Angstindex der R+V

Wovor sich die Menschen je nach Alter fürchten

Von wegen, Gelassenheit im Alter. Je älter die Menschen in Deutschland sind, desto größere Ängste tragen sie mit sich, zeigt eine aktuelle Studie. Das gilt grundsätzlich für alle Arten von Ängsten – bis auf eine ganz bestimmte Ausnahme.
Einkauf bei Lidl: Die größte Angst der Deutschen besteht derzeit darin, dass sie ihr Leben nicht mehr bezahlen können
© picture alliance/dpa | Markus Scholz
Einkauf bei Lidl: Die größte Angst der Deutschen besteht derzeit darin, dass sie ihr Leben nicht mehr bezahlen können

Eine Studie des Versicherers R+V lässt darauf schließen, dass Menschen in Deutschland ängstlicher sind, je älter sie sind. „Wir beobachten, dass es bei den Sorgen der Menschen je nach Lebensalter große Unterschiede gibt. Mit dem Alter steigt die Angst“, sagt Grischa Brower-Rabinowitsch, Leiter der Studie „Die Ängste der Deutschen“. Einzige Ausnahme ist übrigens die Furcht vor dem Klimawandel. Die ist nämlich bei jungen Menschen besonders ausgeprägt.

Seit 1992 befragt das Infocenter der R+V Versicherung jährlich rund 2.400 Menschen nach ihren größten Ängsten rund um Politik, Wirtschaft, Umwelt, Familie und Gesundheit. In der Langzeitstudie werten die Autoren die Ergebnisse auch nach Altersgruppen aus.

Dabei entsteht auch der sogenannte Angstindex, der Durchschnitt aller abgefragten Ängste.

Durchschnittliche Angst der Deutschen, je nach Altersgruppe (Quelle: R+V Infocenter)
Durchschnittliche Angst der Deutschen, je nach Altersgruppe (Quelle: R+V Infocenter)

Bei den über 60-Jährigen liegt er aktuell bei 49 Prozent, bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen nur bei 34 Prozent. Was die eingangs ausgedrückte These untermauert.

Der durchschnittliche Angstwert über alle Befragten hinweg liegt derzeit bei 45 Prozent. Spitzenwerte von über 50 Prozent gab es beispielsweise 2003, als die Wirtschaft in der Krise steckte und der Irak-Krieg ausbrach, oder auch in weiteren Wirtschaftsschwächen 2005 und 2010. Den niedrigsten Stand erreichte der Index übrigens mit 36 Prozent ausgerechnet 2021, mitten in der Corona-Pandemie und kurz vor dem Ukraine-Krieg.

Ängste der Deutschen im Langzeitvergleich mit bestimmten Ereignissen (Quelle: R+V Infocenter)
Ängste der Deutschen im Langzeitvergleich mit bestimmten Ereignissen (Quelle: R+V Infocenter)

Und was macht den Menschen am meisten Angst? Auch hier lohnt sich der Blick auf Jung und Alt. Fast alle befragten Altersgruppen bereiten vor allem wirtschaftliche Themen Sorgen: Steigende Preise sowie höhere Steuern und gekürzte Leistungen landen unter den Top 3. Nur bei den jüngsten Befragten, den 14- bis 19-Jährigen, stehen Umweltsorgen ganz oben. Auf Platz 1 mit 54 Prozent und deutlichem Abstand die Angst vor dem Klimawandel. Vor Naturkatastrophen fürchten sich 45 Prozent dieser Altersgruppe.

Die größte Sorge der 20- bis 39-Jährigen indes ist, dass sie Wohnraum nicht mehr bezahlen können. Für die Befragten von 40 bis 59 Jahren steht an erster Stelle die Furcht vor steigenden Preisen. Die Gruppe 60-Plus hingegen bewegt besonders die Angst, pflegebedürftig zu werden – mit 62 Prozent auf Platz 1.

Und noch ein auffälliger Unterschied zwischen den Generationen: Die Furcht vor einer schweren Erkrankung ist bei den über 60-Jährigen mehr als dreimal so groß wie bei den Teenagern. Was zweifellos auch nahe an der Realität liegt.

Die folgenden Grafiken zeigen die insgesamt 20 größten Ängste der Deutschen über alle Altersgruppen hinweg.

Die Ängste der Deutschen, Plätze 1 bis 10 (Quelle: R+V Infocenter)
Die Ängste der Deutschen, Plätze 1 bis 10 (Quelle: R+V Infocenter)

 

Die Ängste der Deutschen, Plätze 11 bis 23 (Quelle: R+V Infocenter)
Die Ängste der Deutschen, Plätze 11 bis 23 (Quelle: R+V Infocenter)

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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