Was die Kapitalmärkte angeht, dürfte das Jahr 2022 als grandioser Flop in die Geschichte eingehen. Aktien, Anleihen und Kryptowährungen crashten gleichermaßen. Und auch Gold verlor an Wert und konnte nichts retten. Was nicht zuletzt daran lag, dass die Zentralbanken nach vielen Jahren Geldschwemme den Hahn abdrehten (mehr dazu hier), indem sie die Zinsen erhöhten.
Gleichwohl schlossen manche Investmentfonds das Jahr mit Gewinn ab. Welche das sind, hat jetzt die Rating-Agentur Morningstar ermittelt. Allerdings hielt sie sich dabei nur an jene Fonds, die ihre Analysten mit einem Rating von mindestens „neutral“ bedacht haben. Darüber liegen noch „Bronze“, „Silber“ und „Gold“. Dadurch vermeidet sie, dass Fonds mit eher zweifelhaftem Konzept und Zufallstreffern in der Liste auftauchen. Andererseits sortiert sie auch etablierte Fonds aus, wenn sie kein Rating haben. Das darf man nicht vergessen.
Und wenn man sich das Jahr mit seinen steigenden Preisen und der Energiekrise ansieht, deuten sich manche Spitzenreiter schon an. Denn ganz vorn liegt der Blackrock World Energy mit einem Plus von 49,9 Prozent. „In dem Fonds sind Energiegrößen Exxon Mobil, Shell, Conoco-Philips, Chevron und Total-Energies die Top Positionen und damit die Gewinner der Energiekrise und des Anstiegs der Öl- und Gaspreise“, schreibt Morningstar-Redakteurin Antje Schiffler. Bemerkenswert sei, dass schon im zweiten Jahr hintereinander ein Energiefonds den Spitzenplatz einnimmt. Normalerweise wechseln Favoriten jährlich.
Auf Rang 2 landet mit dem JPM Global Natural Resources ein Rohstoff- und Energiefonds von J.P. Morgan Asset Management. Das Plus liegt bei 24,6 Prozent. Die größte Position im Fonds ist der Bergbaukonzern Rio Tinto.
Ebenfalls bemerkenswert ist, dass je zwei Fonds für Aktien aus Japan beziehungsweise Lateinamerika in den Top 10 auftauchen. Japan gilt generell nicht als sonderlich renditestarker Aktienmarkt. Und Lateinamerika wird seit Jahren durch Krisen geschüttelt. Doch Aktien erholen sich von so etwas noch vor der Wirtschaft. Es könnte also ein Zeichen sein, dass es dort demnächst besser läuft.
Im Gegenzug hatte alles, was mit Technik und Wachstum zu tun hatte, im Jahr 2022 kräftig an Wert verloren. Man könnte das als Gegenbewegung bezeichnen. Schließlich galten Tech-Werte wie die Faang-Aktien (Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google) jahrelang an der Börse als das Maß aller Dinge (Auch wenn sich zwei von ihnen inzwischen umbenannt haben). So verwundert es kaum, dass in den Top 10 der Flop-Fonds 2022 gleich drei auf Wachstumsaktien aus den USA und drei weitere auf globale Technologie-Aktien setzen.
Die Tatsache, dass alle ein mindestens neutrales Rating von Morningstar tragen, bestätigt, dass es sich zweifellos durchweg um Qualitätsfonds handelt. Nur können selbst die besten Manager kaum etwas ausrichten, wenn der Markt komplett gegen sie läuft. Aber ein neues Jahr ist ja schon angebrochen – mal sehen, wie es läuft.
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