Im Rahmen der GKV-Reform hat die damalige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) vorgeschlagen, dass es auch eine teilweise Krankschreibung geben soll. Dadurch könnten Arbeitnehmer bei einer länger andauernden Krankheit also trotzdem noch arbeiten, aber eben weniger.
Was halten Arbeitgeber von der Idee? Nun, fast die Hälfte der Unternehmen sehen keinen Sinn darin, dass sich Beschäftigte auch teilweise krankmelden können. Das zeigt eine aktuelle Personalleiterbefragung von Randstad und dem Ifo Institut.
Unternehmen erwarten Orga-Aufwand
Nur etwa jedes vierte Unternehmen findet diese Möglichkeit gut, weitere 25 Prozent stehen dem Instrument neutral gegenüber. „Die meisten Unternehmen befürchten eine schwierige Abgrenzung zwischen arbeitsfähig und arbeitsunfähig“, sagt Ifo-Forscher Jonas Hennrich. „Außerdem erwarten sie einen zusätzlichen organisatorischen Aufwand.“
Die Teilkrankschreibung ist nach Ansicht der Unternehmen auch nicht in jedem Bereich umsetzbar. Am ehesten gehe das noch in der Administration (55 Prozent). Im Vertrieb oder Kundenservice wäre es möglich, meinen 33 Prozent der Befragten. In Logistik (11 Prozent) und Produktion (8 Prozent) sei die Teilkrankschreibung wenig geeignet.
Was die Teilkrankschreibung bringen könnte
Die Hälfte der Unternehmen erwartet auch keine wesentlichen positiven Effekte durch die Teilkrankschreibung. Jeweils ein Drittel der Unternehmen hofft aber auf kürzere Fehlzeiten beziehungsweise auf eine schnellere Rückkehr erkrankter Mitarbeitender.
21 Prozent halten es für möglich, dass erkrankte Fachkräfte trotz gesundheitlicher Einschränkungen länger arbeiten. Und 12 Prozent halten eine flexiblere Personalplanung für möglich.