13 Lebensversicherer haben in der diesjährigen Ausgabe des Bilanzratings des Map-Reports die höchste Bewertungsklasse erreicht. Diese gibt es, wenn ein Anbieter mindestens 300 der 400 möglichen Punkte erreicht. Untersucht wurden die Bilanzkennzahlen im Zeitraum 2015 bis 2019.
Die ausschließlich auf öffentlich zugänglichen Daten basierenden Kennzahlen reflektieren dabei vier Segmente. Die Solvabilität (SCR-Bedeckung), sowie die Gesamtreserve- und Sicherheitsmittelquote bilden die Sicherheit und Finanzierbarkeit der Lebensversicherer ab. Als „Erfolgskennzahlen“ werden die Ertragsquote, die Rechnungszinsbelastungs- und Rechnungszinsanforderungsquote sowie die beiden Größen zur Kapitalanlagerendite (Nettoverzinsung, laufende Durchschnittsverzinsung) berücksichtigt.
Betriebsaufwendungen werden über die Kostenkennziffern der Verwaltungs- und Abschlusskostenquoten einbezogen. Abschließend wird über die Größen Storno und RfB-Zuführung auch das Wohl der Kunden beachtet.
>>> Welche Anbieter zu den Besten gehören, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.
Wie ist insgesamt die Lage der Unternehmen? Die verdienten Bruttobeiträge beliefen sich im Jahr 2019 auf 98,27 (Vorjahr 88,27) Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 11,3 Prozent. 23 Gesellschaften gelang es nicht die Beitragseinnahmen zu steigern, 17 Anbieter lagen knapp über dem Vorjahresniveau und 40 Versicherer bauten die Beitragseinnahmen zwischen plus 3 und über 60 Prozent aus.
Relativ betrachtet konnte die Hanse-Merkur die Beitragseinnahmen um 64,4 Prozent auf 355,1 Millionen Euro am deutlichsten steigern. Dahinter folgen die inzwischen auf die Credit Life verschmolzene Rheinland mit einem Wachstum von 44,4 Prozent auf 73,9 Millionen Euro und die Bayerische mit einem Plus von 37,7 Prozent auf 274,8 Millionen Euro. In absoluten Zahlen baute der Marktführer Allianz die Beitragseinnahmen um 6,83 Milliarden Euro am stärksten aus. Damit entfallen über 68 Prozent des gesamten Beitragsanstiegs allein auf Deutschlands größten Lebensversicherer.
Dem positiven Trend der Beitragseinnahmen konnten die Neuvertragszahlen nicht folgen. Mit 5,05 Millionen verkauften Verträgen in der Hauptversicherung wurden 51.743 Policen weniger als im Vorjahr abgesetzt. Das entspricht einem Minus von einem Prozent. Ein anderes Bild zeigte sich hingegen beim Annual Premium Equivalent (APE). Bei dieser Kennzahl werden im Neugeschäft zum laufenden Beitrag für ein Jahr 10 Prozent der Einmalbeiträge addiert. Das APE stieg im Berichtsjahr von 7,93 auf 9,37 Milliarden Euro. Die deutlichsten Zugänge gab es hier bei der Öffentlichen Braunschweig (82,6 Prozent), Hanse-Merkur (76,7 Prozent), Allianz (36,3 Prozent), Cosmos (32,4 Prozent) und die Bayerische (30,2 Prozent).
2019 wurden rund 362.000 klassische Lebensversicherungen verkauft. Damit fristet das einstige Zugpferd der deutschen Lebensversicherer jetzt nur noch ein Nischendasein. Rentenversicherungen hatten mit 22,2 Prozent und 1,12 Millionen Verträgen nicht den höchsten Neugeschäftsanteil. Im Vergleich wurden knapp 39.000 Policen mehr als im Vorjahr verkauft.
Sonstige Lebensversicherungen, zu denen auch Fondspolicen zählen, wurden am häufigsten unters Volk gebracht. Mit 1.338.302 eingelösten Versicherungsscheinen war diese Produktlinie, gemessen am absoluten Zuwachs von 193.464 Policen, die mit Abstand erfolgreichste. So konnte der Neugeschäftsanteil von 22,4 auf 26,5 Prozent ausgebaut werden. Mit 246.379 verkauften Verträgen zeichnete die Generali (ehemals Aachen-Münchener) 18,4 Prozent des gesamten Neugeschäfts.
Garantieanforderungen im Bestand der deutschen Lebensversicherer sind teuer. Die Rechnungszinsverpflichtungen stiegen gemäß Angaben in den Mindestzuführungsverordnungen um 12,3 Prozent auf 31,67 Milliarden Euro. Bei 22 der 79 untersuchten Gesellschaften waren die Belastungen durch die Rechnungszinsen höher als die anrechnungsfähigen Kapitalerträge. Das bedeutet, dass bei diesen Gesellschaften die anrechenbaren Kapitalerträge des Jahres nicht genügten, um die Anforderungen aus dem Rechnungszins im Bestand zu erfüllen. In diesen Fällen musste auf andere Quellen wie Eigenmittel oder Risikogewinne zurückgegriffen werden.
„Die anhaltende Niedrigzinsphase, die zunehmende Digitalisierung und der enorme Kostendruck schaffen große Herausforderungen für Versicherungsunternehmen. Eine sorgfältige Analyse auf Anbieter- und Produktebene gewinnt daher immer mehr an Bedeutung, wenn es um die Auswahl eines passenden Vertrages geht“, kommentiert Reinhard Klages, Chefredakteur des Map-Reports, die Ergebnisse.
„Vieles spricht dafür, dass stabilisierende Maßnahmen weiterhin auf der Tagesordnung der Branche stehen werden. Vor allem die Kapitalanlage ist eine zentrale Herausforderung, um der andauernden Niedrigzinsphase zu entkommen. Die Kapitalanforderungen bei Aktien und Immobilien sollten dringend im Sinne der Kunden angepasst werden“ ergänzt Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg und Herausgeber des map-reports. Vermittlern und Maklern als Bindeglied zwischen Unternehmen und Verbrauchern komme eine zunehmend wichtige Bedeutung zu, so das Fazit der Studienautoren.
Auf den folgenden Seiten kommen die Lebensversicherer mit der Bestnote „mmm“.

Rang: 13
Punkte: 300
In Prozent: 75,0

Rang: 12
Punkte: 304
In Prozent: 76,0

Rang: 11
Punkte: 308
In Prozent: 77,0

Rang: 10
Punkte: 312
In Prozent: 78,0

Rang: 9
Punkte: 316
In Prozent: 79,0

Rang: 8
Punkte: 320
In Prozent: 80,0

Rang: 7
Punkte: 327
In Prozent: 81,7

Rang: 6
Punkte: 328
In Prozent: 82,0

Rang: 5
Punkte: 335
In Prozent: 83,8

Rang: 4
Punkte: 343
In Prozent: 85,8

Rang: 3
Punkte: 345
In Prozent: 86,3

Rang: 2
Punkte: 349
In Prozent: 87,3

Rang: 1
Punkte: 361
In Prozent: 90,3
Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.