Körper und Seele stärken

Warum uns Gartenarbeit glücklich und gesund macht

Die Arbeit mit Pflanzen im heimischen Garten bringt vielen Menschen nicht nur Freude, sondern stärkt auf vielfache Weise auch die Gesundheit: Das Immunsystem wird gestärkt, Depressionen vorgebeugt und Muskeln und Gelenke beweglich gehalten.
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Im Garten arbeiten, bringt vielen Menschen Freude und unterstützt auf unterschiedliche Weise die körperliche und geistige Gesundheit.

Es ist Erdbeerzeit. Die roten, aromatischen Früchte gibt es im Supermarkt sowie an vielen saisonal aufgebauten Ständen. Zudem kann, wer selbst pflücken will, das ebenfalls auf vielen Erdbeerfeldern tun. Und noch etwas besser haben es diejenigen, die auf dem Balkon oder im Garten ein paar Pflänzchen angebaut haben. Sie können nicht nur durch den Genuss der leckeren und vitaminreichen Früchte etwas für ihre Gesundheit tun. Bereits bei der Gartenarbeit mit den Pflanzen ist eine ganze Menge passiert.

Die Arbeit im Garten ist gut für das Herz. Sie wirkt wie ein leichtes Kardiotraining und regt das Herz-Kreislauf-System an. Das kann den Blutdruck und das Stresshormon Cortisol senken. Das wiederum kann Probleme mit dem Herzen vorbeugen.

Zudem wirkt sich Cortisol auf die Verwertung von Kohlenhydraten und Fett aus. Wer unter Dauerstress steht, und daher permanent einen hohen Spiegel aufweist, setzt eher Pölsterchen an. Die regelmäßige Gartenarbeit dagegen steigert den Kalorienverbrauch. Das kann vor Übergewicht und Diabetes Typ 2 schützen.

Der gesamte Körper wird bei der Gartenarbeit eingesetzt

Zudem werden Knochen, Gelenke und Muskeln im gesamten Körper beansprucht. Bei der Gartenarbeit bückt man sich beispielsweise beim Unkrautjäten. Man hebt Gegenstände hoch, etwa Blumentöpfe, Gießkanne oder Eimer. Die unterschiedlichen Bewegungen unterstützen den Erhalt der Beweglichkeit. Selbst Osteoporose kann so vorgebeugt werden.

Im Frühjahr und Herbst kommt noch das Umgraben hinzu. Auch den Komposthaufen regelmäßig umzuschichten, oder neue Grünflächen als Blumen- oder Nutzbeete anzulegen, kostet Kraft – und stärkt gleichzeitig den gesamten Körper. Zusätzlich verbraucht die Arbeit viele Kalorien, wie ein Blick auf die Smartwatch zeigt.

Wer sich in seinem Job eher einseitig bewegt oder viel sitzt, kann mit den verschiedenen Bewegungen der Gartenarbeit einer ungleichmäßig ausgebildeten Muskulatur entgegenwirken. Haltungsfehler lassen sich verhindern. Zudem können auch körperlich eingeschränkte oder ältere Menschen bei der Gartenarbeit aktiv bleiben.

Immunsystem und alle Sinne stärken

Die Arbeit an der frischen Luft begünstigt das Immunsystem. Die UV-Strahlen des Sonnenlichts regen die Bildung des Vitamins D an. Daneben kommen die Gärtnernden bei vielen Tätigkeiten mit Mikro-Organismen etwa im Boden in Kontakt. Das stimuliert ebenfalls die Abwehr.

Ein weiterer positiver Einfluss auf den gesamten Körper: Beim Gärtnern wird mit allen Sinnen gearbeitet. Geruchs-, Gehör- und Tastsinn werden ebenso eingesetzt wie der Seh- und der Gleichgewichtssinn. Die vielen Grüntöne, blühende Blumen, duftende Kräuter, das ferne Sehen ebenso wie das nahe Sehen, die Geräusche der Natur, bücken, dehnen, strecken – Körper und Seele kommen in Einklang und die Kreativität wird gefördert.

Wie sich gärtnern auf die Psyche auswirkt

Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist für ein kompetentes Immunsystem wichtig, und hilft dazu noch, Depressionen zu vermeiden oder zu reduzieren. Für viele hat das Gärtnern einen meditativen Charakter. Stress wird abgebaut und damit einhergehende Krankheiten ebenfalls vorgebeugt.

Viele Menschen arbeiten heutzutage eher denkend und virtuell. Das Homeoffice aufgrund der Corona-Pandemie trug zusätzlich zur Digitalisierung in der Arbeitswelt bei. Die Produktivität ist so insbesondere für Büroarbeit kaum noch greifbar. Da werden keine Produkte hergestellt, sondern Meetings gehalten, Protokolle und Konzepte geschrieben und Pläne gemacht.

Die Arbeit in der Natur mit Pflanzen, die wachsen, blühen und die geerntet werden können, steht im Gegensatz zu dieser Kopfarbeit. Auf einen schönen, gepflegten Garten ist der Besitzer stolz und die Arbeit wird daher oft als besonders befriedigend angesehen.

Die Gartenarbeit kann zudem einen sozialen Impuls geben. Erfahrungen am Gartenzaun mit Nachbarn oder auch Spaziergängern auszutauschen, Lob über Pflanzen oder das Gartenkonzept zu empfangen, Sämereien oder Pflanzen auszutauschen – all das lässt Menschen miteinander sprechen und reißt aus einer Isolation.

Gesund gärtnern

Allerdings gilt es bei der Gartenarbeit auf ein paar Dinge zu achten, um die guten Effekte wirklich zu nutzen. Zum Beispiel lautet ein Rat, auf eine aktuelle Tetanus-Impfung zu achten. Der Erreger an sich ist völlig harmlos. Doch unter Luftabschluss, wie er beim Verwenden von Einmalhandschuhen entsteht, entwickelt er das gefährliche Toxin. Ist die Haut der Hände verletzt, kann das Toxin eindringen – und die Tetanus-Impfung muss sich beweisen. 

Außerdem sollte der ambitionierte Hobbygärtner die Mittagshitze im Sommer möglichst meiden. Viel Wasser trinken, insbesondere an heißen Tagen, gehört ebenfalls dazu. Auch beim Heben und anderen schwereren Tätigkeiten heißt es eher vorsichtig zu sein. Anderenfalls schlagen die Vorteile ins Gegenteil um. Beim Einsatz für Maschinen oder elektrischen Geräten gilt es ebenfalls, vorsichtig zu sein. Ein falscher Ehrgeiz oder Unachtsamkeit kann unangenehme Folgen haben.

Wer auf sich achtet, wird durch seine Gartenarbeit letztlich noch mit leckerem und gesundem Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau belohnt. Hier weiß man dann genau, dass keine Pestizide eingesetzt wurden – und so schmecken Erdbeeren, Radieschen und Möhren doch gleich noch mal so gut.

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Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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