Drahtgitter, Reinigung, ummantelte Schläuche

So können Autofahrer Marderbisse verhindern

Marderbisse sind ärgerlich für Autofahrer und kommen immer häufiger vor. Der GDV nennt Zahlen, gibt Autofahrern Tipps, wie sie ihr Fahrzeug schützen können und rät zu einem Blick ins Kleingedruckte der Kaskoversicherungsbedingungen.
Marder in einem Baumstamm: Marderbisse an Kabeln können Kaskoversicherte mehrere hundert Euro kosten.
© vladimircech / Freepik
Marder in einem Baumstamm: Marderbisse an Kabeln können mehrere hundert Euro kosten.

Marderbisse haben im vergangenen Jahr für Schäden an Kabeln, Schläuchen und Achsmanschetten von rund 235.000 kaskoversicherten Autos gesorgt. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.

Besonders gefährdet für Marderbisse sind Autos, die häufig an wechselnden Orten beziehungsweise in Revieren unterschiedlicher Marder parken.

Der Grund: Marder schlüpfen gerne in warme Motorräume von Autos. Hier markieren sie dann mit einem Sekret ihr Revier. Parkt ein Auto in verschiedenen Revieren, werden die entsprechend markierten Leitungen von anderen Mardern häufig zerbissen.

So können Autofahrer aus Sicht des GDV Marderbisse verhindern:
  • Eine fachgerechte Reinigung des Motorraums nach einem Marderbesuch hilft – am besten durch eine Werkstatt.
  • Sinnvoll sind auch Abschottungen für den ganzen Motorraum, beispielsweise durch elastische Drahtgitter, die Autofahrer unter den Motor legen. Diese Barrieren hindern Marder daran, überhaupt zu den Kabeln und Schläuchen vorzudringen.
  • Ebenfalls erhältlich sind Abwehrsysteme, die Marder mit Ultraschall-Wellen oder Stromstößen vom Auto fernhalten sollen.
  • Eine weitere Möglichkeit: Kabel und Schläuche ummanteln, beispielsweise durch zusätzliche Schläuche aus Hartplastik.

Im Vergleich zu 2022 stieg die Zahl der Marderbisse um knapp 10 Prozent. Ein großes Problem dabei für Versicherte: Im gleichen Zeitraum wurden einzelne Schadenfälle um rund 12 Prozent teurer: „2023 haben die Versicherer für jeden Marderbiss durchschnittlich fast 550 Euro gezahlt“, sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV.

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„Ein wesentlicher Grund für diesen Anstieg waren die hohen Lohnkosten der Werkstätten, die zuletzt im Schnitt 188 Euro brutto pro Stunde betrugen“, so Käfer-Rohrbach. Der Gesamtschaden durch Marderbisse stieg um rund 23 Prozent auf die Rekordsumme von 128 Millionen Euro.

Kaskoversicherungen übernehmen Schäden durch Marderbisse, die Autohaftpflicht nicht

Diese hohe Schadensumme ist vor allem eine finanzielle Last für Versicherer, denn Teil- oder Vollkaskoversicherte sind gegen die finanziellen Schäden durch Marderbisse geschützt. Eine KFZ-Haftpflichtversicherung reicht hingegen bei einem Marderschaden am Auto nicht aus.

Aber auch ihre Kaskotarife sollten sich Versicherte genau anschauen: Denn einige decken nur direkte Schäden ab, ersetzen also nur die beschädigten Teile.

Andere Tarife umfassen auch die teils teuren Folgeschäden am Auto. Diese Tarife zahlen dann auch für die Fälle, in denen angebissene Zündkabel den Katalysator lahmlegen, undichte Kühlschläuche zu Motorüberhitzung oder kaputte Gummimanschetten im schlimmsten Fall zu Schäden an den Antriebs- oder Achsgelenken des Fahrzeugs führen.

Autorin

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Von Juli 2024 bis Dezember 2025 war sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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