Gut abgesichert beim Tierarzt

Warum eine Versicherung für den Hund so wichtig ist

Die Corona-Pandemie hat für einen regelrechten Hunde-Boom gesorgt. Dabei blieb eine Tatsache vielfach unterschätzt: Auch der treuesten Vierbeiner wird mal krank – und das kann teuer werden. Es sein denn, er ist gut versichert.
Hund beim Tierarzt
© picture alliance / dpa Themendienst | Ina Fassbender
Ein Hund beim Tierarzt: Jeder Vierbeiner kann krank werden – gut, wenn er dann versichert ist.

Er ist der beste Freund des Menschen, schon seit Jahrtausenden: der Hund. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Wolf und Mensch sich bereits vor rund 20.000 Jahren anfreundeten. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Ganz im Gegenteil: Seit Jahren legen sich immer mehr Menschen Hunde zu. Und die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung noch weiter befeuert, wie Zahlen des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) zeigen.

So lebten im Jahr 2021 insgesamt rund 10,3 Millionen Hunde in Deutschland. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 – also vor Beginn der Pandemie – waren es noch 10,1 Millionen Hunde. Mittlerweile ist damit mehr als jeder fünfte Haushalt hierzulande (21 Prozent) ein Hundehaushalt. 2019 war es noch genau jeder fünfte (20 Prozent).

Und obwohl laut dem IVH nach wie vor die Katze das beliebteste Haustier hierzulande ist, haben im Zuge der Corona-Pandemie mehr Hunde als Miezen ein neues Zuhause gefunden. Das belegen Zahlen des Vergleichsportals Check24. Hier steht es 41 zu 37 Prozent.

Diesen Hunde-Boom hat auch „Pfotenmakler“ Roland Meyer live miterlebt:

„Wir hatten im Büro hauptsächlich in den Lockdown Phasen, als sich die Menschen aufgrund Kontaktbeschränkungen oder Homeoffice einen Hund angeschafft haben, mehr Anfragen zu Hundeversicherungen“, sagt der auf Tierversicherungen spezialisierte Makler aus Hirschau in Bayern. „Aber auch nach diesen Spitzen ist das Interesse und die Anfragen bezüglich Hundeversicherungen und nach Hundekrankenversicherungen hoch.“ 

Aber warum ist das so? Warum hat die Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass sich viele Menschen plötzlich nach einem flauschigen Kumpan gesehnt haben? Nun ja, die Gründe liegen auf der Hand: Homeoffice, mehr Zeit zu Hause, Social Distancing und Langeweile dürften genau der richtige Mix gewesen sein.

 

Psychologie-Professorin Andrea Beetz von der Internationalen Hochschule (IU) hat es kürzlich gegenüber der „Tagesschau“ auf den Punkt gebracht: „Der positive Effekt von Heimtieren auf den Menschen ist wissenschaftlich erwiesen“. Doch irgendwann ist auch die längste Pandemie mal vorbei – und so einige frischgebackene Hundebesitzer dürften mittlerweile auf dem Boden der Tatsachen angekommen sein: Jedes noch so kleine Fellknäuel wird mal erwachsen, macht Arbeit und ist vor allem eines: teuer.

Tierarztkosten könnten finanziellen Ruin bedeuten

Letzteres gilt insbesondere dann, wenn Hunde mal krank werden oder auch wegen präventiver Behandlungen zum Tierarzt müssen. Doch genau hier scheinen viele Menschen mit dem Hundekauf unüberlegt gehandelt zu haben. So bereut rund jeder zweite Hundehalter im Nachhinein die Anschaffung seines Vierbeiners, wie eine Studie aus den USA zeigt. Ausschlaggebend waren hier die Tierarztkosten.

Insgesamt 31 Prozent der Studienteilnehmer gaben gegenüber den Autoren des Verbrauchermagazins „Forbes Advisor“ an, sich bis zu 2.000 US-Dollar, also knapp 1.900 Euro, an Tierarztrechnungen nicht leisten zu können. Auch nicht, wenn das Leben des Hundes auf dem Spiel stünde. Und geht es um Rechnungen in Höhe von bis zu 5.000 US-Dollar (umgerechnet circa 4.745 Euro), könnten bereits 66 Prozent diese nicht mehr bezahlen.

Das klingt erst einmal nach viel Geld. Doch solche Summen sind beim Tierarzt tatsächlich schnell erreicht. Auch hierzulande, wie Makler Roland Meyer bestätigen kann: „Die teuerste Tierarztrechnung bei uns im Büro war eine Operation aufgrund einer ‚Hüftgelenkdysplasie beidseitig‘ in Höhe von circa 6.800 Euro.“ Aber auch Behandlungen ohne operative Schritte können ordentlich ins Geld gehen. Meyers teuerster Fall war hier die Behandlung einer Krebserkrankung mit circa 7.500 Euro. Diese Summe kam über mehrere Besuche des tierischen Patienten zusammen.

>>> Eine Übersicht über die zehn häufigsten Hundekrankheiten finden Sie hier. 

Die Hunde-OP-Versicherung

Die gute Nachricht: Mit einer entsprechenden Police lassen sich die Kosten reduzieren – oder gar ganz vermeiden. So gibt es auf der einen Seite die OP-Versicherung für Hunde. Über diese lassen sich operative Eingriffe – einschließlich der Voruntersuchung, Narkose und Nachsorge – absichern. Auch für notwenige Medikamente, die im Zusammenhang mit der OP stehen, sowie für eine stationäre Unterbringung in einer Klinik kommen diese Policen meist auf.

„Die Hunde OP-Versicherung deckt nur einen Teil der Kosten ab, nämlich nur, wenn der Hund operiert werden muss“, fasst Expertenmakler Roland Meyer zusammen. Aber: „Da der medizinische Fortschritt auch bei Hunden an Fahrt gewinnt, sind mittlerweile viele Operationen nicht mehr notwendig“, so der Experte. So könnte vielen Vierbeinern in der heutigen Zeit dort auch medikamentös oder durch ambulante Behandlungen geholfen werden, wo früher noch eine OP nötig gewesen wäre. Und das ist ein Problem – denn dafür zahlt keine OP-Versicherung.

Hundekrankenversicherung bietet mehr

Anders sieht es bei der Hundekrankenversicherung aus. Mit ihr decke man „den weitaus größeren Teil“ ab, so Meyer, „da sowohl ambulante als auch stationäre Behandlungen beziehungsweise Operationen versichert sind und auch der medizinische Fortschritt mitberücksichtigt wird.“ Außerdem sind meist Vorsorgebehandlungen wie Impfungen, Wurmkuren, Floh- und ­Zeckenprophylaxe in den Leistungen enthalten. Dies sind Kosten, die auch ohne Krankheitsfall regelmäßig auf Hundebesitzer zukommen, um die Gesundheit ihres Vierbeiners zu erhalten.

Und der Experte bringt noch ein weiteres Argument für die Krankenpolice mit ein mit ein: „Zudem genießt der Hund in vielen Familien den Status als vollwertiges Familienmitglied, wodurch die Hundebesitzer ihrem Hund auch die bestmögliche Behandlung zukommen lassen wollen.“

Für Meyer steht deshalb fest: „Beides sind wichtige Absicherungen, da die Tierarztkosten je nach Behandlung und Krankheit sehr hohe Kosten verursachen können. Jedoch ist ganz klar die Hundekrankenversicherung die bessere Wahl und sollte die Empfehlung für den Hundebesitzer sein.“

Wann abschließen?

So weit, so gut. Aber wann sollten sich Hundebesitzer eigentlich um einen solchen Schutz bemühen? Oft steht das Vorurteil im Raum, junge Hunde seien robust und würden so gut wie nie krank werden. Doch das stimmt so nicht.

Viele Krankheiten zeigen bereits im Welpenalter erste Symptome – beispielsweise Hautkrankheiten wie die Atopische Dermatitis, die oft ein Leben lang mit juckreizstillenden Medikamenten behandelt werden muss. Und steht eine solche Diagnose erst einmal im Raum, wird die Absicherung der damit einhergehenden Kosten schwierig. Und auch ein Unfall kann jederzeit passieren – auch in der Welpen- oder Junghundezeit.

Dazu Meyer: „Da der Gesundheitszustand bei Antragsstellung eine große Bedeutung hat, sollte so früh wie möglich eine Hundekranken- oder OP-Versicherung abgeschlossen werden.“

Ein früher Abschluss hat aber auch noch weitere Vorteile. Laut Meyer bieten manche Anbieter zum Antrag auch eine Gesundheitsuntersuchung beim Tierarzt über den aktuellen Gesundheitszustand an und honorieren diese mit einer vergünstigten Prämie. Wer also früh abschließt, und das ohne Vorerkrankungen, kann gleich doppelt sparen.

 

Wie mit Vorerkrankungen umgehen?

Leider ist es nun aber nicht immer so, dass jeder Hund, der zu einer neuen Familie zieht, noch jung und gesund ist. Hunde aus dem Tierheim sind beispielsweise oft älter und haben auch nicht selten bereits das ein oder andere Wehwehchen. „Versicherungsschutz bei Vorerkrankungen sollte man durch eine aktuelle Gesundheitsuntersuchung beim Tierarzt bei mehreren Gesellschaften abklären“, erklärt Roland Meyer.

Und auch Erbkrankheiten spielen bei der Auswahl einer geeigneten Police eine Rolle. So kommen manche Krankheiten bei bestimmten Hunderassen gehäuft vor. Viele Versicherer sehen das als Risiko an und erheben höhere Prämien für diese Rassen.

„Klassisches Beispiel ist die französische Bulldogge mit verkürzter Nase/Brachyzephalie, bei der das Gaumensegel operiert werden muss, damit sie mehr Luft bekommt“, weiß Expertenmakler Meyer. Deshalb sein Tipp: „Je nach Hunderasse sollten Anbieter ausgewählt und angeboten werden, die Erbkrankheiten mitversichern.“

Die gute Nachricht: Laut Meyer können auch Hunde mit Vorerkrankung mit einem Zuschlag oder einer verminderten Kostenerstattung versichert werden. „In wenigen Fällen gibt es Ausschlüsse oder auch Ablehnungen“, so der Experte. Und auch wenn ein Hund „nur“ mit Ausschluss oder Zuschlag versichert werden könne, lohne es sich trotzdem für die Halter, diesen Schritt zu gehen. Denn die zukünftigen Behandlungen könnten auch einen anderen Bereich betreffen.

 

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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