Auswertung

Wohngebäudepolicen werden 2023 rund 15 Prozent teurer

Hohe Schäden durch Naturgefahren und steigende Preise für Baumaterialien machen die Wohngebäudeversicherung im kommenden Jahr teurer. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Check24. Um rund 15 Prozent gehen die Beiträge nach oben.
Stand der Aufräumarbeiten in Altenahr
© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
In Altenahr dauert der Wiederaufbau der Gebäude nach der verheerenden Flut im Sommer 2021 noch immer an.

Die hohen Kosten, die Versicherern zuletzt durch teure Naturgefahrenschäden entstanden sind, zeigen ihre Wirkung. Wie eine Auswertung des Vergleichsportals Check24 zeigt, werden die Beiträge für Wohngebäudeversicherungen im kommenden Jahr um rund 15 Prozent zulegen.

Ein weiterer Grund dafür: Baumaterialien wie Stahl, Aluminium oder Holz, die für Reparaturen gebraucht werden, sind um mehr als 50 Prozent teurer geworden. Einige Wohngebäudeversicherer ersetzen im Schadenfall die anfallenden Kosten für Reparaturen oder Wiederherstellung – auch wenn sie höher liegen als die ursprünglichen Baukosten für das gleiche Gebäude. Das nennt sich Absicherung zum gleitenden Neuwertfaktor oder Anpassungsfaktor.

Der Versicherungsverband GDV veröffentlicht den Anpassungsfaktor einmal im Jahr, er basiert auf dem Baupreisindex für Wohngebäude und dem Tariflohnindex für das Baugewerbe. So werden die Versicherungspreise an die gegenwärtige Baupreisentwicklung angepasst.

Wie wirkt sich das konkret aus? Das hat Check24 für ein Mehrfamilienhaus in Duisburg mit 230 Quadratmetern mal ausgerechnet. Die Absicherung für die Gefahren Feuer und Blitzschlag, Leitungswasser, Sturm und Hagel sowie Elementarschutz ohne Selbstbeteiligung liegen aktuell bei rund 1.780 Euro im Jahr. Allein durch die Indexanpassung erhöht sich der Beitrag zum 1. Januar 2023 um gut 267 Euro. Hinzu kommt in der Regel noch ein Zuschlag aufgrund des steigenden Gebäudealters im neuen Jahr (2,4 Prozent oder rund 43 Euro).

Genau auf die Rechnung schauen

„Versicherte sollten bei einer Beitragsanpassung ihre Rechnung genau prüfen“, empfiehlt André Boudon, Geschäftsführer Wohngebäudeversicherungen bei Check24 die nächsten Schritte für Verbraucher. „Steigt der Beitrag aufgrund des neuen Anpassungsfaktors, können Versicherte nicht vorzeitig kündigen. Erhöht der Versicherer den Beitrag allerdings davon unabhängig bei gleichbleibenden Leistungen, gibt es für Versicherte ein Sonderkündigungsrecht und die Möglichkeit zu einem neuen Anbieter zu wechseln.“

Versicherer weisen auf ihren Jahresrechnungen aus, ob der Beitrag aufgrund des neuen Anpassungsfaktors gestiegen ist. Wenn die Kosten für Schäden im Vergleich zum Vorjahr um mindestens fünf Prozent steigen, kann der Versicherer die Beiträge ohne Leistungsanpassung erhöhen.

 

Mehr zum Thema

Selbstbeteiligung geht alle Wohnungseigentümer etwas an

Hier geht es zum Artikel auf Wirtschaftswoche.de.

Morgen & Morgen lobt Haftpflicht- und Wohngebäudetarife

Die Rating-Agentur Morgen & Morgen hat sich aktuell den Themen Privathaftpflicht- und Wohngebäudeversicherung gewidmet. Und…

Schäden für das erste Halbjahr schon über Durchschnitt

Naturgefahren haben im ersten Halbjahr 2022 Schäden in Höhe von rund 3 Milliarden Euro verursacht.…

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia