Die große Reform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ist auf dem Weg (Details dazu hier). Und neben Institutionen aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) meldet sich auch der Interessenverband der privaten Krankenversicherung (PKV) mit kritischer Stimme zu Wort.
Der PKV-Verband sieht nicht weniger als ein beschädigtes Gesundheitssystem. Er hadert vor allem mit Warkens Plan, Anfang 2027 gleichermaßen Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze um je 300 Euro im Monat zu erhöhen. Letzteres steigert die Einnahmen der GKV direkt, weil der Deckel für die Beiträge dann auf 6.112,50 Euro Einkommen im Monat steigt. Das wiederum könnte Menschen in die Arme der PKV treiben. Ersteres sorgt jedoch dafür, dass Versicherte erst bei entsprechend höherem Einkommen von dann 6.750 Euro überhaupt erst in die PKV wechseln dürfen.
Und genau über diesen Umstand beschwert sich der PKV-Verband. Dessen Vorsitzender, Thomas Brahm, sagt: „Die geplante außerordentliche Anhebung der Versicherungspflichtgrenze bedeutet faktisch die Bürgerversicherung für Angestellte. Ohne Not beschränkt dies die Wahlfreiheit von Millionen Arbeitnehmern und führt zu einem Systembruch, der weder vom Koalitionsvertrag noch von den Ergebnissen der Finanzkommission Gesundheit gedeckt ist.“
Einmal mehr pocht Brahm auf den Wettbewerb zwischen GKV und PKV und fordert: „Richtig wäre ein Ausbau von Wettbewerb und Wahlfreiheit im deutschen Gesundheitswesen. Beides stärkt die Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und effiziente Ressourcennutzung – zum Vorteil aller Versicherten.“