Das ist doch mal eine Ansage: Laut einer Umfrage des Marktforschers Nordlight Research plant rund jeder zweite Besitzer von Hunden, Katzen oder Pferden den Neuabschluss einer Tierversicherung. „Speziell bei Tier-OP-Versicherungen und Tierkrankenversicherungen könnte das bisherige Marktvolumen um bis zu 50 Prozent steigen“, heißt es dort.
Zugegeben, die Studie ist im November 2022 erschienen – und damit nun schon zwei Jahre alt. Die Veröffentlichung fiel aber genau in den Zeitraum, in dem auch die neue Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) in Kraft trat. Und weil damals in der Studie schon ein Hauptmotiv für den Versicherungsabschluss die Absicherung hoher Tierarztkosten war, dürfte sich die Zahl der Interessenten noch weiter erhöht haben.
Denn die Tierarztkosten sind mit der neuen GOT deutlich gestiegen. Beispiele dafür bringt der Versicherer Hanse-Merkur für Hunde und Katzen. So beliefen sich die Kosten für eine Organuntersuchung 2020 noch auf knapp 10 Euro, 2022 kletterte der Wert auf gut 17 Euro (jeweils einfacher Satz der GOT). Einen schwierigen Verband zu setzen, kostete mal 8 Euro, jetzt 35 Euro. Und die CT-Untersuchung eines Körperteils legte von rund 192 Euro auf 350 Euro zu. Das läppert sich.
Ein Jahr nach Inkrafttreten der neuen GOT fragten das Horse Future Panel und Takefive-Media 5.095 Tierbesitzer deutschlandweit nach den Auswirkungen der Anpassung. Und während diese grundsätzlich Verständnis für die Preiserhöhungen hatten – schließlich wurde die GOT das letzte Mal vor gut 20 Jahren angepasst –, treiben die Kosten viele Menschen an ihre Grenzen.
So stimmten 68 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die Preissteigerungen zu extrem seien. Darüber hinaus stimmen rund 88 Prozent zu, dass die „Preissteigerungen für die eigene Lebenshaltung und die für das Tier sowie die Erhöhung der Tierarztkosten“ viele Tierhalter „an die Grenze des finanziell Machbaren“ trieben. 64 Prozent überlegen sich nun genauer, ob sie mit ihrem Tier zum Tierarzt gehen. 47 Prozent haben die Besuche beim Arzt schon reduziert. Auch bei dieser Umfrage zeigte sich aber, dass die Menschen nun eher damit liebäugeln, eine Tierkranken- oder Tier-OP-Versicherung zu kaufen.
Für Vermittler eine gute Nachricht. „Der Markt für Tierversicherungen bietet enormes Potenzial – Haustiere werden zunehmend als gleichwertige Familienmitglieder wahrgenommen, zudem steigt die Nachfrage nach hochwertigem Schutz“, sagt Sebastian Tiedemann, Bereichsleiter Markt & Kunde der Uelzener Versicherungen.
Das merke man auch im eigenen Haus: „Seit Inkrafttreten der neuen Gebührenordnung für Tierärzte konnten wir sowohl ein gestiegenes Interesse an Versicherungsprodukten als auch eine höhere Abschlussbereitschaft feststellen.“ Bei Hunden und Katzen ginge der Trend dabei zum vollumfassenden Versicherungsschutz: „Krankenversicherungen werden präferiert, da sie mehr Leistungen abdecken und somit eine bessere Kostenkontrolle bieten“, so Tiedemann weiter.
Makler sollten bei der Produktauswahl auf Tarife ohne Ausschlüsse achten. Auch eine hohe Deckung mit hohen Limits ist angesichts der hohen Tierarztkosten vorteilhaft. Die Erfahrung des Versicherers – und des Vermittlers – ist auch nicht zu vernachlässigen. „Vertrauen und emotionale Bindung gelten als Schlüssel für eine erfolgreiche Beratung – die Tierversicherung kann somit der Einstieg zu einer langfristigen Kundenbindung sein.“
Etablierte Anbieter garantierten dabei Stabilität und Verlässlichkeit, was für Kunden insbesondere bei einem solch emotionalen Thema oftmals entscheidend sei. Natürlich sind die stark gestiegenen Gebühren aber auch an den Tierversicherern nicht vorbeigegangen. Und auch diese mussten die Prämien für ihre Produkte anpassen. Somit ist der Schutz für Kunden teurer geworden.
Einen neuen Weg geht hier der Anbieter Cleos Welt. Er hat eine betriebliche Tierversicherung (bTV) für Hunde und Katzen auf den Markt gebracht. Unternehmen können ab fünf Mitarbeitern mitmachen. „Mit der betrieblichen Tierversicherung haben wir eine Kollektivversicherung für die Tiere der Mitarbeiter geschaffen, die alle drei Seiten stärkt“, sagt Ludwig Koch, Produktchef bei Cleos Welt.
„Arbeitgeber werden im Wettbewerb um Fachkräfte attraktiver, da sie auch Haustiere als Familienmitglieder absichern können. Arbeitnehmer profitieren von günstigeren, über die Sachbezugspauschale steuerfreien Prämien. Und die Tiere der Mitarbeiter sind über das starke Kollektiv abgesichert, unabhängig von Alter oder Vorerkrankungen.“
Das ist nämlich ein Clou der betrieblichen Tierversicherung: Da sich die Risiken über das betriebliche Kollektiv ausgleichen, können auch ältere Tiere, solche mit Vorerkrankungen und Rassen mit hohen Risiken aufgenommen werden. Sonst sind diese Tiere oft gar nicht oder mit Ausschlüssen oder hohen Zuschlägen versicherbar.
Die betriebliche Tierversicherung von Cleos Welt bietet vier kombinierbare Module: OP- und OP-Plus-Bausteine, Zahnzusatz-Baustein und den SOS-Baustein. Die OP-Bausteine sichern Operationen ab, inklusive Diagnostik, Nachbehandlung und gegebenenfalls Physiotherapie. Unterschiede gibt es dabei in der Versicherungssumme und der Option auf Selbstbeteiligung. Im Zahnzusatz-Baustein geht es um die Kostenübernahme für Zahnbehandlungen, etwa wenn ein Zahn gezogen werden muss. Der SOS-Baustein greift schließlich, wenn Herrchen oder Frauchen ins Krankenhaus und das Tier untergebracht werden muss. Cleos Welt übernimmt dann die Kosten dafür.
„Die ersten Rückmeldungen zeigen, dass das Thema für weit mehr Unternehmen spannend ist, als ursprünglich erwartet – von tiernahen Berufen über soziale Einrichtungen bis hin zur Digitalbranche. Auch Kommunen haben bereits Interesse bekundet“, freut sich Ludwig Koch.
Auch für Vermittler bieten sich interessante Kombinationen. Koch: „Über das emotionale Thema Haustiere lassen sich Türen öffnen, die anschließend Gespräche über die betriebliche Altersversorgung, betriebliche Krankenversicherung oder Gewerbeversicherungen erleichtern.“ Warum also nicht die Sachbezugspauschale optimal nutzen, fragt Koch. „Und etwa 20 Euro für die betriebliche Tierversicherung und 30 Euro für eine betriebliche Krankenversicherung investieren.“ Ja, warum eigentlich nicht?
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