Als Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben sie sich etabliert: private Krankenzusatzversicherungen. Für ein aktuelles Rating haben sich die Experten des Analysehauses Morgen & Morgen nun mehr als 670 Angebote aus dem Bereich Zahnzusatz, Krankenhauszusatz und Krankentagegeld angeschaut.
Das Fazit: „Die privaten Krankenzusatzversicherer zeigen sich in diesem Jahr verhalten mit neuen Tarifangeboten. Die größte Dynamik weisen die Zahnzusatztarife auf – aber auch hier wächst das Angebot weniger stark als 2022. Zudem zeigt sich in diesem Jahr ein stabiles Preisniveau in unseren Beispielrechnungen“, so Thorsten Bohrmann, Senior Versicherungsanalyst bei Morgen & Morgen. „Die privaten Zahnzusatztarife liegen auf einem sehr hohen Niveau; auch die Krankenhauszusatztarife sind größtenteils sehr leistungsstark. Bei den Krankentagegeldern gibt es Luft nach oben.“
Die Zahnzusatzversicherung bietet über 250 Tarife mit weiteren Tarifkombinationen, die sich vor allem darin unterscheiden, wie viel Prozent der Zahnarztrechnung sie erstatten. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet Morgen & Morgen einen Anstieg an neuen Tarifangeboten um 10 Prozent. 2022 waren es 20 Prozent.
Die meisten Tarife übernehmen zwischen 70 und 90 Prozent der Behandlungskosten. Ein Großteil der Anbieter bietet aber zunehmend mindestens einen Tarif an, der 100 Prozent leistet. Hier zeige sich nach wie vor ein starkes Wettbewerbsverhalten, so die Analysten. Ein Teil der Tarife werde immer hochwertiger und schließe beispielsweise auch Schönheitsbehandlungen wie Bleaching mit ein.
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„Man kann aktuell von einem kosmetischen Wettbewerb bei den Zahnzusatztarifen sprechen. Bereits 16 Anbieter mit 41 Tarifen oder Tarifvarianten bieten Bleaching als Leistung an. Der Unterschied liegt meist in der Erstattungshöhe“, sagt Bohrmann. „In der Vermittlung wird diese Leistung immer wichtiger, daher haben wir Bleaching als Leistungsfrage in unserer Vergleichs- und Analysesoftware M&M Office aufgenommen.“
Das Rating-Ergebnis zeigt laut Morgen & Morgen ein sehr hohes Niveau der Bedingungen. Durch die Neuaufnahme weiterer Anbieter sowie neuer Tarife am Markt wurden aktuell mit 257 Tarifen 33 Tarife mehr als im vergangenen Jahr analysiert. Die aufgenommenen Tarife seien vor allem in der Vier- und Fünf-Sterne-Riege anzutreffen, was den Sprung von 123 auf 158 Tarife mit Bestbewertung erkläre. Auch die Vier-Sterne-Bewertungen hätten mit 44 Tarifen um vier Tarife zugenommen. 36 Tarife erhalten drei Sterne, das sind drei Tarife weniger als im vergangenen Jahr. Die Anzahl der Zwei-Sterne-Bewertungen bleibt mit 17 Tarifen gleich. Nur zwei Tarife – damit drei Tarife weniger als im vergangenen Jahr – erhielten einen Stern.
Verzeichneten die Tarife der Krankenhauszusatzversicherung 2022 noch einen Zuwachs von 8 Prozent, so hat sich das Angebot in diesem Jahr kaum verändert. Waren es im vergangenen Jahr 144 Tarife, so sind es heute 143 Tarife in der Analyse. Ihre Kernleistungen bestehen aus der Erstattung von der Unterbringung in Ein- oder Zweibettzimmern sowie dem Zugang zur Chefarztbehandlung. Die Tarife unterscheiden sich zudem vor allem in den Regelhöchstsätzen.
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Die Verteilung zeige in diesem Jahr ein gleichbleibendes Bild, so das Fazit der Analysten. Das Angebot sei mit 54 Fünf-Sterne- und 58 Vier-Sterne-Tarifen auf einem sehr hohen Niveau. 17 Tarife erhielten drei Sterne, gefolgt von 13 Tarifen mit zwei Sternen. Nur ein Tarif wurde mit einem Stern bewertet.
Weitaus weniger nachgefragt sind die Tarife zur Einkommenssicherung im Krankenfall in Form eines Krankentagegeldes. Die Beiträge sind im Schnitt moderat. In einem Alter von 30 Jahren beläuft sich der durchschnittliche monatliche Beitrag für ein Krankentagegeld mit 20 Euro Leistung am Tag beziehungsweise 600 Euro im Monat auf knapp 10 Euro. Ab einem Alter von 50 Jahren wird es mit einem Beitrag von durchschnittlich rund 9 Euro im Monat knapp doppelt so teuer. Die Beiträge blieben im Vergleich zum Vorjahr konstant, heißt es von Morgen & Morgen.
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Das Rating-Ergebnis zeige auch in diesem Jahr einen Markt, der noch Luft nach oben habe. Die Zahl der Tarife ging von 91 auf 88 zurück. In die Spitze der Bewertung schafften es 14 Fünf-Sterne- und 22 Vier-Sterne-Tarife. 47 Tarife ballten sich im Mittelfeld und fünf Tarife seien schwach bewertet.
Bohrmann: „Das Angebot der Krankentagegelder bewegt sich seit Jahren kaum. Nach wie vor scheitern viele Tarife bei dem Sprung über die 3 Sterne hinaus, da sie nicht auf das ordentliche Kündigungsrecht verzichten, sollte nur eine Teilversicherung bestehen.“
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