Unfallort Zuhause

Eltern schieben Unfallschutz auf

Kippender Schrank, hohe Treppe, heißer Herd – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Kinder zu Hause Unfälle haben können. Das wissen durchaus auch Eltern. Nur tun sie nicht immer was dagegen.
Backe, backe Kuchen ... aber ist der Herd auch mit Kinderschutz ausgestattet?
© Holiak / Magnific
Backe, backe Kuchen … aber ist der Herd auch mit Kinderschutz ausgestattet?

Die meisten Unfälle erleiden Kinder auf Spielplatz oder der Straße? Irrtum! Tatsächlich geschehen sie zuhause, in den heimischen vier Wänden. Das weiß allerdings nur ein Drittel der Eltern (34 Prozent), wie aus einer Yougov-Umfrage im Auftrag des Versichererverbands GDV unter 1.027 Eltern hervorgeht. Darunter 800 Eltern mit Kindern unter 13 Jahren.

Demnach schätzen 65 Prozent der Befragten ihr Zuhause als sicher ein. Doch das könnte zu hoch gegriffen sein. „Viele Eltern sind nicht sorglos, aber zwischen Risikobewusstsein und konkretem Handeln klafft eine Lücke“, erklärt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV. „Fast die Hälfte der Eltern sieht Verbrennungen am Herd als relevantes Risiko, aber nur 29 Prozent haben einen Herdschutz installiert.“

Weiter geht es mit anderen Unfallquellen, die Yougov abgefragt hat:

  • 60 Prozent sehen Sturzrisiko durch Treppen oder kippende Möbel, aber nur 33 Prozent haben große Möbel gesichert.
  • 59 Prozent haben Putzmittel und Medikamente kindersicher verstaut, aber nur 38 Prozent nutzen rutschfeste Matten im Bad
  • 37 Prozent haben Treppengitter installiert
  • 34 Prozent verwahren Knopfzellen und Batterien sicher
  • 37 Prozent der Eltern haben mit ihrem Kind konkret Notfallsituation besprochen und geübt
  • 29 Prozent haben den Notruf mit den Kindern nicht eingeübt

Dahinter steckt gar nicht mal böser Wille. „Die Studie zeigt kein Desinteresse, sondern Aufschiebeverhalten“, sagt Käfer-Rohrbach. „Viele Eltern wissen, was sinnvoll wäre, setzen es im Alltag aber nicht sofort um.“

Um Eltern zu helfen, Risiken im Alltag besser einzuschätzen, haben der GDV und die BAG „Mehr Sicherheit für Kinder“ den Kinderunfall-Check entwickelt. Das kostenlose Online-Tool richtet sich an Eltern von Kindern bis 13 Jahren und umfasst bis zu zwölf Fragen. Es zeigt, welche Schutzmaßnahmen bereits umgesetzt sind und wo Sicherheitslücken bestehen könnten.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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