Es ist leider immer noch so: Das Girokonto ist in Deutschland die beliebteste Form, um Geld auf die hohe Kante zu legen. Das stellte das Umfrageinstitut Kantar fest, als es im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen mehr als 2.000 Personen im Alter von über 14 Jahren befragte. Mit einer Zustimmungsquote von 41 Prozent erreicht das Girokonto damit auch in diesem Jahr wieder die Spitzenposition und konnte gegenüber 2023 sogar um 3 Prozentpunkte zulegen.
Unverändert auf Platz 2 steht das Sparbuch. 35 Prozent legen darauf ihr Geld an – nach 33 Prozent im Vorjahr. Auf Platz 3 mit 28 Prozent stehen, mit einem Zuwachs von 8 Prozentpunkten, kurzfristige Geldanlagen wie Tagesgeldkonten. 2023 nahmen sie nur Platz 7 ein. Erst danach kommen Renten- und Lebensversicherungen mit 27 Prozent (Vorjahr: 24 Prozent) und Investmentfonds, ebenfalls mit 27 Prozent (Vorjahr: 22 Prozent).
„Angesichts eines schwachen Wirtschaftswachstums halten die Bürger ihr Geld zusammen. Sicher und kurzfristig verfügbar ist für viele der Hauptsparanreiz“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen, Christian König, zu den Zahlen. Das ist schade, denn so entgeht den Sparenden wichtige Rendite. Die sie gut gebrauchen könnten. Denn das wichtigste Sparmotiv für die Befragten ist die Altersvorsorge mit 57 Prozent, vor Konsum und Wohneigentum.
Immerhin: Nach oben geschnellt ist das Sparmotiv „Kapitalanlage“. Es kommt auf einen Wert von 40 Prozent. Im Herbst waren es noch 27 Prozent. Ein Wert von über 40 Prozent wurde zuletzt im März 2008 erreicht – ein halbes Jahr vor dem Zusammenbruch der US-amerikanischen Großbank Lehman Brothers, der den Höhepunkt der damaligen weltweiten Finanzkrise markierte. In den vergangenen zehn Jahren lag der Wert immer unter 35 Prozent.
„Die Preissteigerungen werden nach Aussage der Deutschen Bundesbank noch länger höher ausfallen als lange Zeit üblich“, so König. „Wer Geld übrighat, um es längerfristig anzulegen, achtet deshalb heute stärker auf Ertragschancen.“ Tatsächlich treibt die Inflation die Bürgerinnen und Bürger um. 76 Prozent betrachten sie als Risiko für ein auskömmliches Leben im Alter, zeigt eine aktuelle R+V-Umfrage.
Und diese Sorge ist nicht unbegründet. So haben 1.000 Euro bei 2 Prozent Inflation schon nach 20 Jahren nur noch eine Kaufkraft von 673 Euro. 2 Prozent ist das Inflationsziel, das die Europäische Zentralbank anpeilt, und sollte somit ein guter Wert für langfristige Kalkulationen sein.
Die Rechnung zeigt aber auch: Es sollte beim Sparen für die Altersvorsorge mehr rumkommen als die magere Rendite eines Sparbuchs oder die Nullrendite eines Girokontos. Nehmen wir einen 30-jährigen Sparplan mit monatlichen Einzahlungen von 200 Euro. Bei einem Zins von 5 Prozent stehen am Ende fast 50.000 Euro mehr zur Verfügung als bei 3 Prozent Zinsen. Daher kann es beim Vermögensaufbau sinnvoll sein, verschiedene Anlagevehikel einzusetzen.
Investments in die Kapitalmärkte und speziell in die Aktienmärkte sind aufgrund ihrer Renditechancen dabei ein wichtiger Baustein im Vorsorge-Mix. Investmentfonds inklusive ETFs bieten sich aufgrund ihrer Streuung über viele Wertpapiere als Anlageinstrument hierfür an. Das kann über eine direkte Anlage in Fonds erfolgen oder über eine fondsgebundene Rentenversicherung. Oder vielleicht nutzt man auch die Vorteile beider Produkte – je nach Geldbörse.
Mit der Direktanlage in Fonds bleibt der Kunde flexibel in der Ansparphase und im Alter. Ein- und Auszahlungen sind jederzeit möglich. Er muss sich bei der Fondsauswahl nicht auf das Angebot des Tarifs beschränken und an keinen langjährigen Versicherungsvertrag binden. Zudem fallen bei der Direktanlage keine Kosten für den Versicherungsmantel an. Dafür können jedoch andere Kosten entstehen, die bei der Police nicht zum Tragen kommen. Dazu zählen eventuelle Depotkosten und Ausgabeaufschläge, die nicht nur einmal, sondern erneut beim Umschichten des Kapitals in andere Fonds fällig sein können.
Bei Policen sind Fondswechsel in der Regel umsonst. Manche Versicherer bieten auch spezielle Fondstranchen an, die niedrigere laufende Kosten aufweisen als die klassischen Tranchen für Privatkunden. Und die Fondspolice bietet schon während der Ansparphase steuerliche Vorteile. Denn solange kein Kapital entnommen wird, will auch der Fiskus nichts haben. Das ist bei der Direktanlage anders: Bei Vermögensumschichtungen in andere Fonds müssen die alten Fondsanteile verkauft und die bis dahin erzielten Kursgewinne versteuert werden. Es fließt also meist nicht der volle Verkaufserlös in den neuen Fonds. Das Geld, das ans Finanzamt geht, kann keine Rendite mehr liefern. Das gilt es zu beachten.
Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt für die Altersvorsorge ist Flexibilität. Möglichst große Flexibilität während der langen Ansparphase ist daher ein absolutes Muss, auf das Berater bei der Auswahl achten sollten. Aber auch im Ruhestand sollte sie die Wünsche der Rentner erfüllen können. Sparer und später dann die Senioren müssen bei Bedarf an ihr Kapital kommen, regelmäßige Auszahlungen aus ihrem Vermögen erhöhen oder senken können. An das Langlebigkeitsrisiko ist ebenfalls zu denken. Auch wer 100 Jahre alt ist, braucht noch Kapital. Ein flexibles Renteneintrittsalter ist dabei von Vorteil. Weil der Ruhestand für viele schon mal mehr als zwei Jahrzehnte umfassen kann, ist es sinnvoll, auch dann noch nicht benötigtes Kapital weiter renditeorientiert anzulegen. Das sollte die Fondspolice ermöglichen.
Zudem kann der optimale Vermögensübergang an die nächste Generation ein Thema sein, mit dem Berater bei ihren Kunden punkten können. Mit speziellen Konzepten etwa im Fondspolicen-Bereich lassen sich gerade bei großen Erbschaften Steuern sparen. Eine Möglichkeit hierzu bietet eine gesonderte Vereinbarung zum Versicherungsvertrag, die festlegt, dass der Begünstigte im Todesfall die Leistung nicht als Einmalsumme, sondern als lebenslange Rente ausgezahlt bekommt. Dadurch kann die Erbschaftssteuer gesenkt und eventuell sogar unter die Freibetragsgrenzen gedrückt werden.
Die Möglichkeiten sind vielfältig. Punkten können Berater, die den Kunden die Kniffe zeigen können. Und die es schaffen, die Altersvorsorge, so gut es geht, auf den Kunden zuzuschneiden. Mit modernen Produkten gelingt das.
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