Anlegerverhalten

Demografie beeinflusst Investoren

Große Trends sind in der Lage, Geldflüsse zu lenken und Investoren zu beeinflussen. Und der derzeit wohl stärkste derartige Trend ist die Demografie. Das legt eine Umfrage unter Großanlegern nahe.
Rentnerinnen in Berlin: Ein Megatrend ist, dass die Menschen älter werden
© picture alliance/dpa | Wolfram Steinberg
Rentnerinnen in Berlin: Ein Megatrend ist, dass die Menschen älter werden

Ob neue Technologien, ein wachsender Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung, verändertes Konsumverhalten oder eine wachsende Mittelschicht in Entwicklungsländern: Veränderungen in der demografischen Struktur haben enorme Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft – und beeinflussen auch die Anlageentscheidungen von Investoren. Wie genau diese den demografischen Wandel und gesellschaftliche Trends sehen und darauf reagieren, wollte BNPP AM in ihrer Studie herausfinden.

Der demografische Wandel verändert die Art, wie Menschen ihr Geld anlegen. So hat er bereits bei drei von vier Anlegern die Anlageentscheidungen in den vergangenen drei Jahren beeinflusst. Das geht aus einer Studie des Umfrage-Instituts Coalition Greenwich im Auftrag der Fondsgesellschaft BNP Paribas Asset Management (BNPP AM) hervor. Daran nahmen 135 Großanleger und Anlagevermittler in Europa, Asien und den USA teil.

Und offenbar ist die Demografie ein Faktor, mit dem weiter zu rechnen sein sollte. Ihr Einfluss wird sich in den kommenden zehn Jahren noch verstärken, meint eine Mehrheit von 95 Prozent. Die kommt vor allem aus Asien (83 Prozent) und Europa (78 Prozent). In den USA teilen hingegen lediglich 42 Prozent diese Meinung. Doch die Unterschiede sind nicht nur regional: Während 86 Prozent der Finanzvermittler demografischen Wandel bereits in ihren Anlagen berücksichtigen, machen das lediglich 69 Prozent der institutionellen Anleger.

Haupttrends: neue Technik, ältere Menschen

Der wohl stärkste Trend, der die Anlagen verändert, sind digitale und neue Technologien. Das stellten 95 Prozent der Befragten fest. Kaum weniger wichtig ist, dass Menschen älter werden. Dieser Trend veranlasst 91 Prozent der Anleger, ihre Investmentstrategien darauf auszurichten. Dicht gefolgt von verändertem Konsumentenverhalten (89 Prozent) und dem Bevölkerungswachstum in den Schwellenländern (86 Prozent).

Das alles spiegelt sich auch in den Branchen wider, die die Befragten interessant finden. So zählen 91 Prozent der Investoren die Gesundheit zu den spannendsten Geschäften, dicht gefolgt von Technologie (84 Prozent). Als weitere vielversprechende Sektoren nennen sie Energie (67 Prozent), Landwirtschaft und Ernährung (63 Prozent), Freizeit und Tourismus (60 Prozent) und Immobilien (59 Prozent).

Aktien und Infrastruktur als Gewinner

Und welche Anlageklassen sind besonders interessant? Nach Ansicht der Befragten dürften das fast gleichermaßen Aktien (52 Prozent), Immobilien (50 Prozent) und Infrastruktur (47 Prozent) sein. Finanzberater und Vermittler sind dagegen von Themeninvestments besonders überzeugt. 63 Prozent der Vermittler glauben, dass demografischer Wandel dieser Anlageklasse besonders zugutekommt.

Mehr Chancen als Risiken

Die Mehrheit blickt optimistisch auf den demografischen Wandel. 58 Prozent der Befragten sehen ihn als Anlagechance. Als Risiko empfinden ihn hingegen 20 Prozent.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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