In Deutschland gibt es aktuell etwa 7,5 Millionen Menschen, die an Diabetes erkrankt sind. Das ist jeder elfte Deutsche! Die Dunkelziffer liegt deutlich höher, da die Erkrankung oftmals erst diagnostiziert wird, wenn Beschwerden vorliegen. Zu Beginn der Erkrankung müssen jedoch nicht umgehend Symptome wahrgenommen werden. Man vermutet deshalb, dass bis zu 2 Millionen zusätzliche Personen in Deutschland an Diabetes erkrankt sind oder kurz davor stehen, es aber noch gar nicht wissen.
Im neuen Atlas der „International Diabetes Federation (IDF)“ werden noch dramatischere Zahlen präsentiert. Hier wird die Zahl der Erkrankten inzwischen auf 9,5 Millionen und die Dunkelziffer auf zusätzliche 4,5 Millionen Erkrankte geschätzt! Deutschland liegt damit weltweit auf Platz 8.
Die Unterschiede zwischen Typ 1 und Typ 2
Bei Diabetes Typ I handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Das eigene Immunsystem greift Zellen der Bauspeicheldrüse an, wodurch diese zerstört werden. In der Folge kann das Organ nicht mehr ausreichend Insulin produzieren und der Körper den Blutzuckerspiegel nicht mehr regulieren. Der Patient wird insulinpflichtig. Etwa 5 Prozent aller an Diabetes erkrankten Personen in Deutschland leiden am Typ I. Meist bricht die Erkrankung bei Kindern oder Erwachsenen bis etwa zum 30. Lebensjahr aus. Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2018 kam zum Ergebnis, dass immer mehr Erwachsene jenseits der 30 an Typ I erkranken.
Bei Diabetes Typ 2 wurde früher vom Altersdiabetes gesprochen. Er trat primär im höheren Alter auf. Leider erkranken heute immer mehr jüngere Menschen, häufiger auch Kinder und Jugendliche. Bei Typ 2 handelt es sich um die erworbene Zuckerkrankheit. Primärer Auslöser ist eine Ernährung mit zu hohem Anteil an schnellen Kohlenhydraten, zu denen auch Zucker gehört. Grob vereinfacht gesprochen, lassen die schnellen Kohlenhydrate wie Zucker in fester und flüssiger Form, Getreide, Kartoffeln, Nudeln und Reis den Blutzuckerspiegel sehr schnell ansteigen. Deshalb spricht man von schnellen Kohlenhydraten.
Der starke Anstieg des Zuckergehalts im Blut führt nun dazu, dass die Bauchspeicheldrüse entsprechend viel Insulin ausschüttet, oftmals zu viel. Das Insulin sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Zellen kommt. Es wirkt wie ein Schlüssel im Schloss auf Rezeptoren der Zellwände, sodass der Zucker in die Zelle gelangen kann. Sinkt nun aber der Blutzuckerspiegel durch eine massive Insulinausschüttung zu stark ab, schlägt das Gehirn Alarm: Achtung – ich verhungere gleich. Es verfügt nur für kurze Zeit über Energiereserven, verbrennt primär Glukose und ist deshalb auf einen bestimmten Mindestwert des Blutzuckers angewiesen. An alle die sich ketogen ernähren: Ja, das Gehirn kann auch Ketonkörper nutzten, das ist jedoch ein anderes Thema.
Bei zu stark gesunkenem Wert sendet das Gehirn deshalb Hormone aus, die uns hungrig machen und uns veranlassen, den Blutzuckerwert möglichst schnell wieder auszugleichen. Wie geht das am schnellsten? Genau, mit schnellen Kohlenhydraten. So entsteht unter anderem der Heißhunger auf Süßes. Isst man diese nun, schnellt der Blutzuckerspiegel wieder in die Höhe und das Spiel beginnt von vorne – ein Teufelskreis. Das ständig auf die Zellen einströmende Insulin aufgrund der häufigen Blutzuckerspitzen stresst die Zellen. Diese reagieren immer träger auf das Hormon – eine Insulinresistenz entsteht. Die Bauchspeicheldrüse versucht dem durch immer mehr Ausschüttung von Insulin entgegenzuwirken, denn zu viel Zucker im Blut kann zu ernsthaften Schäden führen. Beispielsweise an den feinen Äderchen im Auge; ein Grund dafür, weshalb viele Diabetiker im Laufe der Jahre zu erblinden drohen. Da die Bauchspeicheldrüse nun immer mehr Insulin ausschütten muss, wird auch diese gestresst. Im schlimmsten Fall gibt sie erschöpft auf und stellt die Insulinproduktion ein. Der Diabetes Typ 2 hat sich nun manifestiert.
Während die Ursachen für Typ 2 heute also gut bekannt sind, rätselt die konventionelle Schulmedizin noch immer bezüglich der Ursachen für Typ I. Außer einer gewissen genetischen Veranlagung, tappt man hier noch im Dunkeln. Selbst der Vizepräsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) wird in diesem Beitrag wie folgt zitiert:
„Vorbeugen kann man dem Typ-1-Diabetes nicht. Niemand hat Schuld daran!“
Ist das so? In der Naturheilkunde und der Komplementärmedizin wird das ein wenig anders gesehen. Ja, es scheint eine gewisse genetische Veranlagung zu geben. Wie auch beim Typ 2. Entscheidend, ob die Krankheit ausbricht, ist jedoch weniger das Vorhandensein dieser Veranlagung, sondern vielmehr, ob die entsprechenden Gensequenzen auch aktiviert werden. In der medizinischen Fachsprache wird hier von Methylierung gesprochen.
Ob Gene aktiviert werden oder nicht, hängt von äußeren Faktoren ab, wie auch von inneren. Bis hin zur Psyche. Diabetes Typ 1 tritt meist in der Kindheit und Jugend auf. Jedoch erkranken inzwischen auch immer mehr Menschen im Alter über 30. Die Deutsche Diabetes Hilfe erwähnt, dass rund 30.000 Kinder und Jugendliche im Alter unter 19 Jahren an Diabetes Typ I erkrankt sind. Weiterhin, dass immer mehr Kinder im Alter unter fünf Jahren betroffen sind.
Möchte man sich also an mögliche Ursachen/Auslöser herantasten, so muss man sich die folgenden Fragen stellen
1. Welche Faktoren führen dazu, dass entsprechende Gen-Sequenzen aktiviert werden?
Hier kommen wir zu einem Bereich der Genetik, der früher noch als esoterisch abgetan wurde. Die Epigenetik. Was Wissenschaftler wie Bruce Lipton, Autor des Buches „Intelligente Zellen“, schon vor Jahrzehnten wussten, ist heute fester Bestandteil der Genetik mit eigenen Lehrstühlen. Sowohl Faktoren des Lebensstils wie Ernährung, Bewegung und Verhalten können Einfluss auf die Aktivierung der Gene haben als auch psychische Elemente wie Stress und Traumata. Das gilt jedoch nicht nur für die Aktivierung, sondern auch die Deaktivierung. Nur weil eine genetische Vorbelastung für eine bestimmte Erkrankung vorhanden ist, bedeutet dies also nicht zwangsweise, dass sie auch ausbrechen muss. Entscheidend ist, ob die krankmachenden Gene aktiviert werden oder nicht. Hier kann mit einem bewussten und gesunden Lebensstil Einfluss darauf genommen werden. Dass Gene bei Diabetes nicht der primäre Faktor sein können, ergibt sich allein aus dem massiven Anstieg der Erkrankung seit den siebziger Jahren. So schnell verändern sich die Gene innerhalb der Menschheit nicht, dass damit diese schon fast pandemische Entwicklung erklärt werden könnte.
2. Wieso erkranken nicht 100 Prozent der Personen, die eine genetische Veranlagung haben, an Typ I? Gibt es weitere Auslöser außerhalb der Genetik?
Auch hier kommen wieder epigenetische Gründe zum Tragen. Hinzu kommt die persönliche Situation des Darms und dessen mikrobieller Besiedelung. Ist der Darm löchrig, besteht also ein sogenannter Leaky Gut, so können Bakterien, Viren, Pilze und unverdaute Nahrungsbestandteile durch den Darm in den Blutkreislauf gelangen. Dies alarmiert das Immunsystem. Besteht dieser Zustand nun länger, wird die Körperabwehr nicht nur geschwächt, es entstehen auch stille Entzündungen.
Im Laufe der Zeit kann das Immunsystem auch überreagieren und sich gegen körpereigenes Gewebe richten. Eine Autoimmunerkrankung ist entstanden. So, wie Diabetes Typ I auch eine ist. Ähnliches kann passieren, wenn die mikrobielle Besiedlung im Darm aus der Balance geraten ist. Dies kann die Darmschleimhaut schwächen, die in der Folge zu durchlässig wird. Wer sowohl die epigenetischen Faktoren wie Stress und Lebensstil positiv beeinflusst und mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung den Darm in Balance bringt, hat sehr vieles getan, um den Ausbruch einer Autoimmunerkrankung zu verhindern. Selbst dann, wenn eine genetische Veranlagung dazu vorhanden sein sollte. Unsere Gene sind kein unabwendbares Schicksal, wir können es zum Teil selbst bestimmen.
3. Können werdende Eltern schon vor der Schwangerschaft die Weichen in Richtung Gesundheit für ihre Kinder stellen, selbst wenn die Eltern eine genetische Vorbelastung mitbringen?
Tatsächlich haben werdende Eltern mehrere Möglichkeiten, noch vor der Zeugung optimale Voraussetzungen für ihre Kinder zu schaffen. Das betrifft Mutter und Vater. Eine epigenetische Studie der TU München kommt zum Ergebnis, dass zumindest bei Mäusen bereits die Ernährung der Eltern Einfluss auf das Erkrankungsrisiko des Nachwuchses haben kann. Bernhard Kegel beschreibt in seinem Buch „Epigenetik – Wie unsere Erfahrungen vererbt werden“ vergleichbare Ergebnisse, die sogar bis auf die Großeltern zurückgehen. Hier basieren die Erkenntnisse auf der Untersuchung und Beobachtung von Menschen.
4. Kann man präventiv vorgehen, damit diese Erkrankung nicht ausbricht?
Fassen wir die oben bereits ausgeführten Punkte noch einmal zusammen. Was kann man selbst tun, worauf kann man bei seinen Kindern achten, um den Ausbruch von Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ I möglichst zu vermeiden?
Kann Diabetes Typ I also doch vorgebeugt werden?
Berücksichtigen wir die bisherigen Ausführungen, so können Sie nun selbst entscheiden, ob Sie sich den Aussagen einiger Ärzte anschließen möchten, dass Diabetes Typ I nicht vermeidbar ist und niemand etwas dafür kann, gesund zu bleiben. Oder ob Sie über den Tellerrand hinausschauen, selbst Verantwortung übernehmen und das Risiko so weit wie möglich reduzieren. Auch bei vorhandener, genetischer Disposition.
Welchen Einfluss hat Diabetes auch auf den Versicherungsbereich?
Die Zahlen der Deutschen Diabetes Hilfe und des Statistischen Bundesamts sind alarmierend:

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