65 Prozent – so hoch war der weibliche Anteil bei den Pflegebedürftigen in Deutschland 2013 nach statistischem Bundesamt. Die höhere Lebenserwartung und Unterbrechungen in der Erwerbsbiografie müssen bei der finanziellen Vorsorge von Frauen berücksichtigt werden. Denn diese Kriterien steigern die Gefahr vor Armut im Vergleich zu Männern. Hier kommen 10 Tipps, wie Frau ihre Vorsorge planen kann.
1. Sichern Sie sich Liquidität für sich und Ihren Partner
Da Frauen häufig auch die Pflege von Angehörigen übernehmen, sind sie in zweierlei Hinsicht betroffen: wenn sie oder der Ehemann zum Pflegefall werden. Daher ist aus weiblicher Sicht für beide die finanzielle Pflegevorsorge wichtig.
2. Berücksichtigen Sie eine doppelte Haushaltsführung
Falls der Mann im Pflegeheim untergebracht ist und die Frau zuhause bleibt, muss sie sowohl die Immobilie beziehungsweise Wohnung halten, als auch den Lebensunterhalt bestreiten können. Jede vierte Frau in einer Paargemeinschaft lebt jedoch überwiegend von den Einkünften der Angehörigen. Eine doppelte Haushaltsführung soll unbedingt bei der Vorsorge berücksichtigt werden, ansonsten wird die Frau zum Sozialfall.
3. Kalkulieren Sie die Kürzung der Witwenrente ein
Wer mehr als rund 750 Euro eigenes Einkommen hat, dem wird die Hinterbliebenenversorgung gekürzt oder ganz gestrichen Das führt zu einer höheren Lücke im Falle der Pflegebedürftigkeit.
4. Große Einkommensunterschiede der Ehepartner müssen beachtet werden
Fällt die Witwenrente wegen der Einkommenskürzung weg, kann Rentensplitting eine sinnvolle Lösung sein, um die Frauenrente zu erhöhen. Dabei gibt der Partner mit den höheren Rentenansprüchen einen Teil seiner Ansprüche an den Partner ab.
5. Beantragen Sie Grundsicherung
Doppelt so viele Frauen wie Männer brauchen Grundsicherung, um über die Runden zu kommen – häufig auch im Pflegefall des Partners. Diese Möglichkeit sollten Sie bei Bedarf in Anspruch nehmen.
6. Vergessen Sie die eigene Altersvorsorge nicht
Die eigene Rente ist Bestandteil des Einkommens im Alter. Der Vorteil dabei: Sie ist niemals von Kürzungen betroffen und wird lebenslang ausgezahlt. Für Frauen ist die eigene Versorgung wegen der längeren Lebenserwartung besonders wichtig.
7. Kontrollieren Sie den Rentenverlauf frühzeitig
Frauen haben aufgrund ihrer Erwerbsbiographie häufiger wechselnde Arbeitgeber. Nur wer immer wieder den Rentenverlauf der gesetzlichen Rentenversicherung kontrolliert, kann handeln. Passiert diese Vorsichtsmaßnahme jedoch erst bei Renteneintritt, ist das wegen einer Dokumentation häufig zu spät.
8. Nehmen Sie die Finanzen selbst in die Hand
Auch für Frauen in Hausfrauenehen oder bei Teilzeitjobs sollten finanzielle Vorkehrungen für Alter und Pflege partnerschaftlich geregelt sein. Auf Grund ihrer höheren Lebenserwartung ist das für Frauen besonders wichtig. Denn Frauen sind von materiellen Entbehrungen stärker betroffen als Männer.
9. Treffen Sie als Single besondere Vorsorge
Es gab noch niemals so viele Singles wie in der heutigen Zeit. Alleinstehende Frauen hatten es schon immer besonders schwer. Wenn der Lebensunterhalt nicht mehr bestritten werden kann, bleibt nur der Staat als Stütze. Allerdings gehören Extras für eine angenehmere Lebensgestaltung nicht dazu. Damit auf diesen Luxus im Alter nicht verzichtet werden muss, ist die finanzielle Altersvorsorge besonders wichtig.
10. Behalten Sie die Übersicht
Fertigen Sie in regelmäßigen Abständen Übersichten zu Vermögen, Renten und Risiko- beziehungsweise Sachversicherungen an. So behalten Sie den Überblick zu den Ersparnissen und bekommen gleichzeitig Sicherheit. Außerdem kann auf diese Weise der ein oder andere Euro gespart werden.
Die Autorin Margit Winkler ist Inhaberin des Instituts Generationenberatung. Als unabhängige Finanz- und Marketingfachfrau ist sie für Banken oder deren Verbundpartner im Vorsorgebereich tätig.
Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.