Andreas Trautner: Genau, dieser Trend ist weiterhin festzustellen. Denn zum einen muss sich der Arbeitgeber bei Budgettarifen nicht auf einen oder mehrere Leistungsbereiche festlegen – was immer dazu führt, dass sich ein Teil der Mitarbeitenden nicht mitgenommen fühlt. Auf der anderen Seite entfaltet ein guter Budgettarif die maximale Breitenwirkung in der Erlebbarkeit bei den Mitarbeitenden, da sich jeder darin wiederfindet, egal ob krank oder gesund.
Es ist schön und auch längst überfällig, dass die Gothaer die Budgettarife auch für die Familienangehörigen geöffnet hat. Damit spricht dieses Produkt noch mehr die Themen Mitarbeiterbindung und Mitarbeiterfindung an, da das direkte familiäre Umfeld mitgenommen werden kann bei der wichtigen Ergänzung der Grundleistungen einer gesetzlichen Krankenkasse. Standard ist das in der Branche allerdings noch nicht, da aktuell sieben Versicherer diese Möglichkeit im Maklermarkt für Familienmitglieder anbieten.
Grundsätzlich sehen alle Budgettarife eine Annahme ohne Ausschlussdiagnosen vor. Das ist Branchenstandard und auch richtig so, will man den Grundgedanken einer bKV nicht konterkarieren. Das Thema „alle Berufe“ kann es allerdings dazu führen, dass auch Hochrisikobranchen aufgenommen werden, die von vornherein deutlich über dem Durchschnitt liegende Leistungskurven haben. Wie dies dann mittlel- und langfristig in der Kalkulation seriös berücksichtigt werden kann, wird die Zukunft zeigen.
Unsere zwanzigjährige Erfahrung in der betrieblichen Krankenversicherung hat uns gelehrt, unsere Tarife und deren mögliche Antiselektion gut einzuschätzen. Wir verzichten auf Preiskämpfe und achten im Rahmen der Versicherbarkeit der Kollektive auf eine Risikostreuung, zum Beispiel bei der Mindestkollektivgröße und auch bei der Tarifgestaltung. Unsere langjährige Beitragsstabilität seit Einführung der Tarife bestätigt unsere Annahmepolitik.
Aus meiner Erfahrung heraus werden es die Prozesse sein. Die Produkte werden immer ähnlicher und sind oft bereits ausgereizt, was das Thema versicherte Leistungen betrifft. Die Themen administrativer Aufwand und Prozesse, sowohl auf Seiten der Makler als auch auf Seiten der Unternehmen, wird deutlich mehr an Gewicht bekommen, wenn es grundsätzlich um das für viele noch neue Thema der bKV geht. Ziel ist am Ende immer, eine vollständig digitale Verarbeitungsstrecke zu verwirklichen – vom Antrag bis hin zur Leistungsabrechnung. Hier wird es wohl noch die größten Entwicklungsschritte geben – zum Vorteil aller Beteiligten.
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