Unfallforschung

E-Autos sind nicht unsicherer als Verbrenner

Die Unfallforscher des Versicherer-Verbands GDV haben in einer Studie festgestellt, dass mit E-Autos kaum mehr Schäden verursacht werden als mit Verbrennern. Allerdings häufen sich bei E-Fahrzeugen bestimmte Unfallmuster.
Kaputtes Auto: Mit E-Autos werden kaum mehr Schäden verursacht als mit Verbrennern.
© phanuwatnandee/Magnific
Kaputtes Auto: Mit E-Autos werden kaum mehr Schäden verursacht als mit Verbrennern.

Die Unfallforschung der deutschen Versicherer hat knapp 500 schwere Unfälle aus der Unfalldatenbank analysiert und dabei E-Autos mit baugleichen Verbrennern verglichen. Das Ergebnis: Die Schadenhäufigkeit von E-Autos ist im Vergleich zu Verbrennern nahezu unauffällig. Ein genauerer Blick zeigt aber durchaus Unterschiede.

Fehlende Fahrgeräusche

E-Autos bergen insbesondere höhere Risiken bei sehr langsamer Fahrt, speziell bei Dämmerung oder Dunkelheit, etwa beim Anfahren aus dem Stand, Rückwärtsfahren oder Abbiegen. „Unsere Untersuchung bestätigt Hinweise darauf, dass Fußgängerinnen und Fußgänger E-Autos in solchen Situationen schlechter wahrnehmen“, sagt UDV-Leiterin Kirstin Zeidler.

Das liege wohl vor allem an den fehlenden bekannten Fahrgeräuschen. Zwar müssen E-Autos seit 2021 aus Sicherheitsgründen Geräusche abgeben, wenn sie langsamer als 20 Kilometer pro Stunde fahren. „Diese künstlichen Geräusche sind aber womöglich nicht hörbar genug oder lassen sich noch nicht eindeutig einem Pkw zuordnen“, so Zeidler.

Gewöhnungsbedürftiges One-Pedal-Drive

Eine zweite Unfallquelle ist die One-Pedal-Drive-Technik. Bei Fahrzeugen, die sich weitgehend über ein Fahrpedal steuern lassen, lassen sich häufigere Unfälle durch Fahrzeugfehlbedienung feststellen.

„Die Studie legt nahe, dass die Gewöhnung an diese Fahrweise in Notsituationen eine Pedalverwechslung begünstigen kann“, so Zeidler. Das trifft vor allem auf Ältere zu. In der Analyse war knapp jeder zweite auf diese Weise Verunfallte älter als 75 Jahre.

E-Auto-Nutzer fahren vorsichtiger

In der Studie lässt sich zudem ein Unterschied in der Fahrweise erkennen. E-Auto-Fahrer scheinen weniger riskant zu fahren. In den untersuchten Fällen verloren sie seltener die Kontrolle über den Wagen und hatten weniger Alkohol- und Drogenunfälle.

Anfang 2026 waren rund 2 Millionen E-Fahrzeuge in Deutschland unterwegs, rund 4 Prozent der hier zugelassenen Autos. Laut GDV-Prognose könnten 2040 rund 60 Prozent aller Wagen elektronisch fahren.

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