Am 8. März ist Weltfrauentag. Ein wichtiges Thema, das Frauen und Männer voneinander unterscheidet, ist der Umgang mit Geld, Versicherungen und Altersvorsorge. Damit das nicht so bleibt, gibt es engagierte Frauen, die andere Frauen zu einem offeneren Umgang mit diesen Themen ermutigen und Schützenhilfe geben.
Welche Versicherungen sie am wichtigsten finden, welche Missverständnisse sie am häufigsten aus dem Weg räumen müssen, und wie ihr wichtigster Finanztipp lautet, haben uns die folgenden Expertinnen in Kurzinterviews verraten:

Pfefferminzia: Wenn du nur einen Finanztipp für Frauen nennen solltest, welcher wäre das?
Alina vom Bruck: Finanzielle Unabhängigkeit ist wichtig, und zwar in jeder Lebensphase. Daher so früh wie möglich eigene Rücklagen aufbauen und fürs Alter vorsorgen.
Was ist das größte Missverständnis von Frauen beim Thema Finanzen?
Alina: Dass Frauen davon nichts verstehen.
Inwiefern hängen funktionierende Finanzen und Gleichberechtigung zusammen?
Alina: Wenn in einer Beziehung die eine Person von der anderen finanziell abhängig ist, fällt es schwerer, sich wirklich gleichberechtigt zu fühlen. Daher finde ich es auch fair, wenn der Partner oder die Partnerin für berufliche Auszeiten, etwas für die Kindererziehung, vom anderen einen finanziellen Ausgleich erhält, um eine eigene Altersvorsorge aufbauen zu können.
Was sind die wichtigsten Versicherungen, die Frauen benötigen und warum?
Alina: Dieselben wie Männer: Neben den Standards wie eine gute Krankenversicherung und eine Haftpflicht auf jeden Fall eine Berufsunfähigkeitsversicherung, um die eigene Arbeitskraft abzusichern.
Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich persönlich?
Alina: Wir sind in der Gleichberechtigung weit gekommen. Das ist allerdings nicht selbstverständlich. In Teilen der Gesellschaft bröckelt das Erreichte. Daher feiere ich den Weltfrauentag, um der Gleichberechtigung von Männern und Frauen Aufmerksamkeit zu geben.

Pfefferminzia: Wenn du nur einen Finanztipp für Frauen nennen solltest, welcher wäre das?
Celine Carstensen-Opitz: Lasst Euch vom Profi beraten und macht Euch das Kümmern um Gelddinge zur guten Gewohnheit!
Was ist das größte Missverständnis von Frauen beim Thema Finanzen?
Celine: Das gleiche wie bei Männern: Zu denken, man hätte noch ewig Zeit, um sich damit zu beschäftigen.
Inwiefern hängen funktionierende Finanzen und Gleichberechtigung zusammen?
Celine: Finanzielle Unabhängigkeit sowohl beim Einkommen als auch bei der Risiko- und Altersvorsorge ist die Grundlage für ein gleichberechtigtes Miteinander. Finanzielle Abhängigkeit im Erwerbsleben führt in der Regel auch zu Abhängigkeit im Alter und damit zu lebenslanger Abhängigkeit.
Was sind die wichtigsten Versicherungen, die Frauen benötigen und warum?
Celine: Ganz weit vorne sehe ich neben der Haftpflichtversicherung die Berufsunfähigkeitsversicherung und die private Rentenversicherung. Mein Tipp: Ganz viel geht über den Arbeitgeber – staatlich gefördert und oft mit attraktiven Zuschüssen vom Chef. Was sonst noch wichtig ist, sollte jede mit ihrer Versicherungsmaklerin oder ihrem Versicherungsmakler besprechen.
Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich persönlich?
Celine: Der Tag erinnert mich daran, dass Frauen in vielen Teilen der Welt immer noch nicht die gleichen Rechte haben wie Männer. Wir alle, Frauen und Männer, müssen daran arbeiten, dass eines Tages jede Frau ein selbstbestimmtes Leben führen kann.

Pfefferminzia: Wenn du nur einen Finanztipp für Frauen nennen solltest, welcher wäre das?
Katrin Fuchs: Bleib finanziell unabhängig – immer! Auch in einer fairen Partnerschaft solltest du dich fragen: Könnte ich finanziell auch ohne meinen Partner bestehen? Absprachen, die aus Liebe getroffen werden, haben im Trennungsfall oft keinen Bestand. Eine eigene finanzielle Basis gibt dir Sicherheit und Freiheit – in jeder Lebenslage.
Was ist das größte Missverständnis von Frauen beim Thema Finanzen?
Katrin: „Ich habe kein Geld zum Sparen.“ Doch oft steckt dahinter ein gesellschaftliches Bild, das Frauen vermittelt, sie müssten viel Geld für ihr Äußeres ausgeben – von Friseur über Mode bis Kosmetik. Stell dir vor, du würdest dieses Geld stattdessen für dich investieren. Welche Summe käme bis zur Rente zusammen? Finanzielle Unabhängigkeit beginnt dort, wo wir unsere Prioritäten bewusst setzen.
Inwiefern hängen funktionierende Finanzen und Gleichberechtigung zusammen?
Katrin: Gleichberechtigung gibt es nur mit finanzieller Eigenständigkeit. Wer wirtschaftlich abhängig ist, hat weniger Spielraum für eigene Entscheidungen – sei es in der Partnerschaft, im Job oder im Alter. Wenn Frauen mit dem Gedanken leben müssen, dass ihre Rente nicht reicht, während der Partner ein solides Polster hat, entsteht ein Ungleichgewicht, das Freiheit und Gleichheit verhindert.
Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich persönlich?
Katrin: Für mich ist der Weltfrauentag ein Tag, um laut und deutlich auf die Bedürfnisse von Frauen aufmerksam zu machen. Gleichzeitig sollte unser Engagement nicht nur an diesem einen Tag sichtbar sein – Gleichberechtigung ist eine tägliche Aufgabe. Solange sie nicht erreicht ist, müssen wir das Thema konsequent in den gesellschaftlichen Diskurs bringen – und halten.

Pfefferminzia: Wenn du nur einen Finanztipp für Frauen nennen solltest, welcher wäre das?
Cornelia Frankenberg: Übernimm‘ Verantwortung für deine eigenen Finanzen!
Was ist das größte Missverständnis von Frauen beim Thema Finanzen?
Cornelia: Viele Frauen verknüpfen Geld mit Liebe. Das haben wir aus Hollywood-Filmen gelernt. Und daher werden Finanzen oft nicht angesprochen aus Angst, dass die Liebe darunter leiden könnte. Doch das ist ein Trugschluss. Gerade wenn die Finanzen geklärt sind, hat man viel mehr Freiraum, sich um die Liebe zu kümmern.
Inwiefern hängen funktionierende Finanzen und Gleichberechtigung zusammen?
Cornelia: Geld wird oft als Machtinstrument eingesetzt, vor allem in Beziehungen und oft auch unbewusst. In einer gleichberechtigten Beziehung werden beide Personen in die Finanzplanung involviert und es wird eine faire Lösung gefunden, auch wenn ein Einkommensgefälle herrscht. Bewusste Intransparenz, zum Beispiel, wenn der Mann alles Finanzielle alleine regelt und die Frau ein Taschengeld bekommt, sorgt für ein Machtgefälle und steht einer Beziehung auf Augenhöhe im Weg.
Was sind die wichtigsten Versicherungen, die Frauen benötigen und warum?
Cornelia: Mal abgesehen von der Privathaftpflicht sind das:
a) eine eigene BU, um im Ernstfall finanziell unabhängig von einem Partner sein zu können
b) eine eigene Altersvorsorge, um im Alter finanziell unabhängig von einem Partner sein zu können
c) ein eigenes Konto und eigenes Vermögen, um unabhängig finanzielle Entscheidungen treffen zu können.
Warum die finanzielle Unabhängigkeit?
Cornelia: Um einfach jede große Entscheidung mit dem Herzen und unabhängig vom Portemonnaie des Partners treffen zu können.
Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich persönlich?
Cornelia: Am Weltfrauentag habe ich 2012 meine Sachkundeprüfung als Versicherungsfachfrau abgelegt. Es war der Startschuss für meine Berufung als Versicherungsmaklerin. Ansonsten ist das für mich der feministische Kampftag – und ich möchte bitte keine Blumen.

Pfefferminzia: Was ist das größte Missverständnis von Frauen zum Thema Finanzen?
Ute Geishauser: Viele Frauen glauben, dass die Witwenrente sie im Alter finanziell absichert – doch das ist ein gefährlicher Irrtum. Die gesetzliche Hinterbliebenenrente fällt oft viel niedriger aus als erwartet, weil eigene Einkünfte angerechnet werden und es zahlreiche Einschränkungen gibt.
Wer sich darauf verlässt, riskiert erhebliche finanzielle Engpässe. Deshalb ist es so wichtig, sich frühzeitig um eine eigene Absicherung zu kümmern – sei es durch private Vorsorge, kluge Finanzplanung oder andere Einkommensquellen.
Wenn ich nur einen Finanztipp für Frauen nennen sollte, welcher wäre das?
Ute: Verlasse dich finanziell niemals auf andere – weder auf den Partner, noch auf den Staat! Frauen leben statistisch länger, verdienen meist weniger und haben Unterbrechungen in der Erwerbsbiografie. Wer sich rechtzeitig kümmert, bleibt unabhängig und handlungsfähig – in jeder Lebenssituation. Deshalb ist es entscheidend, frühzeitig eine eigene finanzielle Strategie zu entwickeln durch regelmäßiges Investieren, private Altersvorsorge und ein solides finanzielles Polster.
Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich persönlich?
Ute: Der Weltfrauentag hat eine zentrale Bedeutung im Rahmen der Diskussion um finanzielle Gleichstellung und Altersvorsorge von Frauen. Empirische Daten zeigen, dass Frauen aufgrund längerer Lebenserwartung, unterbrochener Erwerbsbiografien und geschlechtsspezifischer Lohnunterschiede einem erhöhten Risiko finanzieller Abhängigkeit und Altersarmut ausgesetzt sind. Der Weltfrauentag bietet eine wichtige Plattform, um auf diese strukturellen Herausforderungen aufmerksam zu machen, die ökonomischen Zusammenhänge zu erläutern und Lösungsstrategien zur finanziellen Eigenständigkeit aufzuzeigen.
Unternehmen und auch Versicherer als Arbeitgeber können durch den Ausbau einer familien- und sozialbewussten Unternehmenskultur einen wesentlichen Beitrag zur finanziellen Gleichstellung von Frauen leisten.

Pfefferminzia: Wenn du nur einen Finanztipp für Frauen nennen solltest, welcher wäre das?
Anja: Finanzen sind kein Hexenwerk! Sich mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen, bedeutet nicht, von heute auf morgen Finanzprofi zu werden. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und bewusst Entscheidungen zu treffen – und nicht darauf zu hoffen, dass es „schon irgendwie passt“.
Was ist das größte Missverständnis von Frauen beim Thema Finanzen?
Anja: Dass es sich schon irgendwie regelt oder dass man sich später darum kümmern kann. Leider ist „später“ oft zu spät – besonders beim Thema Altersvorsorge. Außerdem gibt es immer noch das Märchen, dass Finanzthemen kompliziert sind. Dabei ist das meiste eigentlich logischer Menschenverstand kombiniert mit Disziplin.
Inwiefern hängen funktionierende Finanzen und Gleichberechtigung zusammen?
Anja: Wer finanziell unabhängig ist, trifft Entscheidungen aus Freiheit – nicht aus Zwang. Geld bedeutet Selbstbestimmung. Es geht nicht nur um den Gehaltszettel, sondern darum, die eigene Zukunft selbst in die Hand zu nehmen, anstatt sich darauf zu verlassen, dass jemand anderes es tut.
Was sind die wichtigsten Versicherungen, die Frauen benötigen und warum?
Anja: Das sind die wichtigsten Versicherungen:
Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich persönlich?
Anja: Er ist eine Erinnerung daran, dass Gleichberechtigung nicht von selbst passiert. Und dass Frauen immer noch zu oft weniger verdienen, schlechter abgesichert sind und sich in Finanzfragen unterschätzen – obwohl sie statistisch oft die besseren Anlegerinnen sind. Also: Mehr Mut zu Finanzen, weniger Angst vor Zahlen!

Pfefferminzia: Wenn du nur einen Finanztipp für Frauen nennen solltest, welcher wäre das?
Nadine: Selbst ist die Frau – auch in ihrer Altersvorsorge! Das heißt, selbst in die Hand nehmen, jetzt.
Pfefferminzia: Was ist das größte Missverständnis von Frauen beim Thema Finanzen?
Nadine: Aus Unsicherheit abwarten und sich deshalb nur auf die Versorgung des Partners verlassen – das verschlimmert nur das Problem!
Inwiefern hängen funktionierende Finanzen und Gleichberechtigung zusammen?
Nadine: Jede und jeder hat die eigene Verantwortung für funktionierende Finanzen und eine auskömmliche Altersversorgung. Das lässt sich zwar teilen in Ehe oder Partnerschaft – gleichberechtigt ist das aber nur dann, wenn beide Seiten so berücksichtigt sind, dass niemand von beiden „ohne“ dasteht. Auch dann nicht, wenn die Partnerschaft nicht hält.
Was sind die wichtigsten Versicherungen, die Frauen benötigen und warum?
Nadine: Neben den Basisabsicherungen, wie eine Privathaftplichtversicherung, ist insbesondere der Fokus auf die eigene Arbeitskraft und die eigene Versorgung im Alter wichtig – als private und als betriebliche BU- und Altersversorgung.
Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich persönlich?
Nadine: Frauen haben weltweit immer noch nicht die gleichen Chancen und Rechte wie Männer. Es ist so wichtig, Solidarität für alle Frauen weltweit zu zeigen und nicht nachzulassen, jeden Tag. Das sagt uns allen der heutige Weltfrauentag.

Pfefferminzia: Wenn du nur einen Finanztipp für Frauen nennen solltest, welcher wäre das?
Hava Misimi: Sich früh um die eigenen Finanzen zu kümmern! Es bringt NUR Vorteile und keinen einzigen Nachteil. Man setzt sich schon früh auseinander, hat ein Bewusstsein für die Themen und weiß sich in verschiedenen Lebensphasen durch die eigenen Finanzen und Versicherungen durchzunavigieren.
Was ist das größte Missverständnis von Frauen beim Thema Finanzen?
Misimi: Dass die gesetzliche Rente ausreichen wird. Das wird sie nicht, selbst für jemanden der immer in Vollzeit durchgearbeitet hat und damit schon gar nicht für uns Frauen, die in der Regel keine geradlinigen Erwerbsleben haben, häufiger in Teilzeit arbeiten und durch Eltern-/Kindererziehungszeiten eher Unterbrechungen in der Erwerbsbiographie haben.
Inwiefern hängen funktionierende Finanzen und Gleichberechtigung zusammen?
Misimi: Ich persönlich denke, dass finanzielle Bildung und das Bewusstsein für die eigene Altersvorsorge sehr viel dazu beitragen. Denn sie bieten finanzielle Unabhängigkeit. Als Frau finanziell von niemandem abhängig zu sein, bietet die Möglichkeit selbst zu entscheiden und beispielsweise bei der Partnerwahl nicht abhängig zu sein oder sich in Beziehungen aufzuhalten, die Abhängigkeiten forcieren.
Zudem glaube ich, dass man durch dieses Bewusstsein überhaupt in der Lage ist, über solche Themen mit seinem Partner/Partnerin zu sprechen und auch eine Gleichberechtigung herzustellen, wenn man gemeinsam eine Familie gründen möchte.
Was sind die wichtigsten Versicherungen, die Frauen benötigen und warum?
Misimi: Ich würde sagen das gilt für alle, nicht speziell für Frauen:
Denn Frauen leben in der Regel länger als Männer und somit sollten sie ihr Langlebigkeitsrisiko nicht unterschätzen.
Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich persönlich?
Misimi: Um ehrlich zu sein, für mich persönlich hat er keine große Bedeutung. Es ist schön, dass es einen Tag gibt an dem man an uns Frauen denkt, aber ein faires, gemeinschaftliches Zusammenleben – unabhängig vom Geschlecht – sollte jeden Tag möglich sein 🙂

Pfefferminzia: Wenn du nur einen Finanztipp für Frauen nennen solltest, welcher wäre das?
Celine: Tut alles dafür, finanziell unabhängig zu sein. Unabhängig von einem Mann, vom Elternhaus, im Idealfall sogar vom Arbeitgeber. Es gibt kaum etwas Befreienderes, als Entscheidungen nicht mehr vom Geld abhängig machen zu müssen. Viele Frauen bleiben in unglücklichen Beziehungen, weil sie sich eine Trennung finanziell nicht leisten können. Andere verharren in Jobs, die sie nicht erfüllen, aus Angst, keine Alternative zu haben.
Das muss nicht sein! Der Schlüssel liegt darin, sich selbst als das wichtigste Asset zu begreifen: Eigene Konten, eigene Depots, eine solide Altersvorsorge und der Mut, finanzielle Abhängigkeiten bewusst zu vermeiden. Dazu gehört auch eine fundierte finanzielle Bildung. Wer früh lernt, mit Geld klug umzugehen, es sinnvoll zu investieren und Risiken richtig einzuschätzen, wird unabhängiger von äußeren Umständen. Es geht nicht darum, riesige Summen anzuhäufen, sondern um ein stabiles Fundament, das Freiheiten ermöglicht.
Was ist das größte Missverständnis von Frauen beim Thema Finanzen?
Celine: Das größte Missverständnis ist das Schubladendenken, in das wir selbst oft verfallen. Frauen sind nicht per se schlechter im Umgang mit Geld. Es gibt nur weniger Frauen, die sich aktiv damit beschäftigen, und das führt zu verzerrten Statistiken. Ein weiteres Missverständnis ist, dass man besonders gut in Mathe sein muss, um erfolgreich zu investieren. Völliger Quatsch! Finanzielle Intelligenz hat weniger mit komplizierten Formeln zu tun als mit gesundem Menschenverstand, Disziplin und Weitblick.
Frauen sind oft sogar die besseren Investorinnen, weil sie vorsichtiger, weniger selbstüberschätzt und langfristig orientiert handeln. Studien zeigen, dass Frauen seltener spekulieren und weniger hektisch auf Marktveränderungen reagieren – das sind hervorragende Eigenschaften für nachhaltigen Vermögensaufbau. Anstatt uns von Klischees beeinflussen zu lassen, sollten wir Eigenverantwortung, Selbstreflexion und finanzielle Bildung in den Mittelpunkt stellen. Je mehr Frauen aktiv am Finanzmarkt teilnehmen, desto selbstverständlicher wird es, dass sie genauso kompetent sind wie Männer.
Inwiefern hängen funktionierende Finanzen und Gleichberechtigung zusammen?
Celine: Wir leben in einer Welt, in der Erfolg oft über Einkommen und Vermögen definiert wird. Gleichberechtigung kann daher nur funktionieren, wenn Frauen finanziell selbstbestimmt sind. Doch Gleichberechtigung bedeutet nicht nur „gleiches Gehalt für gleiche Arbeit“, sondern auch, den eigenen Marktwert zu kennen, sich weiterzuentwickeln und finanziell kluge Entscheidungen zu treffen. Wer seinen Wert erkennt, diesen steigert und gezielt verhandelt, hat langfristig mehr Einfluss auf das eigene Leben.
Oft sehen wir den Gender Pay Gap als Kernproblem, aber das eigentliche Problem ist, dass viele Frauen zu lange in schlecht bezahlten Jobs bleiben oder sich zu wenig zutrauen, höhere Gehaltsforderungen zu stellen. Sich weiterzubilden, zu verhandeln, in Netzwerke zu investieren und finanziell strategisch zu denken, ist essenziell.
Ein weiterer Aspekt betrifft die Partnerschaft: Geld ist Macht. Wer in einer Beziehung kein eigenes Konto, keine eigenen Investments oder keine eigene Altersvorsorge hat, begibt sich in eine riskante Abhängigkeit. Getrennte Finanzen bedeuten nicht weniger Liebe, sondern mehr Unabhängigkeit und Sicherheit. Gerade Frauen sollten darauf achten, sich nicht in traditionelle Rollenmodelle drängen zu lassen, die langfristig zu finanziellen Nachteilen führen.
Was sind die wichtigsten Versicherungen, die Frauen benötigen und warum?
Celine: Hier unterscheiden sich Frauen nicht von Männern. Grundlegend sind es die gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungen wie Krankenversicherung und KFZ-Haftpflicht, falls ein Auto vorhanden ist. Darüber hinaus sind eine private Haftpflichtversicherung, eine Hausratversicherung, je nach Wohnsituation und eventuell eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll. Wer viel reist, sollte eine Auslandskrankenversicherung haben.
Ein besonders wichtiges Thema ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Viele Frauen unterschätzen das Risiko, durch Krankheit oder Unfall langfristig nicht mehr arbeiten zu können. Wer früh eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, sichert sich finanziell ab, falls das eigene Einkommen unerwartet wegfällt.
Zusätzlich ist die Altersvorsorge ein kritischer Punkt. Frauen haben oft längere Erwerbsunterbrechungen durch Elternzeiten oder Pflege von Familienmitgliedern, was zu niedrigeren Renten führt. Eine private Vorsorge mit ETFs, Aktien oder anderen Anlageformen ist daher fast schon ein Muss, um später nicht in finanzielle Engpässe zu geraten.
Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich persönlich?
Celine: Der Weltfrauentag ist für mich ein jährlicher Reminder, dass Frauen für sich selbst einstehen müssen. Die Frauenbewegung hat viel erreicht. Aber es gibt noch immer Baustellen – weltweit. Gleichzeitig sehe ich den Tag als Erinnerung daran, dass Eigenverantwortung der Schlüssel ist. Gleichberechtigung fängt nicht bei Forderungen an andere an, sondern bei der Frage: Was kann ich selbst tun, um meine Situation zu verbessern?
Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Gleichberechtigung nicht nur auf politischer Ebene entschieden wird, sondern in jedem einzelnen Leben. Jede Frau, die ihre Finanzen in die Hand nimmt, ihr Wissen erweitert und unabhängige Entscheidungen trifft, trägt zur Stärkung aller Frauen bei.
Ich nutze diesen Tag, um innezuhalten, meine eigene Entwicklung zu reflektieren und mich daran zu erinnern, warum finanzielle Bildung so essenziell ist. Es ist ein Tag, der uns zeigt, dass wir schon viel erreicht haben – aber auch, dass es noch viel zu tun gibt.

Pfefferminzia: Wenn du nur einen Finanztipp für Frauen nennen solltest, welcher wäre das?
Anke Pauli: Lasst euch nicht von der Angst, etwas falsch zu machen, entmutigen oder gar bremsen! Es ist viel wahrscheinlicher, dass das Zögern und Nichtstun am Ende schlimmere Folgen hat als ein paar Anfängerfehler.
Was ist das größte Missverständnis von Frauen beim Thema Finanzen?
Anke: Der Glaube, dass Finanzen und insbesondere Investieren, super kompliziert sind. Sind diese Frauen dann noch umgeben von Personen, die selbst ihre Vorurteile dazu haben, kann es schwierig sein, sie vom Gegenteil zu überzeugen.
Was sind die wichtigsten Versicherungen, die Frauen benötigen und warum?
Anke: Frauenspezifische Versicherungen gibt es nicht. Wichtig wären generell die Privathaftpflichtversicherung, um sich vor finanziellen Schäden zu schützen und die Berufsunfähigkeitsversicherung, um im Falle eines Arbeitskraftverlustes weiterhin ein Einkommen zu beziehen und laufende Ausgaben decken zu können. Weitere Versicherungen sind abhängig von der jeweiligen Lebenssituation.
Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich persönlich?
Anke: Mir wäre es viel lieber, dieser Tag hätte gar keine Bedeutung mehr – denn das hieße schließlich, es gäbe keine Ungleichberechtigung zwischen Frauen und Männern mehr!

Pfefferminzia: Wenn du nur einen Finanztipp für Frauen nennen solltest, welcher wäre das?
Martina Pophal: Der wichtigste Finanztipp, den ich Frauen geben kann, ist: Fangt früh an, euch um eure Altersvorsorge zu kümmern. Durch den Zinseszinseffekt könnt ihr auch mit kleinen Beträgen ein beachtliches Vermögen aufbauen. Es geht darum, finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen und sich nicht in eine prekäre Situation im Alter zu manövrieren. In schlechten finanziellen Zeiten, die immer wieder vorkommen können, dennoch den langfristigen Charakter nicht außer Acht lassen und überlegen, wie es gehen kann. Dazu immer Expertinnen befragen.
Was ist das größte Missverständnis von Frauen beim Thema Finanzen?
Martina: Bei Unterstützung von Start-ups und selbstständigen Frauen fällt mir immer noch auf, das viele glauben, dass sie nicht genug Wissen haben, um ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Doch das ist ein Irrglaube. Finanzielle Bildung ist der Schlüssel, und jeder kann sie erlangen. Es geht darum, sich zu trauen und den ersten Schritt zu machen. Ich liebe Netzwerken und denke auch hier können Expertinnen viel unterstützen. Und im Laufe der Jahre wächst die kleine Pflanze. Immer wieder etwas Aufmerksamkeit auf das Thema, dann verbinden sich die Punkte.
Inwiefern hängen funktionierende Finanzen und Gleichberechtigung zusammen?
Martina: Funktionierende Finanzen sind ein wesentlicher Baustein für Gleichberechtigung. Sie ermöglichen es Frauen, unabhängige Entscheidungen zu treffen, Risiken zu minimieren und ihre Lebensziele zu verfolgen. Finanzielle Unabhängigkeit ist gleichbedeutend mit einer stärkeren Position in der Gesellschaft und in Beziehungen. Früher haben wir wenig in der Familie über Geld gesprochen, das ist jetzt anders. Wenn nicht, dann bitte damit anfangen.
Was sind die wichtigsten Versicherungen, die Frauen benötigen und warum?
Martina: Neben der Altersvorsorge ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung essenziell. Für die Altersversorgung gibt es so wirkungsvolle staatliche Unterstützung. Da ist die betriebliche Altersversorgung (bAV) für alle Arbeitnehmer echt eine kleine Goldgrube. Aber auch für Selbstständige ist die Vorsorge fürs Alter ein Muss, das wird viel zu oft auf später verschoben.
Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich persönlich?
Martina: Für mich persönlich ist der Weltfrauentag eine Gelegenheit, die Errungenschaften von Frauen zu feiern und gleichzeitig auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam zu machen. Es ist ein Tag, der uns daran erinnert, dass der Kampf für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung weitergeht. Es ist auch ein Tag, um sich mit anderen Frauen zu vernetzen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu inspirieren. Es bestehen noch viele unterschiedliche Gaps – und dieses Jahr liegt der Equal Pay Day auf dem 7.3. – passend zum Weltfrauentag.

Was ist das größte Missverständnis von Frauen beim Thema Finanzen?
Cordula: Dass sie sich selbst zu wenig zutrauen. Sie sollten besser dem Pippi-Langstrumpf-Prinzip folgen: Weil ich es noch nie probiert habe, wird es also klappen!
Inwiefern hängen funktionierende Finanzen und Gleichberechtigung zusammen?
Cordula: Geld ist Macht! Kein Geld ist Ohnmacht!
Was sind die wichtigsten Versicherungen, die Frauen benötigen und warum?
Cordula: Die wichtigste Versicherung ist eine Rechtsschutzversicherung wegen des Hochrisikos Ehe.
Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich persönlich?
Cordula: Da startet die heiße Phase zur Bewerbung des German Equal Pension Symposium. Und am dieses Jahr gibt es 2 für 1 Freund:innen-Tickets am Weltfreundinnentag.

Pfefferminzia: Wenn du nur einen Finanztipp für Frauen nennen solltest, welcher wäre das?
Carolin Weyand: Der wichtigste Tipp ist definitiv: Anfangen! Sich selbst informieren und mit den eigenen Finanzen beschäftigen. Es ist kein Buch mit sieben Siegeln. Jede kann das!
Was ist das größte Missverständnis von Frauen beim Thema Finanzen?
Carolin: Der (leider oft vorhandene) Irrtum, dass der Partner für die finanzielle Absicherung sorgt. Hier gilt der schon oft gesagte, aber trotzdem immer noch viel zu oft nicht gehörte Hinweis: Ein Mann ist keine Altersvorsorge! Insbesondere wenn eine Familie gegründet wird, müssen Frauen ein Problembewusstsein dafür entwickeln, dass sie mit der Familiengründung in der Regel ein hohes finanzielles Risiko eingehen Dazu zählen beispielsweise der Gender Pay Gap, der Gender Care Gap und Gender Pension Gap.
Wenn den Frauen (oder besser: Paaren) das bewusst ist, können sie im Vorhinein Vorsorge dafür treffen, dass kein Partner bei der Familiengründung unverhältnismäßig finanziell benachteiligt wird. Hier ist vieles denkbar, um Gerechtigkeit und Augenhöhe herzustellen wie eine private Rentenversicherung, oder ETF-Sparpläne etc.
Inwiefern hängen funktionierende Finanzen und Gleichberechtigung zusammen?
Carolin: Finanzielle Unabhängigkeit ist der Schlüssel zur Unabhängigkeit und damit zu Gleichberechtigung. Der harte Aufschlag auf den Boden der Realität zeigt sich spätestens bei einer möglichen Trennung (die leider viele Paare trifft). Nicht selten fehlt es den finanziell von ihrem Partner abhängigen Frauen dann schon an den finanziellen Möglichkeiten, um eine eigene Wohnung anzumieten. Ohne finanzielle Eigenständigkeit ist ein selbstbestimmtes Leben in der Regel schwer zu erreichen.
Was sind die wichtigsten Versicherungen, die Frauen benötigen und warum?
Carolin: Eine private Renten- oder Lebensversicherung zur Altersvorsorge. Altersarmut ist weiblich.
Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich persönlich?
Carolin: Der Weltfrauentag hat für mich eine große Bedeutung. Ich glaube fest an Artikel 3 unseres Grundgesetzes: Alle Menschen sind gleich. Ich habe selbst zwei Töchter. Sie und alle Mädchen und Frauen dieser Welt haben ein Recht auf eine Zukunft in Gleichberechtigung und Gleichstellung. Der Weltfrauentag bietet (zumindest einmal im Jahr) die Möglichkeit, Aufmerksamkeit auf Frauenrechtsthemen zu legen. Das ist angesichts unserer politischen (Welt-)Lage ganz dringend notwendig.
Dieses Jahr ist der Weltfrauentag für mich persönlich noch bedeutsamer als sonst. Am Weltfrauentag dieses Jahres sitze ich im Flugzeug auf dem Weg nach New York, zur 69. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission. Als Teil der Delegation von UN Women Deutschland werde ich mich dort zu so wichtigen Themen wie Gewalt gegen Frauen und Mädchen, sexuelle Selbstbestimmung, aber auch ökonomische Gleichstellung austauschen. Das hat für mich angesichts unserer politischen Mikro- und Makrolage eine besondere Wichtigkeit. Jetzt erst recht gilt es, zusammenzuhalten, laut zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen!
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