Studie

Unwetterschutz: Lieber staatliche als eigene Investitionen

Die Menschen in Deutschland wünschen sich mehr staatliche Investitionen in den Hochwasserschutz. Die Bereitschaft der Bürger, selbst Geld für Unwetterschutzmaßnahmen auszugeben, ist dagegen rückläufig.
Menschen sichern vor Hochwasser mit Sandsäcken und Pumpen.
© picture alliance/dpa | Patrick Pleul
Einsatzkräfte der Feuerwehr helfen 2024 in Fürstenberg, das Hochwasser der Oder im Zaum zu halten.

Die Gefahr ist erkannt: In der Unwetterstudie der R+V Versicherung geben 95 Prozent der rund 1.000 befragten Bürger an, dass Unwetterschäden jedes Haus in Deutschland treffen können. Dieses Risikobewusstsein hat sich seit der Vorgängerstudie von 2024 nicht groß verändert.

Die vergangenen, recht schadenarmen Jahre könnten aber das Bedrohungsgefühl der Menschen im Alltag verringert haben. Das vermutet Nils Reich, Komposit-Vorstand der R+V Versicherung. Denn die Bereitschaft der Bürger, selbst Geld für Unwetterschutzmaßnahmen auszugeben, hat sich in den vergangenen zwei Jahren sehr wohl geändert. Zwar sind immer noch 44 Prozent bereit, eigene finanzielle Mittel präventiv zu investieren. In der Vorgängerstudie waren es aber noch 55 Prozent.

Eindringendes Wasser stoppen

Reich warnt daher: „Mit dem Klimawandel steigt die Gefahr von extremen Wetterlagen. Heftige Unwetter wird es in Zukunft wahrscheinlich häufiger geben.“ Vor allem die Gefahr von eindringendem Wasser könnten Hausbesitzer selbst mindern, etwa über Schwellen vor Treppenabgängen, über Rückstauklappen oder hochwasserdichte Kellerfenster.

Auch dem Versichererverband GDV dürfte diese Entwicklung nicht gefallen. In der Diskussion um eine verpflichtende Elementarschutzversicherung weist der Verband immer wieder daraufhin, dass Prävention das A und O sei, um die Behebung künftiger Unwetterschäden überhaupt finanzieren zu können.

Mehrheit für Baustopp in Hochwassergebieten

Dabei geht es selbstredend nicht nur um Schutzmaßnahmen durch Hausbesitzer. Auch Bund, Länder und Kommunen sind gefragt. Das sehen die Umfrageteilnehmer genauso. Fast 80 Prozent der Befragten fordern, dass der Staat mehr in Hochwasserschutz investiert.

Außerdem wünschen sich fast zwei Drittel der Befragten Vorgaben zum unwetterangepassten Bauen und Sanieren. Und mehr als die Hälfte (58 Prozent) wollen einen konsequenten Baustopp in hochwassergefährdeten Gebieten. „Prävention ist von zentraler Bedeutung, um das Ausmaß der Schäden nach einem Unwetter möglichst gering zu halten“, erklärt R+V Vorstand Reich. „Die Ergebnisse dieser Studie sollten der Politik Mut machen, klare Entscheidungen für mehr Prävention im Hochwasserschutz zu treffen.“

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Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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