Die Zinswende sowie hohe Baukosten wirken sich auf das Geschäft der Lebensversicherer mit Immobilienfinanzierung aus. Im Jahr 2023 zahlten sie rund 7,8 Milliarden Euro für Kredite aus. Das sind fast 12 Prozent weniger als im Jahr zuvor (8,8 Milliarden Euro). Diese Zahlen legte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nun vor.
In den Darlehenszusagen würde sich diese Entwicklung noch deutlicher zeigen. Das Volumen der von den Versicherern bewilligten, aber noch nicht ausgezahlten Kredite ging von 9 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf 5 Milliarden Euro zurück. „Die Kreditzusagen sind ein guter Indikator für das künftige Finanzierungsgeschäft. Wir gehen deshalb für dieses Jahr von einem weiteren Rückgang der ausgezahlten Darlehen aus“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.
Der Wohnimmobilienmarkt befinde sich nach Jahren steigender Nachfrage und sinkender Zinsen in der Korrekturphase und sei wie eingefroren. Potenzielle Käufer würden auf niedrigere Zinsen warten und Verkäufer auf ein Ende der Preiskorrektur.
Als Grund für das schwächere Neugeschäft sieht GDV-Chef Asmussen den zurückgegangenen Neubau, der wiederum auf die gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten zurückzuführen ist. „Wenn Projektentwickler gar nicht erst bauen, kommen auch weniger Immobilien in den Verkauf“, so Asmussen.
Die Zahlen der Versicherer nehmen die Entwicklung bereits vorweg: Von den 2023 neu zugesagten Krediten entfielen nur noch 14,4 Prozent auf den Wohnungsneubau, ein Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 35,6 Prozent. Relativ an Bedeutung zugelegt hat dagegen der Handel mit bestehenden Wohnimmobilien – der Anteil an den Kreditzusagen kletterte innerhalb eines Jahres von 43,4 auf 73,4 Prozent. Ablösungen bestehender Finanzierungen machten im vorigen Jahr 12,2 Prozent aus, nach 21,0 Prozent 2022.
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