Umfrage

Wenn die Altersvorsorge 10 Jahre zu früh endet

Das Gros der Deutschen unterschätzt die eigene Lebenserwartung. Und damit auch die Dauer, die ihre Altersvorsorge abdecken muss. Laut einer Fidelity-Studie klafft bei vielen eine Versorgungslücke von mindestens zehn Jahren.
© Fidelity
Warnt vor einer Altersvorsorge, die nicht reicht: Susanna Wooders ist Deutschland-Chefin bei Fidelity International.

Für mehr als die Hälfte der Deutschen wird die eigene Altersvorsorge nicht reichen. 54 Prozent der Bürgerinnen und Bürger planen zu kurz – konkret: um mindestens zehn Jahre zu kurz. Das hat eine Umfrage des Fondshauses Fidelity in Zusammenarbeit mit dem National Innovation Centre for Ageing (Nica) ergeben.

Ermittelt wurde die Lücke durch den Vergleich der Lebenserwartung mit der Erwartung der Befragten, wie lange ihre Altersvorsorge reicht. Weltweit planen 42 Prozent um mindestens zehn Jahre zu kurz; in Deutschland sind es eben 54 Prozent.

Betrachtet man eine potenzielle Lebensspanne von 100 Jahren, haben 81 Prozent der Menschen ab 50 Jahren eine Rentenlücke von mehr als einem Jahrzehnt – mit deutlichen Unterschieden je nach Land. In Deutschland ist auch da der Wert höher und liegt bei 87 Prozent, die nicht ausreichend vorbereitet sind.

„Die Menschen leben heute länger als je zuvor. Viele bereiten sich aber immer noch auf einen Ruhestand vor, wie ihn ihre Eltern und Großeltern erlebt haben“, sagt Susanna Wooders, Deutschland-Chefin bei Fidelity International. „Die Diskrepanz zwischen Lebenserwartung und Sparhorizont birgt das Risiko, dass viele schlecht vorbereitet sind. Mit der richtigen Planung kann ein längeres sorgenfreies Leben Realität werden – aber dafür braucht es ein neues Denken und frühzeitiges Handeln.“

Deutsche blicken trotzdem positiv in die Zukunft

Trotz der mangelnden Vorbereitung zeigt die Fidelity-Studie auch einen gewissen Optimismus hinsichtlich des Ruhestands. In Deutschland beschreiben 60 Prozent der Rentner ihre Einstellung als positiv, verglichen mit 54 Prozent der Noch-nicht-Rentner.

70 Prozent der Befragten gehen davon aus, länger zu arbeiten – vor allem, um geistig und körperlich aktiv zu bleiben (38 Prozent) und weniger aus finanzieller Notwendigkeit (26 Prozent).

„Ein längeres Leben sollte etwas sein, worauf man sich freuen kann – nichts, was Angst macht. Wir können die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen länger und erfüllter im Ruhestand leben“, sagt Wooders.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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