Der Klimawandel läuft und betrifft nicht nur Wohngebäudeversicherung, sondern auch die gewerbliche Gebäudeversicherung. Das wurde nicht zuletzt dann deutlich, als zahlreiche Betriebsgebäude nach der Flut im Ahrtal im Sommer 2021 unter Wasser standen oder schlicht fort waren. Fast fünf Jahre her.
Doch wie lassen gewerbliche Sachversicherer den Klimawandel in die gewerbliche Gebäudeversicherung einfließen. Und wie wirkt er sich auf Prämien und Schäden in der Statistik aus? Wir haben bei der Axa und der SV Sparkassenversicherung nachgefragt. Beide gehören zu den Maklerlieblingen, wie die Maklergenossenschaft Vema in ihrer Umfrage herausfand. Geantwortet haben:
Pfefferminzia: Welche Art der Schäden nimmt besonders zu?
Andreas Kniehl: Wir beobachten insbesondere die Zunahme von lokalen Hagel- und Starkregenereignissen, die zu Überschwemmungen und Überflutungen führen. Dabei steigt nicht nur die Zahl der Ereignisse, sondern auch deren Intensität.
Unser Aufwand für Elementarschäden ist in den Jahren 2020 bis 2024 gegenüber der Vorperiode, also 2015 bis 2019, um rund 86 Prozent gestiegen.
Inwiefern verändert der Klimawandel die Spielregeln für die gewerbliche Gebäudeversicherung generell?
Florian Gössl: Der Klimawandel intensiviert die Schadenereignisse und kann dadurch zu höheren Kosten führen. Entscheidend ist, dass Versicherer, Wirtschaft und Politik ganzheitlich auf das Thema Klimawandel schauen. Dazu gehört, dass neben bedarfsgerechtem Versicherungsschutz auch Themen wie Prävention, Klimafolgenanpassung und die nachhaltige Transformation der Wirtschaft in den Blick genommen werden.
Kniehl: Eine generelle Veränderung der Spielregeln sehen wir nicht. Wir stellen jedoch ein zunehmendes Risikobewusstsein hinsichtlich der Elementargefahren fest. Das gilt für alle am Prozess beteiligten Parteien, also Vertrieb, Kunden und Versicherer. Wir als Versicherer müssen auf die steigenden Schadenaufwände reagieren. Zudem dürfen wir die Politik nicht vergessen: Nur durch verstärkte Investitionen in Präventionsmaßnahmen können zukünftige Prämiensteigerungen in Grenzen gehalten werden.
Was ändert sich für Makler in Hinblick auf Risikoprüfung, Tarife und Beratung?
Gössl: Im Rahmen der Beratung ist es sinnvoll, die Notwendigkeit der Versicherung gegen Wetterereignisse gründlich zu überprüfen. Trotz gravierender Extremwetterereignisse wie „Bernd“ sehen wir zwar einen steigenden, aber nach wie vor ausbaufähigen Anteil von Risiken mit Elementarschutz.
Klimawandel betrifft uns alle. Dafür sollten auch Maklerinnen und Makler im Beratungsgespräch sensibilisieren. Starkregen kann zum Beispiel jede Kundin oder jeden Kunden treffen – egal, ob das Risiko nahe an einem Gewässer liegt oder nicht. Auch für Gebäude, die früher als sicher vor Extremwetterschäden angesehen wurden, steigt das Risiko deutlich. Dementsprechend wichtig ist das Thema Elementarversicherung in der Beratung.
Kniehl: Aus unserer Sicht ist es sehr wichtig, dass Makler die Kunden bezüglich der relevanten Gefahren sensibilisieren, ihnen aufzeigen, wie die Risiken bestmöglich abgesichert werden können und welche Präventionsmaßnahmen sinnvoll sein können.
Und was wären große Fehler, die Makler bei dem Thema begehen könnten?
Kniehl: Der größte Fehler wäre es, die Kunden nicht auf das Thema anzusprechen und über die Absicherungsmöglichkeiten zu informieren. Entscheidet sich der Kunde gegen eine empfohlene Absicherung, sollte das entsprechend dokumentiert werden.
Gössl: In der gewerblichen Gebäudeversicherung kann unter anderem die Ermittlung der korrekten Versicherungssummen herausfordernd und komplex sein. Makler können hier durch professionelle Wertermittlungstools Mehrwerte generieren und den individuellen Bedarf des Kunden herleiten.
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