Wertentwicklung nach BVI-Methode

Renditeberechnung bei Fonds – „3 von 4 Berater liegen falsch“

Enthält die Wertentwicklung eines Fonds bereits die Fondskosten oder fallen diese zusätzlich an? Das ist eine Frage, die immer wieder zu kontroversen Diskussionen führt. Wie die Performance berechnet wird, erfahren Sie hier.
© picture-alliance / ASA | Leo Himsl
Auch beim Klettern kommt es auf die richtige Performance an.

Es ist kein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, sondern vielmehr eine Umfrageauswertung bei Helvetia Webinaren. Schockiert hat der Leiter der Helvetia Leben Akademie, Guntram Overbeck, festgestellt, dass rund drei von vier der teilnehmenden Berater falsch liegen, wenn es darum geht, welche Fondsrendite in den Medien und üblichen Fondsunterlagen ausgewiesen wird. Sind die laufenden Kosten für Verwaltung und Management des Fonds hier enthalten oder nicht?

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Die richtige Antwort: Ja, sie sind in der Performance bereits enthalten, erklärt Overbeck. Die Wertentwicklung wird nach der Methode der Fondsverbands BVI berechnet, die auf international anerkannten Standards basiert. Und die weist das Ergebnis nach Abzug aller laufenden Fondskosten aus.

Berechnung nach BVI-Methode

Die Wertentwicklung nach BVI-Methode bezieht sich auf einen bestimmten Zeitraum (beispielsweise drei oder fünf Jahre zum Stichtag) und beschreibt die prozentuale Veränderung zwischen dem angelegten Vermögen zu Beginn und am Ende des Zeitraums. Bei ausschüttenden Fonds werden die Ausschüttungen rechnerisch sofort in neue Fondsanteile investiert, sodass die Wertentwicklung mit der thesaurierenden Variante vergleichbar ist.

Basis dieser Berechnung ist der Anteilswert, der börsentäglich ermittelt wird. Hierzu werden die Vermögensgegenstände, also Aktien, Anleihen oder Cash, und die Erträge wie Zinsen oder Dividenden addiert. Anfallende Kosten auf Fondsebene wie zum Beispiel die Managementgebühr werden abgezogen.

Fonds richtig vergleichen

Dass bei der angegebenen Wertentwicklung die laufenden Fondskosten bereits enthalten sind, ist für einen Fondsvergleich wichtig zu wissen. Beispiel: Wenn sowohl für einen aktiv gemanagten Fonds (mit 1,5 Prozent Kosten) als auch für einen ETF (mit 0,3 Prozent Kosten) eine Ein-Jahres-Performance von 6 Prozent ausgewiesen wird, kommen bei beiden Fonds beim Anleger 6 Prozent an. Der ETF erzielt in diesem Beispiel nicht – wie so mancher glaubt – aufgrund seiner niedrigeren Kosten mehr für den Anleger.  

Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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3 Antworten

  1. Der aktiv gemanagte Fonds muss dann aber doch 7,5% und der ETF lediglich 6,3% Rendite p.a. erwirtschaften wenn beide Fonds abzüglich ihrer Kosten auf 6% Nettorendite kommen?!

    1. Richtig! Das bedeutet, dass der Fondsmanager den Index um 1,2%-Punkte geschlagen hat. Ob ihm das gelingt, hängt von seiner Expertise ab und auch von den Marktphasen.

      1. Zum einen ist die Frage „ob“ dem Fondsmanager dies gelingt und zum zweiten über welchen Zeitraum er besser ist als der Markt.
        Über kurze Zeit mag es Manager geben die den Index überbieten, aber auf lange Sicht geht doch eigentlich immer der Indexfonds als Sieger aus diesem ungleichen Duell hervor.

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