Nach Hacker-Angriff

Haftpflichtkasse hat Datenabflüsse zu beklagen

Die Haftpflichtkasse ist infolge des Cyberangriffs vom vergangenen Wochenende auch weiterhin nur eingeschränkt erreichbar – und beklagt nun auch den Klau von Daten. „Um welche Daten es sich konkret handelt, wird aktuell von IT-Experten noch ausgewertet“, so der Versicherer. Pfefferminzia fragte nach, welche Art von Angriff die Hacker verübten – und inwieweit das Unternehmen von den verheerenden Unwetterschäden im Westen betroffen ist.
© picture alliance / CHROMORANGE | Andreas Poertner
Die Haftpflichtkasse meldete am Dienstag einen Hacker-Angriff: Wann der Geschäftsbetrieb wieder vollständig hergestellt ist, ist nach Unternehmensangaben derzeit noch nicht absehbar.

Die Haftpflichtkasse hat weiterhin mit den Folgen eines Cyberangriffs zu kämpfen, der sich am vergangenen Wochenende ereignete (wir berichteten).

Wie der Versicherer mit Sitz im hessischen Roßdorf aktuell auf seiner Notfallseite (www.diehk.com) meldet, sei die Haftpflichtkasse aufgrund eines kriminellen Angriffs auf ihre IT-Infrastruktur derzeit nicht über die klassische Internetseite erreichbar und könne „nur einen eingeschränkten Geschäftsbetrieb aufrechterhalten“. Wann der Geschäftsbetrieb wieder vollständig hergestellt werden könne, sei „derzeit noch nicht absehbar“. Man arbeite eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen, um den genauen Sachverhalt aufzuklären, so der Versicherer.

Zudem gab das Unternehmen am Dienstagabend bekannt, dass die Ermittlungen inzwischen ergeben hätten, dass durch den Cyberangriff Daten abgeflossen seien. Um welche Daten es sich konkret handle, werde von IT-Experten aktuell noch ausgewertet, hieß es. Und weiter: „Sofern der Datenabfluss personenbezogene Daten beinhaltet, wird die Haftpflichtkasse unverzüglich alle notwendigen und gebotenen Schritte in die Wege leiten.“

Art des Cyberangriffs weiter offen

Um welche Art von Cyberangriff es sich handelte – also ob die Hacker zum Beispiel eine sogenannten Ransomware einsetzten, die darauf zielt, die gekaperten Daten zu verschlüsseln, um ein Lösegeld zu erpressen – dazu machte die Haftpflichtkasse weiterhin keine Angaben. Hierzu könne man sich mit Blick auf den „Ermittlungserfolg“ nicht äußern, hieß es auf Nachfrage von Pfefferminzia.

Zugleich betonte die Haftpflichtkasse, dass man bei der Wiederherstellung des gewohnten Geschäftsbetriebs „weiter Fortschritte“ mache. So hätte das Unternehmen bereits am Dienstag seine telefonische Erreichbarkeit sichergestellt. Inzwischen habe man das Telefonsystem ausgeweitet und personell verstärkt. In dringenden Fällen sei das Service-Center zudem per E-Mail über ed.ofni-khobfsctd-3470e4@tkatnok erreichbar.

Eingeschränkte Schadenregulierung – ausgerechnet zur aktuellen Unwetter-Katastrophe

Den Angaben zufolge sorgen mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Service-Center der Haftpflichtkasse dafür, dass die Meldungen von Schadensfällen und anderen Anliegen aufgenommen werden. In begrenztem Umfang würden auch wieder Schadensregulierungen geleistet, hieß es weiter.

Inwieweit das stark eingeschränkte Schadenmanagement der Haftpflichtkasse von den schweren Unwetterschäden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz betroffen ist, konnte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage von Pfefferminzia „im Moment“ nicht näher beurteilen.   

Die Haftpflichtkasse vertreibt im Privatkundengeschäft Haftpflicht-, Hausrat- sowie Unfall-Versicherungen, Firmenkunden werden Betriebshaftpflicht-, Umweltschadens- sowie AGG-Versicherungen angeboten. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 380 Mitarbeiter und betreut rund 2 Millionen Versicherungsverträge mit einem Beitragsvolumen von mehr als 200 Millionen Euro.

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Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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