Abkassierer im Netz

Verbraucherschutz warnt vor kostenpflichtiger Rentenauskunft

Verbraucherschützer in Sachsen haben von einem neuen Trick im Internet erfahren. Eine merkwürdige Internet-Seite leitet lediglich kostenlose Informationen zur Rente weiter – und verlangt dafür Geld.
Frau prüft online Rentenauskunft am Laptop, hält Kreditkarte in der Hand.
© DC Studio / Freepik
Plötzlich eine Rechnung bekommen? Ein Portal verlangt Geld für eigentlich kostenlose Infos zur Rente

Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor der Website rentnerauskunft.de, betrieben von der angeblichen „Deutschen Rentnerauskunft“. Sie gebe lediglich Informationen zur Rente weiter, die es anderswo kostenlos gibt, teilen die Verbraucherschützer mit. Doch dafür verlange sie Geld.

Die Verbraucherschützer bezeichnen die Seite deshalb als sogenanntes „kostenpflichtiges Drittanbieterportal“. Die Internet-Seite der „Rentnerauskunft“ wirkt demnach offiziell, die Farben sind an den Auftritt der Deutschen Rentenversicherung angelehnt. Sie bietet aber Auskünfte an, die es bei der Deutschen Rentenversicherung direkt auch kostenlos gibt. Und dafür verlangt sie über ausgestellte Rechnungen 29,90 Euro, wie aus einer erhöhten Anzahl von Beschwerden an die Verbraucherzentrale hervorgeht.

Laut Impressum betreibt die Regis Datasec aus London die Seite. Sie weist sogar darauf hin, dass sie „in keinem Vertragsverhältnis zur Deutschen Rentenversicherung“ stehe.

Der angebliche Vertrag soll dadurch zustande kommen, dass Nutzer ihre Daten eingeben und dann auf „Anfordern“ klicken. Doch das stimmt so wohl nicht. „Aus unserer Sicht kommt durch das Klicken auf den Button ‚Anfordern‘ kein wirksamer Vertrag zustande. Betroffene sind daher nicht zur Zahlung verpflichtet“, sagt Micaela Schwanenberg, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Sie rät Betroffenen deshalb: „Veranlassen Sie keine Zahlung und widersprechen Sie der Forderung schriftlich.“

Unterlagen und Auskünfte zur gesetzlichen Rente solle man stattdessen direkt bei der Deutschen Rentenversicherung anfordern. Und zu der geht es hier entlang. Wer indes Hilfe beim Widerspruch und sonstigen Auseinandersetzungen benötigt, kann sich an die Verbraucherzentrale Sachsen wenden.

Mehr zum Thema

Nach dem Sturm: KFZ-Bestand der Itzehoer beruhigt sich

Die Itzehoer Versicherungen haben nach einem stürmischen Jahr 2024 im KFZ-Geschäft wieder ruhiges Wasser erreicht.…

Private Altersvorsorge erreicht viele Menschen nicht

Altersvorsorge, die über die gesetzliche Rentenversicherung hinausgeht, ist eher rar hierzulande. Wobei sich das Ergebnis…

Bafin: Mehr Beschwerden zu Kranken- und KFZ-Versicherungen

Vor allem in der KFZ- und Krankenversicherung beschwerten sich die Menschen. Bei den Auto-Versicherungen kam…

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert