ist deutlich gewachsen und wir konnten unsere Reichweite massiv steigern. Ein wesentlicher Punkt war, den Fokus klarer auf unsere Familien-Zielgruppe zu legen und die Inhalte persönlicher und zielgerichteter auszurichten. Dadurch erreichen wir heute viel mehr Menschen, für die unsere Themen tatsächlich relevant sind.
Besonders wichtig ist für mich aber, dass aus der Reichweite auch konkrete Ergebnisse entstehen: Wir erhalten inzwischen regelmäßig Kundenanfragen über Social Media. Für mich zeigt das sehr deutlich, dass eine klare Positionierung und eine starke Personal Brand nicht nur für Sichtbarkeit sorgen, sondern auch ganz konkret zur Kundengewinnung beitragen.
Woran erkennen Sie, dass sich ein Makler vom Selbstständigen zum Unternehmer entwickelt?
Schmidt: Für mich zeigt sich dieser Wandel vor allem daran, dass das Unternehmen zunehmend unabhängig von der Person des Maklers funktioniert. Klare Verantwortlichkeiten, strukturierte Arbeitsweisen, effiziente Prozesse und ein selbstständig arbeitendes Team ersetzen das Prinzip „Alles läuft über den Chef“. Der Selbstständige arbeitet im Unternehmen – der Unternehmer zunehmend am Unternehmen.
Welche Kennzahlen steuern Sie heute bewusst?
von Dziembowski: Heute schaue ich deutlich bewusster auf mehrere Kennzahlen und nicht nur auf Umsatz oder Produktion. Für mich sind vor allem die Entwicklung unseres Bestands, wiederkehrende Einnahmen, die Anzahl und Qualität der Kundenanfragen sowie unsere Abschlussquoten wichtig.
Durch unseren stärkeren Fokus auf Social Media und die Familien-Zielgruppe beobachten wir außerdem sehr genau, wie sich Reichweite, Anfragen und daraus entstehende Neukunden entwickeln.
Mit Blick auf das weitere Wachstum werden für mich aber auch interne Kennzahlen immer wichtiger: Wie effizient sind unsere Abläufe? Wie verteilt sich die Arbeit im Team? Wo entstehen Engpässe? Und wie produktiv können wir mit neuen Mitarbeitern und digitalen Prozessen arbeiten? Am Ende geht es mir darum, nicht nur zu sehen, ob das Unternehmen wächst, sondern auch, ob es gesund, effizient und strukturiert wächst.
Zum Abschluss: Welchen Rat geben Sie jungen Maklern, die in den nächsten fünf Jahren ein modernes und wertvolles Unternehmen aufbauen möchten?
Schmidt: Ein Impuls, den ich gerne gebe ist: Arbeite nicht nur im Unternehmen, sondern am Unternehmen. Das heißt: Von Anfang an nicht nur an Umsatz und Wachstum denken, sondern an den Unternehmenswert. Dazu gehören eine klare Zielgruppe, effiziente und digitale Prozesse, wiederkehrende Erträge, ein gutes Team und möglichst geringe Inhaberabhängigkeit. Daher mein Rat: Das Unternehmen von Beginn an so aufbauen, als wollte man es in fünf Jahren verkaufen – auch wenn man es noch 30 Jahre behalten möchte.
Würden Sie sich heute noch einmal für diesen Beratungsweg entscheiden?
von Dziembowski: Ja, definitiv. Allein die Tatsache, dass ich Herrn Schmidt inzwischen bereits zum zweiten Mal in Anspruch nehme, zeigt, welchen Stellenwert seine Begleitung für mich hat. Beim ersten Mal ging es um die Neugründung des Finanzhaus Südbaden und die dazugehörigen Gesellschaftsgründungen. Damals war es für mich wichtig, von Anfang an die richtigen unternehmerischen Grundlagen zu schaffen.
Heute stehen wir an einem ganz anderen Punkt. Das Unternehmen ist gewachsen, der Markt verändert sich sehr schnell und wir wollen uns auf die nächste unternehmerische Stufe entwickeln. Gerade in solchen Phasen ist der externe Blick für mich sehr wertvoll. Herr Schmidt kennt unser Unternehmen bereits aus der Gründungsphase und bringt gleichzeitig die Erfahrung mit, um unsere nächsten Schritte kritisch zu hinterfragen und sinnvoll zu strukturieren. Deshalb würde ich mich jederzeit wieder für diesen Beratungsweg entscheiden.
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