Die Beiträge in der privaten Krankenversicherung (PKV) sind zuletzt deutlich gestiegen. Für den Rating-Jahrgang 2026 hat das Analysehaus Morgen & Morgen einen durchschnittlichen Zuwachs von 4,88 Prozent ermittelt – deutlich höher als der Vorjahreswert von 3,54 Prozent.
Der Anstieg fällt fast doppelt so stark aus wie in den beiden Vorjahren und erreicht wieder ein Niveau, das zuletzt vor Einführung der Unisex-Tarife im Jahr 2012 zu beobachten war, damals waren es rund 4,7 Prozent.
Steigende Behandlungskosten hauen rein
Als wesentliche Treiber für die Beiträge sehen die Experten von Morgen & Morgen die weiter steigenden Behandlungskosten infolge des medizinischen Fortschritts, die allgemeinen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen und die Inflation. Hinzu komme die Bestandsalterung durch die steigende Lebenserwartung der Versicherten.
Die starken Beitragserhöhungen belasten die Ergebnisse des M&M Rating PKV Beitragsstabilität 2026. „Es gibt eine Verschiebung im Rating weg von den Höchstbewertungen“, sagt Iris Portugall, Spezialistin für Ratings und Aktuarin bei Morgen & Morgen.
Über 40 Prozent der Tarifkombinationen mit schlechter Bewertung
Bewertet haben die Analysten in diesem Jahr 1.130 PKV-Tarifkombinationen. Um auf die Marktgegebenheiten mit deutlich gestiegenen Beitragsanpassungen zu reagieren und die Aussagekraft des Ratings langfristig zu erhalten, hat Morgen & Morgen die Benchmarks für den aktuellen Rating-Jahrgang um 1,25 Prozentpunkte angehoben – deutlich stärker als in den beiden Vorjahren (jeweils 0,5 Prozentpunkte).
Knapp ein Drittel der Kombinationen erhielt die Note Ausgezeichnet (fünf Sterne, 154 Kombinationen) oder Sehr gut (vier Sterne, 168 Kombinationen) bewertet. Rund ein weiteres knappes Drittel erhielt drei Sterne (314), während sich 43 Prozent mit zwei (321) oder einem Stern (174) zufriedengeben müssen.
Beitragsstabilität weiter möglich
Das M&M Rating PKV-Beitragsstabilität bewertet nicht die Leistungen eines PKV-Tarifs und auch nicht dessen Beitragshöhe, sondern die Entwicklung der Beiträge. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie stabil sich die Beiträge eines Tarifs über fünf Jahre hinweg entwickelt haben.
Iris Portugall sieht die Ergebnisse des aktuellen Ratings nicht nur negativ: „Die Entwicklung überrascht nicht. Mit steigenden Leistungsausgaben und dem zunehmenden Alter der Tarife war eine weitere Verschiebung der Sterneverteilung zu erwarten. Entscheidend ist jedoch: Auch unter diesen anspruchsvolleren Rahmenbedingungen erreichen weiterhin zahlreiche Tarife eine gute oder sehr gute Bewertung. Das zeigt, dass Beitragsstabilität weiterhin möglich ist.“