D&O-Versicherung

Manager-Risiken: Geopolitik und KI gewinnen an Bedeutung

Haftpflichtrisiken für Unternehmenslenker sind komplex und vielschichtig – und sie können sich dynamisch verändern. Eine aktuelle Umfrage von Willis zeigt, dass weltweit aktuell Geopolitik stärker als Risikofaktor wahrgenommen wird, und auch KI rückt zunehmend in den Fokus.
Manager im Stress: Die Hauptrisiken für Führungskräfte ändern sich. Geopolitik und KI rücken in den Fokus.
© knssr2/Magnific (KI-generiert)
Manager im Stress: Die Hauptrisiken für Führungskräfte ändern sich. Geopolitik und KI rücken in den Fokus.

Wirtschaftliche Schäden, die aus geopolitischen Turbulenzen resultieren, gehören erstmals zu den Top 7 der globalen Haftungsrisiken für Vorstände und Führungskräfte. Das zeigt die jährliche Studie zur Managerhaftpflichtversicherung, die das Beratungsunternehmen Willis in Zusammenarbeit mit der Anwaltskanzlei Reed Smith LLP durchgeführt hat.

59 Prozent der weltweit befragten Vorstände, Aufsichtsräte und Risikomanager stufen das geopolitische Risiko als „hoch“ oder „sehr hoch“ ein. Geopolitik rückt damit von Platz 15 im Vorjahr auf Platz 7 vor.

KI ist ein Risiko für Manager

Auch der Anteil der Befragten, die künstliche Intelligenz (KI) als sehr oder äußerst wichtiges Risiko einstufen, hat deutlich zugenommen. KI liegt nun auf Platz 14 der wichtigsten Risiken. Im vergangenen Jahr war es Platz 21. In Deutschland liegen KI-Risiken sogar zum ersten Mal unter den Top 7. Hier geht es vor allem um durch KI verursachte Fehler und Fehlinformationen, durch KI ermöglichten Betrug und Social Engineering sowie strategisches Versagen bei der Einführung von KI.

„Die etablierten Risiken – etwa Arbeitsschutz, Datenverlust oder Cyber – bleiben zwar dominant“, sagt Philipp Rouget, Head of Finex Deutschland und Österreich bei Willis. „Aber sie verlieren in der Bewertung durchgängig an Gewicht. Zugleich steigen mit Geopolitik und KI zwei neue Risiken für Manager auf.“

Weitere Kernergebnisse aus dem Willis D&O Survey

  • Gesundheit und Sicherheit bleiben ein Hauptrisiko, insbesondere in den Bereichen Industrie, Transport und Energie (für 82 bis 89 Prozent der Befragten in diesen Sektoren).
  • Trotz niedriger Preise und reichlich Kapazität im weichen Markt halten nur 30 Prozent der Befragten ihre D&O-Police sowohl im Umfang als auch in der Höhe für ausreichend.
  • Der Klimawandel ist in den meisten Regionen aus den oberen Plätzen der Risikoliste gefallen – damit setzt sich der Trend der letztjährigen Studie fort.
  • Auch die Themen Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion sind auf der globalen Risikoagenda abgefallen: Nur noch 52 Prozent (Vorjahr: 59 Prozent) der Befragten halten diese Themen für sehr wichtig oder äußerst wichtig.

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Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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